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Grünes Wahlversprechen

Cem Özdemir: Keine Koalition ohne Ehe für alle

Der Grünenchef legt die roten Linien seiner Partei fest: Ohne die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht werde die Ökopartei keine Koalition eingehen.


Cem Özdemir verspricht: Wenn die Grünen in die Regierung kommen, wird die Ehe geöffnet (Bild: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen / flickr)
  • 21. April 2017, 11:30h 77 2 Min.

Cem Özdemir, der grüne Bundesparteichef und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, hat gegenüber der Deutschen Presseagentur die Voraussetzungen für eine Koalitionsregierung mit grüner Beteiligung gestellt und dabei auch die Ehe für alle genannt. Mit der Union werde man demnach keinen Koalitionsvertrag unterzeichnen, der die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nicht enthalte, versprach Özdemir. Außerdem werde man einer von Teilen der CDU/CSU geforderten Obergrenze für Flüchtlinge in einer Koalition nie zustimmen.

Der Parteichef ändert damit seine Meinung: Im vergangenen November hatte der 51-jährige Schwabe zur Urwahl der grünen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl in Bezug auf die Ehe-Öffnung noch erklärt: "Ganz unabhängig vom Thema halte ich wenig davon, schon jetzt zu viele rote Linien zu benennen. Denn die reine Lehre lässt sich in einer Koalition nie umsetzen" (queer.de berichtete).

Bedingungen für Koalitionen stellte Özdemir auch an SPD und Linkspartei. So würden die Grünen nicht in eine Regierung mit den Sozialdemokraten gehen, wenn sich diese dem Kohleausstieg verweigern. An die EU-kritische Linke richtete er die Warnung, dass mit den Grünen die "europäische Ausrichtung" nicht infrage gestellt werde.

Grüne schwächeln in Umfragen

Die Grünen befinden sich laut Umfragen derzeit in einer Schwächephase und nähern sich immer mehr der Fünfprozenthürde an. Eine aktuelle Forsa-Umfrage sieht die Ökopartei bundesweit gerade mal bei sechs Prozent. Damit würde es weder für Schwarz-Grün noch für Rot-Grün reichen – selbst Rot-Rot-Grün wäre ohne Mehrheit.

Vor vier Jahren hatte die Partei noch 8,4 Prozent erreicht, was damals als Enttäuschung angesehen wurde. Özdemir will jedoch im Wahlkampf punkten und erklärte im dpa-Gespräch, es sei das Ziel seiner Partei sei, drittstärkste Kraft zu werden.

In ihrem im vergangenen Monat vorgestellten Wahlprogramm haben die Grünen bereits erklärt, dass sie die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben anstreben (queer.de berichtete). In den Papier wurde das Thema aber nicht ausdrücklich zu einem Ausschlusskriterium für Koalitionen erklärt. (dk)

-w-

#1 SuperAnonym
  • 21.04.2017, 13:53h
  • "Mit der Union werde man demnach keinen Koalitionsvertrag unterzeichnen, der die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nicht enthalte, versprach Özdemir."
    Wenn sich die Grünen auch daran halten, dann ist es super!
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#2 FelixAnonym
  • 21.04.2017, 13:57h
  • Das sind doch mal klare Ansagen...

    Die SPD weigert sich ja bis heute, die Eheöffnung zur Koalitionsbedingung zu machen. Auch Martin Schulz will das bisher nicht ändern.

    Gut, dass die Grünen sich ultimativ festlegen.
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#3 Rosa SoliAnonym
  • 21.04.2017, 14:08h
  • Herr Özdemir hätte fairerweise gleich dazu erklären sollen, dass die Halbwertszeit dieser Aussage spätestens am 24. September 2017 endet.

    Für wie blöde halten die mich?
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