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Strafprozess

Wirt vergewaltigt betrunkenen Gast – viereinhalb Jahre Haft

Ein 51-jähriger Kneipier mischte jüngeren Männern Betäubungsmittel in die Getränke, um sie gefügig zu machen – das Landgericht Kleve ging über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus.


Das Urteil der 2. großen Strafkammer des Landgerichts Kleve ist noch nicht rechtskräftig (Bild: Blogtrepreneur / flickr)

Ein 51 Jahre alter Gastwirt aus Kleve wurde am Montag wegen schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen in Tateinheit mit einer Körperverletzung sowie einer gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Die zweite Strafkammer des Landgerichts Kleve ging damit sogar noch sieben Monate über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Angeklagte selbst bestritt die Taten.

Das Gericht sah es jedoch als erwiesen an, dass der Kneipier im April des vergangenen Jahres zwei jungen Gästen Betäubungsmittel in die Getränke mischte. Während diese "nur" mit Übelkeit und Panikattacken reagierten, kam es im Mai in einem ähnlichen Fall zu einer Vergewaltigung.

Das zum Tatzeitpunkt bereits alkolisierte Opfer des sexuellen Missbrauchs beklagte laut "Rheinischer Post", dass der dritte Obstler "anders schmeckte", danachhabe er sich an nichts mehr erinnern können. Er sei hilflos im Hinterzimmer der mittlerweile geschlossenen Kneipe aufgewacht, als der Wirt ihn ausgezogen und anschließend anal penetriert habe. Der Kneipier räumte den Sex vor Gericht ein, sagte jedoch aus, dieser sei einvernehmlich geschehen.

Das fehlende Geständnis sowie den erheblichen Vertrauensmissbrauch des Wirtes gegenber seinen Gästen wertete das Gericht strafverschärfend. Es hielt die Angaben des Opfers, der durch seine Angaben keine finanziellen Vorteile erlange, für glaubhaft. Nach Verkündung des Urteils, gegen das Revision möglich ist, wurde der 51-Jährige noch im Saal festgenommen. Er sitzt nun zunächst in Untersuchungshaft. Ihm droht außerdem der Entzug seiner Konzession als Gastwirt. (cw)



#1 RobinAnonym
  • 14.03.2017, 09:32h
  • Für mehrfache, vorsätzliche Vergewaltigung sollte es eine härtere Strafe geben.

    Zumal in Deutschland solche Leute ja eh meistens schon nach der Hälfte der Zeit wegen "guter Führung" entlassen werden.
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#2 ollinaieProfil
  • 14.03.2017, 17:26hSeligenstadt
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Straftaten sind immer schlimm, besonders körperliche Übergriffe. Diese gilt es, wo möglich, schon im Vorfeld zu verhindern.

    Mein Mitgefühl gilt den Opfern.

    Wer aber ständig nur nach höheren Strafen schreit, sollte sich mal intensiv die USA aber auch andere Staaten anschauen und erkennen, was die Law & Order Politik bringt: Gar nichts, zumindest nichts Gutes für die Allgemeinbevölkerung. In solchen Semi-totallitären Staaten will ich nicht leben!
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#3 Frank ReutherAnonym
  • 14.03.2017, 20:43h
  • Ich denke nicht, dass das Landgericht das fehlende Geständnis strafschärfend gewertet hat. Wäre das nämlich so, so hätte der böse Wirt gute Chancen, dass der BGH das Urteil aufhebt.
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#4 Patroklos
  • 14.03.2017, 22:06h
  • Die Strafe ist angemessen und dieser Typ sollte auch nie wieder eine Kneipe betreiben dürfen!
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#5 Miguel53deProfil
  • 14.03.2017, 22:53hOttawa
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Ich verstehe nicht, wie Du unentwegt das rechte Geschrei nach hoeheren Strafen wiederholst. Was soll das bringen?

    Mir reicht es, wenn ich das als typische Leserkommentare in der Tagespresse lese.
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#6 ollinaieProfil
  • 14.03.2017, 23:34hSeligenstadt
  • Antwort auf #3 von Frank Reuther
  • StGB §46 Strafzumessung, Abs. 2: " ... sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen."

    Ohne Anerkenntnis der Schuld entfällt das ja wohl, daher keine Strafminderung, im Artikel als strafverschärfend beschrieben. Ich gehe davon aus, das der Richter innerhalb des Gesetzlichen Strafrahmens gebliben und daher vom BGH nichts aufzuheben ist!
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