Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?28442

Wegfall der Scham

Carolin Emcke: Hass in Deutschland erreicht neue Qualität

Immer mehr Menschen seien geradezu stolz antisemitisch und homophob, beklagte die lesbische Friedenspreisträgerin bei der Lit.Cologne.


Die Autorin Carolin Emcke wurde im Oktober 2016 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)
  • 17. März 2017, 03:58h 42 2 Min.

Für die offen lesbische Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke haben Hass und Extremismus in Deutschland eine neue Qualität erreicht. Dies sagte die 49-Jährige laut einer Zusammenfassung der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung im Rahmen der Lit.Cologne.

"Man kann sagen, dass es immer dieses Sediment von Antisemitismus, Rassismus und Homophobie gab", meinte Emcke. Die Qualität habe sich jedoch verändert. Die Scham sei weggefallen.

Als Beispiel nannte die Autorin Briefe, die sie zu ihren Veröffentlichungen erhalte. Da habe es zwar auch früher unfreundliche Zuschriften gegeben – allerdings in der Regel anonym. Heute würden Namen und Anschrift nicht mehr verheimlicht. Die Absender seien geradezu stolz antisemitisch und homophob, so Emcke. Dies sei ein Symptom für die Veränderung.

Bewegende Rede in der Paulskirche

Carolin Emcke wurde im Oktober vergangenen Jahres mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In ihrer bewegenden Dankesrede ging die Preisträgerin auch auf ihre Homosexualität und die rechtliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen in der Bundesrepublik ein: "Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten oder Kinder adoptieren dürfen wir nicht?"

Parallel zur Buchmesse erschien ihr Buch "Gegen den Hass". Emcke lebt in Berlin mit der Literaturwissenschaftlerin Silvia Fehrmann zusammen. Schlagzeilen machte sie 2014 mit einem Interview, das sie für die "Zeit" mit dem ehemaligen Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger führte und desse Coming-out darstellte.

Auf dem Kölner Literaturfestival Lit.Cologne diskutierte Emcke mit dem schwulen französischen Soziologen Didier Eribon, der in seinem Buch "Rückkehr nach Reims" unter anderem den Aufstieg des Front National analysiert. (cw)

-w-

#1 wiking77
  • 17.03.2017, 06:50h
  • so ein Unsinn. Es gibt auf der Welt wohl kaum noch ein Land, dass so offen und tolerant ist als Deutschland. Wo Leute einen lassen sein Ding zu machen, wenn man ihnen selbst nicht auf die Füße tritt.

    Frau Emcke sollte sich mal die Situation in Osteuropa oder im Nahen Osten ansehen, dann müsste sie mit ihren Anklagen mal ganz kleinlaut werden.
  • Direktlink »
#2 WhateverAnonym
  • 17.03.2017, 07:32h
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • Ist das dein Ernst?!? Deutschland fällt immer mehr zurück und die von dir benannten osteuropäischen Ansichten werden bei uns immer salonfähiger bzw. werden gefördert. Das siehst du mitunter daran, dass Beatrix von Storch liebend gerne Interviews mit russischen Fernsehsendern gibt (wundert mich aber auch nicht, schließlich sind im Banner der AfD nur die Farben der russischen Flagge enthalten).

    Und gerade diese Divergenz in der Bevölkerung Pro-Russisch bzw. Pro-Westlich spaltet gehörig und Randgruppen werden dadurch immer zu den Leidtragenden.

    Und da es nicht nur bei "Das wird man doch mal sagen dürfen" bleibt, sondern eben lautstark auf Kneipenniveau öffentlich gegen Minderheiten gewettert wird und zuweilen auch handgreiflich agiert wird, halte ich die Aussagen von Frau Emcke für wahr.
  • Direktlink »
#3 Nicht wahrAnonym
  • 17.03.2017, 09:07h
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • Sie scheinen überhaupt keinen Schimmer zu haben, was da draußen los ist. Hören oder lesen Sie doch mal, was die AfD, die Reichsbürger, die Pegidatrottel, Old School Society, NPD, Weiber wie Kelle, Beverfoerde, Kuby, etc. von sich geben.
  • Direktlink »