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Studie

Unsichere Hetero-Männer lieben homophobe Witze

Heterosexuelle Männer, die ihre männliche Identität gefährdet sehen, lachen besonders gerne über Witze, die Frauen oder Schwule herabwürdigen.


Schauspieler Tom Cruise wurde nachgesagt, gerne mal homophobe Witze zu reißen (Bild: Gage Skidmore / flickr)

  • 24. April 2017, 11:53h 18 2 Min.

Heterosexuelle Männer lachen oft über Schwulen- oder Frauenwitze, weil sie sich ihrer eigenen Männlichkeit unsicher sind. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung von Dr. Emma O'Connor von der Western Carolina University in den USA.

O'Connor und ihre Kollegen führten zwei Experimente an rund 400 heterosexuellen Männern durch. Diese mussten unter anderem Online-Fragebögen ausfüllen, die ihre Einstellungen gegenüber Frauen und schwulen Männern abfragten. Einigen wurde nach einem angeblichen Persönlichkeitstest attestiert, dass sie eine feminine bzw. maskuline Persönlichkeit hätten. Diese Männer wurden dann befragt, auf welche Witze sie besonders ansprachen und ob sie glaubten, dass ihr Humor etwas über ihre Persönlichkeit aussagt.

Das Ergebnis: Männer, denen eine "feminine" Persönlichkeit attestiert worden war und die sich in ihrer Identität als heterosexuelle Männer bedroht fühlten, fanden besonders Witze amüsant, in denen Schwule oder Frauen abgewerten werden. Diese Unterschiede konnten nicht bei islamophoben oder neutralen Witzen gemessen werden.

Homophobe Witze vermitteln nach Ansicht der Hetero-Männer "männlicheren Eindruck"

"Männer, die Männlichkeit als bedroht ansehen, finden sexistischen oder homophoben Humor lustig, weil sie glauben, dass dies einen richtigen, männlicheren Eindruck von ihnen vermittelt. Es scheint, als ob das Zeigen von Belustigung bei sexisitischen oder homophoben Witzen ihnen die Möglichkeit gibt, sich von Merkmalen zu distanzieren, die sie widerlegen wollen", erklärte O'Connor.

Die Forscherin verwies darauf, dass insbesondere am Arbeitsplatz die Nutzung herabwürdigender Witze als "sichere" Methode angewandt werde, um sich etwa gegen eine weibliche Chefin zu "wehren", die nicht direkt angegriffen werden könne. O'Connor appellierte an Vorgesetzte, gegen derartige abwertende Witze vorzugehen.

Wissenschaftler haben wiederholt davor gewarnt, dass Ausgrenzung gegen Homosexuelle – beginnend in der Schule – zu Depressionen bis hin zum Suizid führen kann. Insbesondere jüngere Schwule und Bi-Männer würden etwa laut einer britischen Studie unter der Diskriminierung leiden (queer.de berichtete).

Das kann auch weitere Effekte mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen haben: So kam eine aktuelle australische Studie zu dem Ergebnis, dass lesbische, schwule und bisexuelle Teenager erheblich weniger an Team-Sport interessiert seien als heterosexuelle Jugendliche – als wahrscheinlichen Grund nannten die Forscher Stigmatisierung (queer.de berichtete).

"Restoring Threatened Masculinity: The Appeal of Sexist and Anti-Gay Humor" von Dr. Emma O'Connor ist im Fachmagazin "Sex Roles" des Springer-International-Verlages veröffentlicht worden. (dk)

#1 wiking77
  • 24.04.2017, 14:02h
  • ... wer hungrig ist, spricht viel vom Brot ....

    Die rabiatesten, fanatischsten und widerlichsten Homophoben ist oft selber homosexuell.

    Ein selbstbewusster Homosexueller, aber auch Heterosexueller ruht in sich und sieht seine männlichkeit eben nicht bedroht; hats also nit notwendig unappetitliche Schwulenwitze zu reissen.
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#2 Janana
  • 24.04.2017, 14:08h
  • Obvious result is obvious!

    War doch schon länger klar. :)
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#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 24.04.2017, 14:37h
  • Antwort auf #2 von Janana
  • Da kann ich mich nur anschließen. Doch wenigstens ist diese Tatsache nun wissenschaftlich untermauert. Das Homophobe nichts weiter sind als persönlichkeitsgestörte Würstchen, die eigentlich schwerstes behandlungswürdig sind, wussten wir natürlich schon laaange!
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