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Einzelkommentar zu:
Ein filmisches Denkmal für den Hoden-Nagler


#3 LorenProfil
  • 14.03.2017, 12:49hGreifswald
  • Antwort auf #2 von stromboli
  • Die Herrschenden haben (nicht nur ihn) an den Eiern. Pawlenski sagt im Interviewbuch "Gefängnis des Alltäglichen" zu dieser Aktion u.a.:

    "Die Geste des Hodenannagelns ist in unserer Kultur im Prinzip ziemlich stark verwurzelt. Es ist eine Geste, der sich Häftlinge bedienen (...) Sie treiben ihre Freiheitsbeschränkung ans Limit. Da drin sind die Fußböden oft aus Holz. An denen nageln sie sich fest (...) Weißt du, wenn ich im Text darüber spreche, dass sich das Land in eine Haftanstalt verwandelt, und über das Polizeiregime, dann ist das nicht so einfach dahergesagt. Der 10. November ist der Tag der Polizei. Jedes Jahr werden in der ganzen Stadt Banner aufgehängt. Der 10. November - ein Hoch auf unsere geliebte Polizei!

    Alll diese Marker liegen offen da. Ich arbeite mit diesen Markern, weil sie Teil der Kultur sind."

    Pawlenski führte die Aktion "Fixierung" am 10. November 2013 durch. Die herbeigeeilten Polizeibeamten wurden von ihm dadurch in seine Aktion integriert (und vorgeführt), weil sie mit ihm und dieser Aktion in irgendeiner Weise umgehen mussten unter den Augen der Öffentlichkeit.

    Pawlenski: "Es ist nicht mein Körper, der zum Opfer wird. Alles basiert darauf, dass in dieser Situation in Wirklichkeit die Ausführer der Macht die Opfer sind, weil sie sich in einer klar untergeordneten Position befinden. Sie müssen das Reglement befolgen. Ich arbeite mit dem Verhältnis von Subjekt und Objekt. Die Rechtsschützer sind erst mal erschrocken, sie müssen ihre Befugnisse verwirklichen (...) Sie müssen irgendewas unternehmen, entweder mich befreien ... Sie werden zu Obkekten der Situation (...) Die Macht objektiviert die Menschen, zwingt sie zur Einhaltung von Reglements, dazu, sich in einem bestimmten Spektrum des Zulässigen und quasi Unzulässigen zu bewegen, sich in einem Zwischenraum aufzuhalten.En Mensch, der gehorcht, ist Objekt. Während der Aktion werden sie zu Objekten."

    Und das am "Tag der Polizei".

    Die Zwischenräume, von denen Pawlenski hier spricht, erinnern mich nebenbei an das Bewegen in eben jenen in Zeiten und an Orten, wo Homosexualität noch kriminalisiert wurde bzw. wird.
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