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Kommentare zu:
Bochum: Mehrere Männer beim Online-Dating ausgeraubt


#1 saltgay_nlProfil
  • 10.04.2017, 11:47hZutphen
  • Das passt eigentlich ganz gut zu gewissen Anzeigen der website: www.boytrap2...
    Nachforschungen haben ergeben, dass es sich oft um Inserenten handelt, die bewusst als Jugendliche auftreten um ältere Schwule anzubaggern, die für ein Date auch weite Strecken fahren. Dafür liegen Beweise vor aus den in dem Artikel beschriebenen Regionen. Gleichzeitig handelt es sich um eine Klientel, die dafür das nötige Kleingeld besitzt. Ein Hartz IV Empfänger dürfte kaum das Geld für ein Tagesticket des VRR dafür übrig haben.

    Zum 1.April veröffentlichte der niederländische "de Gelderlander" einen Artikel, wo junge Erwachsene aus dem "Bibel-Gürtel" einen 15jährigen als Lockvogel im Internet benutzen. Wer anbeißt und zu einem Date kommt, wird mit der Videokamera bei der Konfrontation gefilmt und anschließend findet er sich auf einem Youtubekanal wieder. Die Polizei bedauerte, dass sie leider nicht diese Möglichkeiten hätte. Dafür lobte sie das Verhalten der jungen Erwachsenen und wies auf die Gefährlichkeit dieses Tuns hin.

    Geht man davon aus, dass es sich nicht um einen Aprilscherz handelt, liegt folgender Schluss viel näher: die Gefilmten haben dafür bezahlt, dass sie nicht in dem youtubekanal zu sehen sind, während die Geizigen sich dort wiederfinden. Schließlich hat es bereits einige Strafverfahren wegen Erpressung gegeben und in den einschlägen Chatforen wurden auch Warnhinweise veröffentlicht.

    Summa summarum zeigt sich doch an solchen Beispielen, dass sich gegenüber der Situation vor 30 Jahren nichts wesentlich verändert hat. Homosexuelle werden auch heute noch viel häufiger Opfer einer Straftat und durch zukünftige CDU/CSU/AfD-Koalitionen werden sie wieder kriminalisiert und in Verdrehung der Tatsachen zu Tätern.

    Doch in den Niederlanden ist immer noch die Selbsthilfeeinrichtung während der Besetzung durch die Deutschen geläufig: "de Knokploeg". Eine solche schwule Knokploeg, vernetzt im Internet, könnte in der Tat einigen Straftätern es nicht mehr so leicht machen diese Masche durchzuziehen.
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#2 WortwahlAnonym
#3 jochenProfil
  • 10.04.2017, 14:18hmünchen
  • Sich mit einer wildfremden Person , die man im realen Leben noch nie gesehen hat, sich gleich in die eigene Wohnung einzuladen , oder in deren "Wohnung" zu gehen, oder sich an einem abgelegenen Ort treffen, ist immer ein Risiko.

    Man weiss schliesslich nie mit welchen (evtl.) Freak man sich da trifft.

    Sich erstmal auf neutralem Boden , in der Öffentlichkeit zu treffen, kann Risiken minimieren.
    Wer darauf nicht eingeht, ist es vielleicht auch nicht wert, dass man sich mit ihm trifft.
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#4 markusbln11Anonym
  • 10.04.2017, 16:30h
  • Nun, da wimmelts nur so vor wundersamen sachverhalten und begrifflichkeiten bei der nrw-polizei.

