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Homosexualität als Makel
Gericht spricht Ex-Footballer wegen Homo-Gerücht 3 Millionen Dollar zu
Ein Südstaatengericht hält einen hohen Schadensersatz für angebracht, weil ein Blogger einem früheren NFL-Star eine gleichgeschlechtliche Affäre unterstellt hatte.

Jetzt hat es Kordell Stewart (li.) amtlich: Er hatte keine Affäre mit dem Blogger Andrew Caldwell
- 13. März 2017, 13:09h 2 Min.
Der Blogger Andrew Caldwell muss laut einer Entscheidung eines Bezirksrichters im US-Bundesstaat Georgia dem früheren NFL-Spieler Kordell Stewart drei Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro) Schadensersatz zahlen, weil er über eine angebliche Affäre mit dem Sportler gesprochen hatte. Das Gericht in der Stadt Decatur bei Atlanta sah es als erwiesen an, dass die "Anschuldigung" dem 44-jährigen Sportler sowohl seelischen Schaden zugefügt als auch seiner Karriere geschadet habe. Ursprünglich hatte Kordell 4,5 Millionen Dollar gefordert (queer.de berichtete).
Um den von einer Frau geschiedenen Footballer hatte es bereits mehrfach Gerüchte über Homosexualität gegeben, die dieser stets empört abgestritten hatte. In den Gerichtsunterlagen führte er an, dass er "zu allen Zeiten seines Lebens ein heterosexueller Mann" gewesen sei. Die "Anschuldigung", homosexuell zu sein, habe ihm in der Sportindustrie Respekt gekostet, in der "Härte und 'Macho'-Persönlichkeiten dominieren", heißt es in der Klageschrift.
Der Ex-Spieler von Topvereinen wie den Pittsburgh Steelers, den Chicago Bears und den Baltimore Ravens hatte in der Vergangenheit seine Heterosexualität auch mit seinem christlichen Glauben begründet. "Eine Sache, die ich über das Leben weiß, ist: Als Gott Himmel und Erde erschaffen hat, hat er Adam und Eva erschaffen", sagte er letztes Jahr in einem Fernsehinterview.
Auch der Blogger, der die "Beschuldigung" ausgesprochen hatte, gibt sich als ergebener Christ aus, der inzwischen seine Homosexualität "überwunden" habe. Andrew Caldwell erreichte 2014 mit einem viralen Video Kultstatus, in dem er während eines Gottesdienstes von seinem Pfarrer ein Mikrofon in die Hand gedrückt bekam und brüllte: "Ich bin nicht mehr schwul, ich bin befreit. Ich mag keine Männer mehr, ich mag Frauen. Frauen, Frauen, Frauen, Frauen!" Er unterstrich seine neu gefundene Heterosexualität mit den Worten: "Ich werde keine Handtasche tragen, ich werde kein Make-up tragen."
Auf diesem bizarren Video baute er seine Karriere als "Internet Personality" auf und erzählte in Interviews teils haarsträubende Abenteuer aus seinem vergangenen schwulen Leben – darunter auch die Affäre mit dem Footballer. Inzwischen gibt er zu, in dieser Frage gelogen zu haben.
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Noch ist unklar, ob Caldwell gegen das Urteil Berufung einlegen wird. Außerdem gilt es als wenig wahrscheinlich, dass er in seiner finanziellen Lage die Strafe überhaupt bezahlen kann. (dk)















ob dieses gericht im punkt "seelischer schaden" genau so entschieden hätte?