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Minderjährige Sexarbeiter in Bangkok

Mit zehn Jahren auf dem schwulen Straßenstrich

Im Bruno Gmünder Verlag ist mit Ohm Phanphirojs "Underage" der wohl schockierendste wie umstrittenste Bildband des Jahres erschienen.


Die Kunden sind zumeist thailändische Männer: Der 16-Jährige Oat geht – wie Hunderte andere männliche Jugendliche in Bangkok – auf der Straße anschaffen, um zu überleben (Bild: Ohm Phanphiroj)
  • 15. April 2017, 04:56h 137 2 Min.

Oat ist 16 Jahre alt. Erst seit vier Tagen geht er auf dem Bangkoker Straßenstrich anschaffen, ein Kumpel hat ihn auf die Idee gebracht. Drei Freier hat der junge Hetero bereits gehabt. Oats Eltern sind geschieden, er lebt zusammen mit seinen beiden Geschwistern bei der Mutter, einer Fleischerin, das Geld ist immer knapp. Sein Traum ist eine Karriere bei der Luftwaffe.

Schockierende menschliche Schicksale, festgehalten mit der Digitalkamera und versehen mit knappen Angaben zur Person: Dutzende minderjährige männliche Sexarbeiter hat Ohm Phanphiroj auf den Straßen der thailändischen Hauptstadt Bangkok fotografiert, der jüngste gerade einmal zehn Jahre alt. Seine inszenierte Dokumentation "Underage" ging in den vergangenen Jahren als Fotoausstellung um die Welt und heimste mehrere Preise ein – nun ist sie im Berliner Bruno Gmünder Verlag auch als Bildband (Amazon-Affiliate-Link ) erschienen.

Brisante Dokumentation eines Modejournalisten


Der Bildband "Underage" ist Anfang April im Berliner Bruno Gmünder Verlag erschienen

Der schwule US-Bürger Ohm Phanphiroj, der sich als Kunst- und Modefotograf einen Namen machte und zuvor mehrere homo­erotische Fotobücher wie "The Space Between Us" veröffentlicht hat, wurde in seiner Geburtsstadt Bangkok für sein Stricher-Projekt hart angegriffen. Die einen warfen ihm vor, dem Ansehen Thailands zu schaden und das Klischee des "Kinderschänder-Paradieses" zu bedienen – dabei sind die Kunden der porträtierten Jungs zumeist keine ausländischen Touristen, sondern Thais. Die anderen kritisierten, dass Ohm das Elend der minderjährigen Sexarbeiter ebenso ausgenutzt habe wie die Freier, allein für seinen Ruhm und unter Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte.

In der Tat ist die Präsentation grenzwertig: Zwischen 100 und 500 Baht (das sind umgerechnet rund 2,70 bis 13,50 Euro) zahlte der Fotograf den Jugendlichen, damit sie für ihn mit nacktem Oberkörper posieren. Sonst hätten sie es nicht gemacht. "Ich habe sie die Shirts ausziehen lassen, weil ich das Publikum mit der Realität konfrontieren wollten, wer sie sind", erklärte Ohm Phanphiroj gegenüber queer.de: "Es war nicht meine Absicht zu verherrlichen, aber meine jahrelange Arbeit als Modefotograf hat sicher eine Rolle bei der Art der Präsentation gespielt."

Die inszenierten Bilder der minderjährigen Sexarbeiter entstanden bereits um das Jahr 2010 herum, auf dem Bangkoker Straßenstrich gibt es längst neue Gesichter. An ihrer Situation hat auch die Dokumentation nichts verändern können. (mize)

Vimeo / Ohm Phanphiroj | Im Rahmen seines Projekts "Underage" hat Ohm Phanphiroj auch einen gleichnamigen Film produziert
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Infos zum Buch

Ohm Phanphiroj: Underage. Bildband. Text in englischer Sprache. Hardcover. Format: 27,0 x 28,5 cm. 112 Seiten. Bruno Gmünder Verlag. Berlin 2017. 69,99 €. ISBN: 978-3-95985-250-0

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Galerie:
Underage Prostitutes
14 Bilder
-w-

#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 15.04.2017, 10:40h
  • Ich mag solche Berichte in queeren Medien nicht, weil sie Homosexualität und Pädophilie auf unglückliche Weise mit einander vermischen.
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#2 herve64Ehemaliges Profil
  • 15.04.2017, 10:44h
  • Gab es nicht unlängst hier eine Meldung, wonach Bruno Gmünder I:nsolvenz angemeldet habe? Dann wndert es mich, dass der Verlag überhaupt noch großartig publizieren darf.

    Im Übrigen teile ich die Meinung meines vorhergehenden Kommentatoren.
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#3 Sukram712Anonym
  • 15.04.2017, 11:04h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Pedopilie ist, wenn man auf Kinder vor der Pubertät steht. Also wenn unten rum noch nichts funktioniert. Das ist selten.

    16-jährige hübsch und sexy zu finden, kommt dagegen relativ häufig vor. Da muss man an das Verantwortungs-Bewustsein appellieren.

    Und das macht dieses Fotobuch auch so grenzwertig. Vordergründig wird sich distanziert und die Verhältnisse werden beklagt, in Wahrheit sitzen aber alle sabbernd davor. ...
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