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Folter

Indonesien: Zwei mutmaßlichen Schwulen droht Auspeitschung

Eine Provinz will offenbar erstmals ihr Foltergesetz gegen Männer anwenden, denen Homosexualität vorgeworfen wird.


Die brutale Folterstrafe wird meist in der Öffentlichkeit ausgeführt

  • 10. April 2017, 16:07h 41 2 Min.

In der indonesischen Provinz Aceh droht zwei Männern die Auspeitschung wegen Homosexualität. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Beamte vor Ort. Sollte es zu einer Verurteilung der Männer kommen, wäre dies die erste bekannt gewordene Auspeitschung, seitdem Homosexualität im Jahr 2015 in der konservativen Provinz verboten wurde (queer.de berichtete).

Bei den Männern soll es sich um einen 20- und einen 23-Jährigen handeln, die in der Hauptstadt Banda Aceh wohnen. Sie sollen von einer Gruppe von Homo-Gegnern, die in ihre Wohnung eingedrungen sind, im Bett erwischt worden sein. Im Internet ist ein verwackeltes Video veröffentlicht worden, das die beiden verzweifelten "Täter" zeigen soll.

Laut der Scharia-Polizei hätten die beiden Männer zugegeben, in einer Beziehung gewesen zu sein. Sie hätten insgesamt drei Mal Sex miteinander gehabt.

Bürgerrechtsaktivisten zeigten sich empört über das Vorgehen der Behörden. So erklärte Phelim Kine von der Organisation "Human Rights Watch": "Diese Männer wurden in ihrer Privatsphäre auf angsteinflößende und erniedrigende Art verletzt. Jetzt droht ihnen eine öffentliche Folter für die 'Straftat' ihrer angeblichen sexuellen Orientierung."

Eigentlich ist Homosexualität in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, nicht verboten. Die nach Unabhängigkeit strebende Provinz Aceh hat allerdings das Recht, Sondergesetze zu erlassen. Das Homo-Verbot ist Teil eines regionalen Scharia-Gesetzes, das nur für indonesische und ausländische Muslime gilt. Es sieht 100 Peitschenhiebe für Analverkehr unter Männern vor. Auch Frauen, die "Körperteile zur sexuellen Stimulation aneinander reiben", droht laut Gesetz diese Folterstrafe, die in der Öffentlichkeit ausgeführt wird.

Nicht nur in Aceh, in ganz Indonesien verschlechtert sich laut Menschenrechtlern die Situation von LGBTI massiv (queer.de berichtete). Im Januar kritisierte das Europaparlament die "wachsende Intoleranz gegenüber ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten in Indonesien" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 BuntUndSchönAnonym
  • 10.04.2017, 20:26h
  • Oh mein Gott!!
    Das ist sowas von menschenverachtend, dass es nicht mehr in Worte zu fassen ist. Die zwei tun mir so unendlich leid! Was haben sie schon getan? Sie lieben sich. Wer kann das schon verurteilen??
    Diejenigen, die diese Strafe verhängen und die, die sie umsetzen werden, haben möglicherweise Familie zuhause!
    Was ist das denn für ein Ungleichgewicht!

    Erst Tschetschenien mit dem Massaker und nun kommt Indonesien mit der Homofeindlichkeit! Mein Gott: können Menschen eigentlich noch denken und lernen??
    Es heißt doch: die braune Zeit darf sich nicht wiederholen.
    Aber bei der LSBTTIQ kann man eine Ausnahme machen?? Das ist eine rhetorische Frage! Eine Frage an alle Staaten und Regierungen!

    Wiedermal wird es überdeutlich wie wichtig die Gesetze sind! Gleichstellung hat seinen Grund und seine Berechtigung. Wenn ein Teil der Menschheit geschützt ist, dann müssen ALLE geschützt sein!!

    Intoleranz hat noch niemandem gut getan. Es hat zur Folge, dass noch viel mehr Menschen flüchten werden. Und zwar in Länder, wo Homosexualität nicht unter Strafe steht.

    Jetzt mal ehrlich: macht denn das Sinn??
    Gewalt umzusetzen, wo es nichts bringt. Übrigens ist Gewalt grundsätzlich abzulehnen! Was nutzt diese Strafe denn? Gar nichts. Es wird immer Homosexuelle geben, weil es NATÜRLICH ist!
    Wissen diese gehirnlosen Homophob-Gewalttätigen eigentlich, was sie bei sich selbst anrichten?? Was sie dem Land antun? Was sie den Angehörigen antun?

    Ne, echt - es wird Zeit, dass Amnesty International and Human Rights Watch durchgreift und dieser diskriminierenden Gewalt ein Ende setzt.
    Es gibt noch gesetzgebende Ebenen überhalb von Staaten und Ländern! Die müssen nun aktiv werden und zeigen, dass sie aus gutem Grund entstanden sind!!
    Oder dienen die auch nur der Ästhetik??

    © von einer, die es nicht fassen kann!
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#2 SebiAnonym
  • 10.04.2017, 20:29h
  • Wie kann man nur so pervers sein?!

    Und in dieses Land reisen auch noch Touristen...
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#3 BuntUndSchönAnonym
  • 10.04.2017, 20:48h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Der Tourismus wird nachlassen. Vielleicht nicht sofort, auf lange Sicht aber schon.

    Und ich weiß genau, wohin ich NIEMALS reisen werde!!
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