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Kommentare zu:
Ein filmisches Denkmal für den Hoden-Nagler


#1 OrthogonalfrontAnonym
#2 stromboliProfil
  • 14.03.2017, 08:28hberlin
  • mit sicherheit starker tobak.. geht in jeder weise unter die haut.
    Auch die anderen bilder!

    Ich weiß nicht...
    Wieweit können sadomasochistische tendenzen gleich politische aussagen werden.
    Kunst wird es wohl, wenn beides sich verbindet.

    Ob es nun aber keine kunst-provokation sondern "notwendiger protest" ist, liese sich nur vergleichen, würde eine frau dort ebenfalls ihre schamlippen festnageln.

    Wieso nämlich sollte man die herrschenden nur an ihren EIERN packen können..
    Dies setzt voraus, das frau am herrschen in keiner weise beteiligt ist.
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#3 LorenProfil
  • 14.03.2017, 12:49hGreifswald
  • Antwort auf #2 von stromboli
  • Die Herrschenden haben (nicht nur ihn) an den Eiern. Pawlenski sagt im Interviewbuch "Gefängnis des Alltäglichen" zu dieser Aktion u.a.:

    "Die Geste des Hodenannagelns ist in unserer Kultur im Prinzip ziemlich stark verwurzelt. Es ist eine Geste, der sich Häftlinge bedienen (...) Sie treiben ihre Freiheitsbeschränkung ans Limit. Da drin sind die Fußböden oft aus Holz. An denen nageln sie sich fest (...) Weißt du, wenn ich im Text darüber spreche, dass sich das Land in eine Haftanstalt verwandelt, und über das Polizeiregime, dann ist das nicht so einfach dahergesagt. Der 10. November ist der Tag der Polizei. Jedes Jahr werden in der ganzen Stadt Banner aufgehängt. Der 10. November - ein Hoch auf unsere geliebte Polizei!

    Alll diese Marker liegen offen da. Ich arbeite mit diesen Markern, weil sie Teil der Kultur sind."

    Pawlenski führte die Aktion "Fixierung" am 10. November 2013 durch. Die herbeigeeilten Polizeibeamten wurden von ihm dadurch in seine Aktion integriert (und vorgeführt), weil sie mit ihm und dieser Aktion in irgendeiner Weise umgehen mussten unter den Augen der Öffentlichkeit.

    Pawlenski: "Es ist nicht mein Körper, der zum Opfer wird. Alles basiert darauf, dass in dieser Situation in Wirklichkeit die Ausführer der Macht die Opfer sind, weil sie sich in einer klar untergeordneten Position befinden. Sie müssen das Reglement befolgen. Ich arbeite mit dem Verhältnis von Subjekt und Objekt. Die Rechtsschützer sind erst mal erschrocken, sie müssen ihre Befugnisse verwirklichen (...) Sie müssen irgendewas unternehmen, entweder mich befreien ... Sie werden zu Obkekten der Situation (...) Die Macht objektiviert die Menschen, zwingt sie zur Einhaltung von Reglements, dazu, sich in einem bestimmten Spektrum des Zulässigen und quasi Unzulässigen zu bewegen, sich in einem Zwischenraum aufzuhalten.En Mensch, der gehorcht, ist Objekt. Während der Aktion werden sie zu Objekten."

    Und das am "Tag der Polizei".

    Die Zwischenräume, von denen Pawlenski hier spricht, erinnern mich nebenbei an das Bewegen in eben jenen in Zeiten und an Orten, wo Homosexualität noch kriminalisiert wurde bzw. wird.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 14.03.2017, 13:30h
  • Der radikale Widerstand ist eine große heldische russische Tradition, die viel mit Verzweiflung über jahrhundertelange brutale Unterdrückung zu tun hat.

    Viele biedere Deutsche zieht sich da im Zweifel lieber in eine vermeintlich bequeme Nische zurück und reden sich die Welt schön (so auch bei queer.de).

    Das Problem des russischen Widerstands ist, dass ihm oft (aber nicht immer) vernünftige Gegenkonzepte zur jeweils herrschenden Unterdrückerideologie fehlen.

    Und dann manchmal auch neue Unterdrücker ideologisch füttern, die manchmal sogar die Alten sind.

    www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/russlands-gew
    issen-solschenizyn-der-putin-versteher-12871301.html
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#5 stromboliProfil
  • 14.03.2017, 14:10hberlin
  • Antwort auf #3 von Loren
  • "Die Geste des Hodenannagelns ist in unserer Kultur im Prinzip ziemlich stark verwurzelt. Es ist eine Geste, der sich Häftlinge bedienen (...) Sie treiben ihre Freiheitsbeschränkung ans Limit. Da drin sind die Fußböden oft aus Holz. An denen nageln sie sich fest (...) "

    Das gibt dem ganzen einen für mich völlig anderen politischen hintergrund.
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