    - nafris
    - homosexuellen-milieu
    - hiv-register

    Auch ein thema der innenverwaltung des landes, die polizeisprache und -verwaltung zu modernisieren.
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#5 OrthogonalfrontAnonym
#6 niccinicciAnonym
  • 10.04.2017, 18:25h
  • das ist so typisch politisch überkorrekt. wie sollen die es denn nennen? schwulenszene ist doch das gleiche. sowas kann echt nur von den splitterparteien grüne und linken kommen. lächerlich und nicht ernst zu nehmen. ich finde keine diskriminierung in dem begriff. naja, wer sonst keine problemchen hat, denkt darüber nach!
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#7 Beo BachterAnonym
  • 10.04.2017, 18:32h
  • Jetzt bleibt mal auf dem Teppich, das ist bestimmt nicht böse gemeint.Aber klar, dass die Empörungs-Berufstucken zwischen den heutigen Saunabesuchen was zum Aufregen brauchen!
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#8 MarcAnonym
  • 10.04.2017, 19:19h
  • Das angepasste Schrankschwesternmilieu in seinem reflexhaften Linken- und Selbsthass mag kein Problem mit der Bezeichnung haben. Diffamierend, inhaltlich falsch und sprachlich komplett unsinnig bleibt er trotzdem, das wurde hinreichend ausgeführt. Gut, dass (in diesem Fall durch die Linke) lautstark darauf hingewiesen wird. Aber ob die Bochumer Hinterwäldler daraus lernen...?
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#9 BuntUndSchönAnonym
  • 10.04.2017, 20:00h
  • Antwort auf #6 von niccinicci
  • So wie es im Artikel genannt wird: dass ein schwuler oder mehrere ausgeraubt wurden. Da es wohl um Hass gegenüber Homosexuelle ging, ist es wichtig zu nennen, dass die Opfer schwul sind.

    Das Wort Milieu ist völlig unangebracht, auch wenn es dich nicht stört. Es ist sowieso schon viel Ablehnung und Hass in der Gesellschaft. Das Wort Milieu sorgt nur für weitere Vorurteile.
    Es geht also darum, wie die Gesellschaft uns sieht, und das ist nicht egal.
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#10 OutAndProud
  • 10.04.2017, 21:18h
  • Es ist immer der gleiche Dreisprung: Erst kommen die Gedanken, danach das Wort und schließlich die Tat. Das bedeutet das man spätestens mit Worten sehr vorsichtig umgehen sollte.

    An alle Linken und Grünen Hasser:
    Wer hat sich den in den letzten Jahren der Groko für unsere Rechte stark gemacht ? Die CDU mit Ministern wie Schäuble die von biblischen Zeiten träumen?
    Die SPD für die wir nur interessant sind wenn gerade mal wieder Wahlkampf ist?
    Die AFD etwa, die fast an ihrer Gender-Angst erstickt?
    Erst denken dann posten
    Glückauf !
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#11 Homonklin44Profil
  • 11.04.2017, 10:03hTauroa Point
  • Man könnte auch einfach mal der Polizei dankbar dafür sein, diese Bande dingfest gemacht zu haben, anstatt sich an der Sprachverhunzung aus dem "Blaulicht-Milieu" abzureagieren.

    Dieses sich Empören über die Verwendung irgendwelcher Jargonbegriffe hat doch was von Jammern auf noblem Niveau Die machen sich die Arbeit und schnappen diese gewalttätigen Tätertypen und man 'belohnt' sie mit Kritik an der Wortwahl.
    Verhältnismaß?
    Ist zwar der Job der Polizei und ja, einige Jargonbegriffe klingen saudämlich aus der Sicht vom Etymologen-Milieu.

    So viel wie ansonsten so Verdachte bestehen, dass man sich Straftaten, die gegen LGBTIQ begangen werden, nicht genügend annehmen würde, kann man hier den Polizisten auch mal ein Lob gönnen.
    Wenn man sich dadurch zur politisch einsortierten Schrankschwester für irgendwen macht, dann sei's drum ;o)

    Wie man sich mit irgendwelchen Typen auf ein Treffen verabreden kann, mit denen man noch nicht mal ein halbes Jahr lang schriftlichen Austausch hatte, verstehe ich nicht so wirklich. Vielleicht trifft sowas die Schnellkontakter oder Anspruchslose. Davor, Opfer von Raubüberfall zu werden, ist man natürlich auch als vorsichtiger Mensch im allgemeinen Gesellschaftzs-Milieu nicht gefeit.
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#12 OutAndProud
  • 11.04.2017, 13:08h
  • Für meinen Geschmack werden hier verschiedene Aspekte der Geschichte durcheinander geworfen.
    1. Man kann der Polizei dankbar sein und trotzdem die Wortwahl kritisieren.
    2. zu sagen, die Opfer sind selbst schuld finde ich eine Verhöhnung eben Dieser.
    Wenn eine Frau einen Minirock trägt und vergewaltigt wird - selbst Schuld ?
    Wenn jemand mit einem Regenbogensticker durch die Stadt läuft und von Nazis verprügelt wird - selbst Schuld ?
    Ich jedenfalls bin vor 25 Jahren nicht aus dem "Schrank" gekommen um mich jetzt wo die Zeiten rauer werden wieder darin zu verkriechen
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#13 BlaumieAnonym
  • 11.04.2017, 20:38h
  • Das "Blaulicht-Milieu" ist eine prima Formulierung und bringt das Sprach- und Ausdrucksproblem nachfühlbar auf den Punkt.
    "Was DIE wieder so empfindlich sind" - "Ja, ist klar!"
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#14 orchidellaProfil
  • 11.04.2017, 20:46hPaderborn
  • Leider unterschlagen: in der PM der Polizei Bochum heißt es wortwörtlich:

