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Forscher raten zur Vorsicht
Studie: Poppers schädigt Augen möglicherweise dauerhaft
Britische Forscher warnen, dass die insbesondere unter Schwulen beliebte Schnüffeldroge schlimme Folgen haben könnte.

Poppers wird in kleinen Fläschchen verkauft. Der Inhalt wird geschnüffelt, um den gewünschten Effekt zu erzielen
- 18. April 2017, 15:18h 3 Min.
Poppers kann zu Sehstörungen führen und das Auge schädigen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der University of Lincoln in Mittelengland, die im Fachmagazin British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde.
Für die Studie wurden zwölf Männer, die regelmäßig die Schnüffeldroge konsumieren, zwischen 2013 und 2016 in einer Augenklinik im südenglischen Schwulenmekka Brighton beobachtet. Alle Probanden berichteten von Sehstörungen, die von Unschärfe bis hin zu Gesichtsfeldausfällen reichten.
In mehreren Tests stellten die Forscher einen zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme von Poppers und den Sehproblemen her. Sie spekulierten, dass manche Arten von Poppers dauerhaft die Sehgrube schädigen, die sich im Zentrum der Makula befindet. Dieser Bereich in der Netzhaut ist für das Scharfsehen wichtig.
Allerdings bleibt sehr viel unklar: Manche Männer hatten nach kurzer Abstinenz sofort wieder ihre volle Sehkraft erreicht, manche aber nicht. Warum, wissen die Forscher bislang nicht. Auch ist offen, warum in manchen Fällen nur ein Auge betroffen gewesen ist.
Grund für Augenprobleme unbekannt
Im Dunkeln bleibt auch, auf welche Art Poppers das Auge schädigt und welcher Inhaltsstoff dafür verantwortlich ist. Die Forschung wird laut den Wissenschaftlern dadurch erschwert, dass seit mehreren Jahren eine neue chemische Poppers-Verbindung der Bestseller in Großbritannien sei: Statt Isobutylnitrit werde heute vor allem Poppers mit Isopropylnitrit verkauft. Manche der Probanden, die schon seit Jahrzehnten die Droge schnüffeln, berichteten, dass sie erst Probleme entwickelten, nachdem sie die Marke gewechselt hatten.
Zu ähnlichen Ergebnissen über die Schädlichkeit von Poppers kam bereits eine britische Studie aus dem Jahr 2012 (queer.de berichtete). Auch damals konnten die Forscher über die Ursachen nur spekulieren. Zum Thema gibt es bislang noch keine große, aussagefähige Untersuchung.
Unter dem Überbegriff Poppers versteht man eine Reihe von Substanzen, die beim Schnüffeln schmerzlindernd und euphorisierend wirken. Weil sie Muskeln entspannen, wird Poppers gerne beim Anal-Sex eingesetzt. Das Mittel gilt als lebensgefährlich, wenn es mit Viagra eingenommen wird, da beide Substanzen den Blutdruck senken und eine kombinierte Anwendung tödlich enden kann. Auch Schnüffeln in Verbindung mit Medikamenten und Drogen erhöht die Gefahr für das Herzkreislaufsystem. Lebensbedrohlich kann auch sein, wenn die stark ätzende Flüssigkeit getrunken wird.
Deutschland und Österreich verbieten Poppers-Verkauf
Im Großbritannien darf Poppers frei verkauft werden. Zwar gab es im vergangenen Jahr innerhalb der konservativen Regierung Bestrebungen, das Mittel zu verbieten. Am Ende wurde der Status quo aber nach heftiger Kritik von Aids-Aktivisten beibehalten (queer.de berichtete).
In Deutschland gilt Poppers als verschreibungspflichtiges Medikament, weil es früher einmal gegen Herzbeschwerden angewandt wurde. Der Besitz ist damit legal, das Mittel darf allerdings nicht verkauft werden. Österreich hat den freien Verkauf 2015 gestoppt (queer.de berichtete). (dk)















Abgesehen davon empfinde ich den Gestank, den es verströmt, extrem widerlich und abtörnend.