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"Wir schließen niemanden aus"

Seyran Ateş gründet LGBTI-freundliche Moschee in Berlin

In der deutschen Hauptstadt wird im Juni eine liberale Moschee die Türen öffnen, in der sich auch Schwule, Lesben und Transsexuelle zu Hause fühlen können.


Seyran Ateş ist in politischen TV-Sendungen eine gern gesehene Expertin (Bild: phoenix)

  • 7. April 2017, 12:29h 112 3 Min.

Die Berliner Rechtsanwältin Seyran Ateş hat in einem Interview mit der "taz" angekündigt, im Sommer eine Moscheegemeinde zu eröffnen, die offen für alle ist. "Am 16. Juni wird das erste Freitagsgebet in der Gemeinde stattfinden, die Ibn Rushd-Goethe Moschee gGmbH heißen wird", so Ateş. Als Namenpatron wählte Ateş mit Idn Rushd einen andalusischen Philosophen und Islamgelehrten des 12. Jahrhunderts sowie Johan Wolfgang von Goethe, den die 53-Jährige in der Vergangenheit als einen dem Islam zugewandten Dichter bezeichnet hatte.

Ziel der Moscheegründung sei, einen "religiösen Raum für Muslime" zu schaffen, "die sich aufgrund ihrer liberalen und modernen Lebensweise in den existierenden Moscheen nicht heimisch und angenommen fühlen", sagte die in Istanbul geborene Berlinerin der "taz". Außerdem soll das Gotteshaus den Dialog mit anderen Religionen und Atheisten fördern.

"Moderne, liberale Muslime" müssen endlich sichtbar werden

Ateş erklärte ausdrücklich, dass zu den geschlechtergemischten Gottendiensten auch muslimische LGBTI willkommen seien: "Da schließen wir niemanden aus. Wir sind Sunniten, Schiiten und Aleviten, bei uns sind auch alle geschlechtlichen Identitäten willkommen. Es gibt ja viele Schwule und Lesben, die in die Moschee gehen und den Islam verstehen wollen. Die haben bis heute keinen Ort dafür."

Sie setze sich dafür ein, dass "moderne, liberale Muslime" endlich sichtbar werden. Gleichzeitig wehrte sie sich gegen Vorwürfe, keine echte Muslimin zu sein: "Ich sage immer, dass ich gläubig bin, und irgendwann möchte ich auch Imamin, also Vorbeterin werden."

Freilich sieht sie auch die Gefahren: Konservative Muslime würden schon lange gegen sie hetzen. "Man hat mich als Häretikerin bezeichnet", so Ateş. Ihr Motto laute aber: "Habe den Mut, Angst zu haben". Über die Sicherheit der Moschee werde sie noch mit dem LKA Gespräche führen.

Ateş kennt Angst und Einschüchterungsversuche aus eigener Erfahrung: 1984 erschoss ein Attentäter während einer Beratung in Berlin eine türkische Klientin und verletzte Ateş lebensgefährlich. Der mutmaßliche Täter, ein Extremist der nationalistischen türkischen Rechtsextremistengruppe "Graue Wölfe", wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Später engagierte sich Ateş für die Integration von Migranten sowie gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde. Wegen Drohungen und Übergriffen gab sie 2006 vorübergehend ihre Anwaltszulassung zurück.

In ihrem Buch "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" kritisierte Ateş unter anderem die Geschlechtertrennung und die Verteufelung von Homosexualität unter vielen Muslimen. Für ihr Engagement wurde sie 2012 mit dem "Respektpreis" des Berliner Bündnisses gegen Homophobie ausgezeichnet (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 BuntUndSchönAnonym
  • 07.04.2017, 14:38h
  • Juuuuuuhuuuuuu :-)

    Und wo sonst noch öffnen sich die Türen?

    © by AllesIstMöglichAb2017
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#2 Sven100Anonym
#3 Pascal GoskerAnonym
  • 07.04.2017, 16:53h
  • Die können sich noch so angeblich offen und tolerant zeigen: Fakt ist, dass JEDE Religion im Kern auf Unterdrückung und Hass basiert.

    Jede Religion vernebelt den Verstand und vergiftet die Herzen mit Hass.

    Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit.
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