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Meinungsforschung
Neue Emnid-Umfrage: 75 Prozent der Deutschen für Ehe für alle
Drei von vier Wählern sprechen sich für die volle rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare aus.

Keine Sommerhochzeiten in Deutschland: Während sich die Bevölkerung eine Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen wünscht, setzt die Union auf Diskriminierung
- 2. April 2017, 06:03h 2 Min.
Auch die jüngste repräsentative Meinungsumfrage zur Ehe für alle ist eine deutliche Klatsche für die Bundesregierung. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Emnid-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" sprechen sich 75 Prozent der Deutschen für die rechtliche Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren im Eherecht aus.
20 Prozent der Befragten lehnten laut Emnid eine Gleichbehandlung ab. Die übrigen fünf Prozent machten keine Angaben.
Seit Jahren gibt es in den Meinungsumfragen aller deutschen Institute eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Ehe für alle (queer.de berichtete). Bei einer im Januar vorgestellten Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sprachen sich sogar 82,6 Prozent der Bevölkerung für ein Ende des Eheverbots für homosexuelle Paare aus (queer.de berichtete).
Auch im Bundestag gibt es seit Jahren den Parteiprogrammen nach eine Mehrheit für die Ehe für alle. Die Union als größte Regierungspartei ist aber gegen die Gleichstellung und blockiert bislang auch eine freie Abstimmung. Bei den Koalitionsverhandlungen 2013 setze die SPD die Ehe für alle nicht durch, Anträge der Oppositionsparteien vertagte die große Koalition in den letzten Jahren von Sitzung zu Sitzung im Rechtsausschuss.
Zuletzt hatte die SPD allerdings mit dem Vorschlag eines eigenen Gesetzentwurfs zur Ehe-Öffnung Schlagzeilen gemacht, den die Partei zusammen mit der Union einbringen wolle. Beim Koalitionsgipfel in der vergangenen Woche hatte die Union diesen späten Vorstoß zur Eheöffnung allerdings zurückgewiesen (queer.de berichtete). Fraktionschef Volker Kauder hatte sich bereits im Vorfeld des Treffens kategorisch gegen einen entsprechenden Schritt ausgesprochen, der von vielen Unions-Abgeordneten als Wahlkampfmanöver kritisiert wurde. (mize)















Wenn die Union die rechtliche Diskriminierung homosexueller Menschen aufrechterhalten will, dann hilft die SPD der Union dabei die Diskriminierung aufrechtzuerhalten und blockiert in den Ausschüssen sowie im Plenum des Bundestages die Eheöffnung.
Im September ist Bundestagswahl.
Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren die SPD zu wählen, weil der SPD die Erfüllung des Diskriminierungswunsches der Union wichtiger ist als die Einhaltung des Gleichheitsartikels 3 im Grundgesetz.