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Magnus-Hirschfeld-Ufer
Denkmal für Homobewegung: Einweihungstermin steht
Am 7. September 2017 wird das Berliner Denkmal für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung der Öffentlichkeit übergeben.

Sechs Calla-Lilien, die weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze besitzen, sollen am Berliner Magnus-Hirschfeld-Ufer sexuelle Vielfalt symbolisieren (Bild: LSVD)
- 16. März 2017, 12:22h 2 Min.
Das vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) initiierte Denkmal für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung wird am 7. September 2017 eingeweiht. Dies teilte der Verband am Donnerstag mit. Vor 120 Jahren hatten Magnus Hirschfeld und seine Mitstreiter das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK) in Berlin gegründet, die weltweit erste homosexuelle Bürgerrechtsorganisation.
Die beiden offen schwulen Senatoren Dirk Behrendt (Grüne) und Klaus Lederer (Linke) werden den Berliner Senat bei der Denkmal-Einweihung beziehungsweise beim anschließenden Festakt im Centrum Judaicum durch Redebeiträge vertreten. Einladungen für die Veranstaltungen sollen im Juni verschickt werden.
Senat kümmert sich um Instandhaltung
Bereits seit 2011 erinnern zwei von der Berliner Kulturverwaltung errichtete Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer an die erste Homosexuellenbewegung und kündigen das Denkmal an. Der Bau des Denkmals, dessen Gestaltung von einer Jury aus fünf Motiven ausgewählt wurde (queer.de berichtete), kann dank Spenden, einer Zuwendung der Lotto-Stiftung Berlin und einer Kooperationspartnerschaft mit der Universität der Künste Berlin realisiert werden. Nach einem mehrjährigen Konsultations- und Genehmigungsverfahren hat das Bezirksamt Berlin-Mitte eine Teilfläche des Magnus-Hirschfeld-Ufers gegenüber dem Bundeskanzleramt für das Denkmal entgeltfrei zur Verfügung gestellt. Im Koalitionsvertrag hat die rot-rot-grüne Landesregierung vereinbart, für die spätere Instandhaltung Sorge zu tragen.
Mit dem Bau des Denkmals wurde die alpina ag beauftragt, begleitet vom Architekturbüro LA21. Dank der Unterstützung durch Stromnetz Berlin wird der Gedenkort zukünftig nachts beleuchtet sein.
Das WhK forderte die Abschaffung des Paragrafen 175
Die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung begann 1897 mit der Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees. Der jüdische Arzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) war Initiator und maßgeblicher Vertreter dieser Bewegung. 1919 errichtete er auf dem Gelände zwischen dem heutigen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt das Institut für Sexualwissenschaft.
Hirschfelds Wirken nahm weltweit Einfluss auf die Abschaffung antihomosexueller Straftatbestände. Zur Aufhebung des Paragrafen 175 des Strafgesetzbuch richtete das WhK mehrere Petitionen an den Deutschen Reichstag, denn dieser Paragraf bedrohte "beischlafähnliche Handlungen" zwischen Männern mit Strafe. 1929 beschloss der Strafrechtsausschuss des Reichstages schließlich, homosexuelle Handlungen nicht mehr unter Strafe zu stellen.
Doch zur Abschaffung des Paragrafen 175 kam es nicht mehr. Nach Hitlers Machtergreifung im Januar 1933 plünderten Studenten und SA-Männer das Institut für Sexualwissenschaft. Zahlreiche Schriften sowie eine Büste von Magnus Hirschfeld wurden bei der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz (heute Bebelplatz) im Mai 1933 vernichtet. Hirschfeld wurde ausgebürgert und starb 1935 im französischen Exil. (cw/pm)















Bereits am 3. März 1886 erschien die erste Ausgabe der Schwulenzeitschrift "Der Eigene".
de.wikipedia.org/wiki/Der_Eigene
Aktivisten wie Heinrich Hössli und Karl Heinrich Ulrichs waren da schon tot.
Die damaligen und heutigen Schwulenbewegungen sind wesentlich facettenreicher als Hirschfeld und WhK.
Wenn man das nicht berücksichtigt, oder einer einzelnen Gruppierung rückwirkend die größte Bedeutung zuspricht, dann schließt man Leute aus den Schwulenbewegungen aus.