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Mehr Impfungen empfohlen

Berlin: "Außergewöhnlicher" Hepatitis-A-Ausbruch unter Schwulen

Männern, die Sex mit Männern haben, wird empfohlen, sich gegen Hepatitis impfen zu lassen.


Eine Impfung ist in Deutschland für Männer, die Sex mit Männern haben, kostenlos. (Bild: Naval Surface Warriors / flickr)

  • 18. April 2017, 12:25h 15 2 Min.

Aus Berlin wird seit Mitte November eine akut angestiegene Zahl von Hepatitis-A-Fällen unter Männern, die Sex mit Männern haben, gemeldet. Es seien nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von November bis März 80 neue Fälle gemeldet worden, weit mehr als üblich. Dieser Ausbruch sei nach Angaben von RKI-HIV-Expertin Viviane Bremer "sehr außergewöhnlich". Bei einem Drittel der neuen Fälle seien HIV-Positive betroffen.

Laut RKI sei ein Grund für den Ausbruch laut bisherigen Untersuchungen, dass die bei schwulen und bisexuellen Männern empfohlene Hepatitis-A-Impfung noch nicht ausreichend umgesetzt wurde und Impflücken bestünden. Das Institut richtete daher bereits einen Appell an Ärzte: "Um den Ausbruch bald zu beenden, bitten wir die Berliner Ärzte, bei Personen mit sexuellen Risiken den Impfstatus zu überprüfen und ggf. eine Hepatitis-A-Impfung durchzuführen."

Europaweiter Ausbruch

Das Problem ist dabei nicht nur auf Berlin begrenzt, wie das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bereits im Februar mitteilte (PDF). Demnach habe offenbar die enge Vernetzung der schwulen (Sex-)Szene national wie international den Ausbruch mit großer Wahrscheinlichkeit begünstigt. Auch das RKI spricht von "epidemiologischem Zusammenhängen zu Fällen in anderen deutschen und europäischen Städten".

Bei Hepatitis A handelt es sich um eine Leberentzündung, die auch als "Reise-Hepatitis" bezeichnet wird. Sie wird insbesondere durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel, aber auch durch Urin oder Kot übertragen – bei Sexspielen wie Rimming ist die Gefahr der Ansteckung daher sehr groß.

Für Männer, die Sex mit Männern haben, ist eine Impfung empfohlen. Diese kann in Kombination mit der Hepatitis-B-Impfung durchgeführt werden – Hepatitis B ist ebenfalls unter Schwulen verbreitet und wird durch Sex übertragen. Die Impfung ist für sexuell aktive Schwule sowie für bisexuelle Männer kostenlos, braucht aber seine Zeit: Zur vollständigen Immunisierung gehören drei Impfungen innerhalb von sechs Monaten.

Eine akute Infektion führt zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber oder Unwohlsein. Mit steigendem Alter steigt das Risiko eines schweren Verlaufs der Krankheit, die aber normalerweise – im Gegensatz zu Hepatitis B und C – von allein rasch abheilt und nie chronisch wird. Dennoch ist die Belastung insbesondere für geschwächte Menschen sehr groß.

Personen mit schwachem Immunsystem sind anfälliger für eine Infektion. Impfungen sind besonders für HIV-Positive empfehlenswert, da Hepatitis eine zusätzliche Belastung der Leber darstellt. (cw)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 18.04.2017, 14:44h
  • Impfungen gegen übertragbare Krankheiten (egal ob sexuell übertragbar oder anders) sind generell immer empfehlenswert.

    Man kann froh sein, dass es wenigstens einige Krankheiten gibt, gegen die man sich impfen lassen kann. Dann sollte man das auch in Anspruch nehmen und nicht aus Bequemlichkeit, unbegründeter Angst, etc. darauf verzichten.

    Würden sich genug Menschen impfen lassen, könnte man manche Krankheiten vielleicht sogar ganz ausrotten. Aber auch für den eigenen Schutz ist es natürlich essentiell...
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#2 marlusbln11Anonym
  • 18.04.2017, 16:01h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Jawoll, so ist's. Sebi hat recht.

    Last euch impfen. Bei hochrisikogruppen trägt das auch die kasse. Man schützt sich und andere damit.

    Lasst uns den arztbesuch das wert sein.
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#3 Mahmoud
  • 18.04.2017, 18:53hDuisburg
  • Antwort auf #2 von marlusbln11
  • Schwule sind keine Hochrisikogruppe.

    Mit dieser Argumentation wird Schwulen heute immer noch das Blutspenden verwehrt.

    Es gibt Risikoverhalten bei bestimmten Erkrankungen, deren Erreger sich ihre Opfer nicht aussuchen. Dieses Verhalten legen sowohl Hetero- wie auch Homosexuelle an den Tag.

    MSN (Men that have Sex with Men) können sowohl Schwule, Heten als auch Bisexuelle sein. Je nach Tageslaune, sozusagen.

    Interessant an den Angaben des Robert-Koch-Instituts ist, dass PrEP (Tenofovir) zwar vor HIV und Hepatis B Übertragungen schützt, anscheinend jedoch nicht vor Hepatitis A.

    Was bedeuten würde, das man bei einem PrEP-bedingten Rückgang der HIV-Neuinfektion vermutlich mit einem Anstieg anderer Infektionserkrankungen rechnen muss.
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