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Oklahoma
USA: Republikanischer Senator nach Treffen mit 17-jährigem Callboy angeklagt
Ralph Shortey, Unterstützer von Trump und "Familienwerten", war von der Polizei mit dem Jugendlichen in einem Motelzimmer aufgefunden worden.

Der Senator hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert
- 17. März 2017, 02:29h 3 Min.
Einem republikanischen Mitglied des Senats von Oklahoma wird ein Treffen mit einem 17-Jährigen zum mutmaßlich bezahlten Sex zum Verhängnis: Nach mehreren Tagen Ermittlungen ist Ralph Shortey am Donnerstag wegen mehrerer Strafrechtsparagrafen zur Prostitution angeklagt worden.
Der 35-Jährige, mit einer Frau verheiratet und Vater von mehreren Kindern, gilt als Vertreter von "Familienwerten" und war im Präsidentschaftsvorwahlkampf der Republikaner der regionale Kampagnenmanager für den jetzigen US-Präsidenten Donald Trump. Der Politiker war in der Nacht zum letzten Donnerstag im Motel "Super 8" in der Kleinstadt Moore in einem Zimmer mit dem Jugendlichen aufgefunden und vorläufig festgenommen worden.
Nach Auswertung der elektronischen Kommunikation des Politikers mit dem jungen Mann lauten die Vorwürfe auf Ansprechen eines Minderjährigen zwecks Prostitution, auf den Transport einer Person zur Prostitution sowie Prostitution im Umkreis von 1.000 Fuß (rund 300 Meter) einer Kirche.
Während das Schutzalter für Sex in Oklahoma bei 16 Jahren liegt, spielt bei diesen Fragen die reguläre Definition von Erwachsenen ab 18 Jahren eine Rolle. Gegen den Politiker, der sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen äußerte, wurde ein Haftbefehl erlassen.
Kontakt über Craigslist
Den umfangreichen Medienberichten zufolge war die Polizei von der Familie des jungen Mannes zu dem Motel gerufen worden. Sowohl seine Freundin als auch seine Eltern sorgten sich demnach um den jungen Mann, der oft wegen Drogengebrauchs auffälig geworden und sich über das Netzwerk Craigslist für sexuelle Dienstleistungen zur Verfügung gestellt haben soll, um Geld für Drogen zu bekommen.
Auch zu Shortey soll der Kontakt über Craigslist zustande gekommen sein. Die Freundin sagte, der 17-Jährige habe ihr gesagt, er werde heute bezahlt werden. Da sie sich Sorgen um eine Drogennutzung gemacht habe, sei sie dem Wagen gefolgt, der ihn abholte und zum Motel fuhr. Dort habe sie den Vater des Jungen angerufen, der die Polizei informierte. In dem Zimmer mit zwei Einzelbetten, das der Senator für eine Nacht gebucht hatte, fanden die Beamten Gleitmittel und Kondome.

Der unspektakuläre Ort des Geschehens
Der Polizeibericht vermerkt zudem einen starken Geruch von Marihuana in dem Motelzimmer, auch wenn keines aufgefunden wurde. Als Senator hatte Shortey ein Gesetz eingebracht, das eine Liberalisierung der Marihuana-Nutzung durch einen Volksentscheid wieder zurückdrehen sollte.
Ansonsten verantwortete Shortey dubiose Gesetzesentwürfe, die es etwa Bürgern erlauben sollten, auf Drohnen zu schießen, oder es verbieten, Föten zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten – die Idee hatte er offenbar aus einem alten Science-Fiction-Film. Er stimmte für einen gescheiterten Versuch, Transsexuellen die Nutzung des zu ihnen passenden Klos zu verbieten.
Der Senat hatte am Mittwoch nach Bekanntwerden der Vorwürfe Shortey einstimmig seine Privilegien und Posten in Ausschüssen entzogen; er ist aber noch Senator, bekommt sein Gehalt und kann in dem Parlament abstimmen. Nach der Anklage forderte ihn der stellvertretende Gouverneur Todd Lamb zum Rücktritt auf. (cw)