    Mögliche weitere Opfer, die sich noch nicht "geoutet" haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

    Das Verb (sich) outen hat einen semantischen Kern, den selbst ein lokaler Polizeisprecher kennen sollte, nämlich die öffentliche Bekanntgabe einer personenbezogenen Tatsache, die als anstößig empfunden werden kann (z.B. sich als Alkoholiker outen) und deshalb üblicherweise verschwiegen wird.

    Ich frage mich hier: mit welcher Berechtigung wird hier eine Straftat anzeigen mit sich outen (=sich öffentlich bekennen) gleichgesetzt? Muss es dem Anzeigeerstatter etwa peinlich sein, einer solchen Straftat zum Opfer gefallen zu sein?

    Insgesamt fühlt man sich in die unseligen Zeiten zurückversetzt, als den sensationsgeilen Spießerzuschauern von Aktenzeichen XY ungelöst regelmäßig wohlige Schauer des Entsetzens über den Rücken liefen, sobald Ede Zimmermann etwas über Morde im Homomilieu zu faseln begann, wann immer ein unverheirateter Mann blutüberströmt in seiner Wohnung aufgefunden wurde.
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#15 Patroklos
  • 11.04.2017, 21:19h
  • Hoffentlich melden sich noch weitere Opfer, die den Betrügern auf den Leim gingen, damit diese ihre gerechte Strafe bekommen!
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#16 Frank1966Anonym
  • 11.04.2017, 22:27h
  • Antwort auf #14 von orchidella
  • In der Pressemitteilung der LINKEN wird diese Formulierung vom Outing auch kritisiert:

    "Vollkommen inakzeptabel ist zudem die Formulierung, mit der weitere Opfer aufgefordert werden, sich zu melden. Wörtlich schreibt die Bochumer Polizei: Mögliche weitere Opfer, die sich noch nicht geoutet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Damit wird suggeriert, eine Strafanzeige bei der Polizei sei mit einem öffentlichen Outing als schwule Mann verbunden. Das ist verheerend für die vollständige Aufklärung der Raubserie, weil den Opfern vermittelt wird, dass ihre Privatsphäre durch die Polizei nicht geschützt, sondern verletzt wird. Einen Hinweis auf Vertraulichkeit enthält die Pressemitteilung nicht."

    Komplett hier:
    www.prigge.nrw/2017/04/10/nrw-blaulicht-milieu-muss-diskrimi
    nierung-schwuler-maenner-beenden/
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#17 orchidellaProfil
#18 schwarzerkaterEhemaliges Profil
#19 Homonklin44Profil
  • 14.04.2017, 12:09hTauroa Point
  • Antwort auf #18 von schwarzerkater
  • Das Wort Milieu bedeutet zunächst einmal "Mitte eines Ortes" in etwa, Lebensbedingungen, Umfeld, Wirkungskreis.

    dass man in dem Umfeld oder an Orten, an denen sich Homosexuelle bewegen, etwas Kriminelles vorhat oder durchführt, stellt eine Zusatz-Besetzung des Begriffs dar, ähnlich wie das "Rotlicht-Milieu" mit Schmuddelkram und Scvhattenwirtschaft bestellt wird.

    Das Homosexuellen-Milieu, damit ist wohl die Gesellschaft gemeint. Denn in der Gesellschaft bewegen sich Homosexuelle, hier kommen sie vor.

    Man könnte stattdessen auch in der "schwulen Sub(kultur)" schreiben oder noch neue Begriffe prägen. Bei welchem Begriff fühlen sich die Überempfindlichen am wenigsten gereizt?
    Ich schätze nicht, dass die Polizei ihren Jargon so überarbeiten wird, dass er zwar möglichst vielen Leuten gefällt, für sie intern aber umständlich oder nutzlos wird. Sprache ändert sich immer wieder. Anstatt sich an einem Wort zu empören, sollte man froh sein, dass das Blaulicht-Milieu unsere Belange endlich ernstzunehmen beginnt.
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