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Gegenentwurf zum Rosa Winkel
Trauer um den Erfinder der Regenbogenfahne
Der schwule US-Künstler und Aktivist Gilbert Baker schuf 1978 das Symbol der weltweiten LGBTI-Bewegung, Am Donnerstag ist er im Alter von 65 Jahren gestorben.

Gilber Baker mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama 2016 bei einem LGBTI-Empfang im Weißen Haus (Bild: White House / Amanda Lucidon)
- 1. April 2017, 06:35h 2 Min.
Der Designer der weltweit für die LGBTI-Bewegung stehenden Regenbogenflagge ist tot. Der amerikanische Künstler Gilbert Baker starb nach Angaben des "San Francico Chronicle" am Donnerstagabend im Schlaf in seiner Wohnung in New York. Er wurde 65 Jahre alt.
Bakers Begegnung mit Harvey Milk, dem offen schwulen Stadtrat in San Francisco, veränderte in den Siebzigerjahren sein Leben. Er wurde ein Aktivist der neuen Schwulenbewegung und verbrachte Nächte damit, immer wieder andere Protestbanner für Demonstrationen zu entwerfen. Nachdem 1977 die alljährliche "Gay Freedom Day Parade" in San Francisco 300.000 Menschen mit dem Aufruf vereinte, sich zu wehren, machte sich Baker an den Entwurf der Regenbogenflagge. Er wollte ein gemeinsames Symbol schaffen.
"Von der Seele unserer Leute"
Lange Zeit galt ein rosa Dreieck als Erkennungszeichen für die Homobewegung. Dem nationalsozialistischen Rosa Winkel für schwule KZ-Häftlinge nachempfunden, verband man damit eher Unterdrückung. Dem setzte der Aktivist und Künstler Gilbert Baker den Regenbogen entgegen. In einem späteren Artikel für das "SF Pride Magazine" schrieb er dazu: "Einige sagen, Hitler entwarf ihn [den Rosa Winkel; d. Red.], um Homosexuelle zu identifizieren und zu stigmatisieren, genauso wie der gelbe Davids-Stern gegen die Juden benutzt wurde. Die Regenbogenfahne kommt von der Seele unserer Leute. Sie zelebriert unsere Verschiedenheit und proklamiert unsere Macht und den Bund mit der Natur."
1978 konnte Gilber Baker zusammen mit Freunden erstmals selbst gefärbte und genähte Regenbogenflaggen hissen. Damals zeigten sie noch acht Farben: Pink, Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Lila. In der gleichen Reihenfolge standen die Farben für Sexualität, Leben, Heilung, Sonne, Natur, Kunst, Harmonie und den Geist.
Aus acht Farben wurden erst sieben, dann sechs
Die "Paramount Flag Company" fertigte die Flagge, musste aber auf eine Farbe verzichten, da sich das von Baker selbst entworfene Pink nicht industriell herstellen ließ. Dem schwulen Sinn für Symmetrie fiel Indigoblau zum Opfer: als Milk 1978 erschossen worden war, wollte man mit den Streifen der Flagge bei der Parade im Jahr 1979 farbenfroh demonstrieren. Sieben Farben ließen sich allerdings nicht gleichmäßig auf die beiden Seiten der Market Street verteilen. Seitdem besteht die sechsfarbige Fahne, wie wir sie heute kennen.
"Regenbogen schluchzen. Unsere Welt ist sehr viel weniger bunt ohne dich, meine Liebe", kommentierte der Regisseur und Autor Dustin Lance Black den Tod Bakers auf Twitter. (cw/dj)
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