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Designierter Heeresminister
Trumps Kandidat über Trans-Rechte: "Das Böse zerquetschen"
Der von Donald Trump für das US-Heeresministerium vorgeschlagene Mark Green gilt zwar seit langem als Frömmler, der nichts von LGBTI-Rechten hält. Neu aufgetauchte Aussagen des Politikers schockieren aber selbst hartgesottene Aktivisten.

LGBTI-Aktivisten fürchten sich um die Sicherheit von schwulen, lesbischen oder transsexuellen Soldaten, sollte Mark Green ihr Chef werden
- 21. April 2017, 12:07h 3 Min.
Der Republikaner Mark Green, der von Donald Trump als Heeresminister nominiert wurde, hat im vergangenen Jahr in einem Interview erklärt, er sehe es als seine Aufgabe als Volksvertreter an, das Böse zu "zerquetschen". Dieses Ziel könne im Kampf gegen Trans-Rechte erreicht werden, den er mit dem Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" verglich.
Die Aussagen fielen in einem bislang obskuren Online-Podcast, über das US-Medien diese Woche berichtet haben. Darin kritisiert Green, dass die "politische Linke" Transsexuellen erlauben wolle, öffentliche Toiletten zu benutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Dies sei frauenfeindlich: "Es gibt Millionen Frauen, die potenziell am posttraumatischen Belastungsstörung leiden, weil sie vergewaltigt worden sind, und sie sitzen jetzt in einer Toilette, in die ein Typ reinläuft", so Green. "Das ist so unsensibel von der politischen Linken, die das für in Ordnung hält".
Daraufhin verwies Green, ein evangelikaler Christ, auf einen Bibel-Vers, der seine politische Arbeit bestimme: "Für mich als Senator liegt meine Verantwortung laut dem Römberbrief 13 darin, eine Umgebung zu schaffen, in der Menschen, die rechtschaffen sind, belohnt werden, und Menschen, die falsche Dinge tun, zerquetscht werden. Das Böse wird zerquetscht", so Green. "Das bedeutet, dass ich Frauen in Toiletten beschütze, und außerdem werde ich unseren Staat davor schützen, wegen eines Flüchtlingsprogramms mit syrischen IS-Kämpfern unterwandert zu werden. Wer gegen mich ist, dem sage ich: Ich bin bereit zu kämpfen!"
GLAAD protestiert gegen Nominierung
LGBTI-Aktivisten erneuerten daraufhin die Kritik an Green: Sarah Kate Ellis, die Chefin der nationalen Organisation GLAAD, erklärte in einer Pressemitteilung, dass die Aussagen Green für den Job des Heeresministers disqualifizieren würden. "Unsere Nation ist dann am stärksten, wenn wir zusammenhalten – und Trans-Menschen 'böse' zu nennen, ist das genaue Gegenteil."
/ glaadArmy Secretary pick Mark Green says LGBTQ people should be “crushed,†just like ISIS. #WeResist https://t.co/UYhpsHXOsO
— GLAAD (@glaad) April 20, 2017
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Green hatte bereits wiederholt gegen LGBTI-Rechte Stimmung gemacht, war aber stets besonders aggressiv, wenn es um Transsexuelle ging. So drohte er während einer Tea-Party-Veranstaltung im vergangenen Jahr der Obama-Regierung sogar mit Waffengewalt, sollten Transsexuelle öffentliche Toiletten aufsuchen dürfen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. "Wir kehren zurück zu den Anfängen unseres Staates, an dem bewaffnete Bürger die Nation verteidigen mussten". Außerdem erklärte er, dass Transsexuelle an einer "Krankheit" litten.
Green muss noch vom US-Senat mit einfacher Mehrheit bestätigt werden. Da Trumps Republikaner in dieser Parlamentskammer eine Mehrheit haben, gilt es als unwahrscheinlich, dass seine Nominierung abgelehnt wird.
Die Nominierung Greens wird von vielen LGBTI-Aktivisten auch deshalb als Schlag ins Gesicht angesehen, weil der letzte Heeresminister Eric Fanning ein offen schwuler Mann war (queer.de berichtete). Seine Nominierung durch Barack Obama war für das US-Militär revolutionär: Bis 2011 galt das "Don't ask, don't tell"-Gesetz, das offen homosexuell lebenden Menschen die Anstellung beim Militär verboten hatte. (dk)















Donald Trump ist nicht nur eine Gefahr für die USA, sondern auch immer mehr für die ganze Welt.