https://queer.de/?28710
"Gay and proud!"
Stabhochsprung-Weltmeister outet sich als schwul
Shawn Barber ist "schwul und stolz", wie der 22-Jährige auf Facebook mitteilte. Dabei war er im vergangenen Jahr noch wegen eines pikanten Internet-Dates mit einer kokainschnupfenden Frau in den Schlagzeilen.

Shawn Barber bedankt sich bei Freunden und seinen Eltern für die Unterstützung (Bild: Facebook / Shawn Barber)
- 25. April 2017, 09:08h 2 Min.
Der kanadische Stabhochspringer Shawn Barber hat sich am Montag via Facebook als schwul geoutet. "Gay and proud! Dank an meine Eltern, weil ihr so eine große Stütze wart", erklärte der Sportler aus Toronto. In seinem Umfeld habe der 22-Jährige viel Unterstützung erfahren. "Meine Eltern sind meine größten Anhänger und haben mir in letzter Zeit viel geholfen. An meine Freunde: Ihr werdet immer meine Freunde sein und ich habe euch auch sehr lieb!"
Das kanadische Olympische Komitee hat inzwischen gegenüber "Outsports" bestätigt, dass Barber die Mitteilung auf Facebook selbst geschrieben habe und sein Konto nicht gehackt wurde.
Nach seinem Coming-out gehört Barber zu den erfolgreichsten offen schwulen Sportlern der Welt. Er hatte 2015 die Weltmeisterschaften in Peking vor dem Deutschen Raphael Holzdeppe gewonnen. Bei den Olympischen Spielen vergangenes Jahr in Rio enttäuschte er allerdings mit Platz zehn.
Positiver Doping-Test
Kurz nach den Olympischen Spielen wurde bekannt, dass Barber beinahe in Rio gesperrt worden wäre. Der Grund: Im Juni 2016 war er bei einem Dopingtest positiv auf Kokain getestet worden. Damals behauptete er aber, die Substanz sei in seinen Körper gekommen, als er eine Frau geküsst habe, die er am Abend vor den kanadischen Qualifikationsausscheidungen für die Olympiade in Edmonton online kennengerlent hatte.
So sagte er vor einem Sportgericht aus, er habe in dem Treffen eine Möglichkeit gesehen, "vor dem Wettkampf Stress abzubauen". In einem pikanten Bericht wurden Details des Treffens veröffentlicht (PDF). Demnach habe er im Suchdienst Craigslist unter einem Pseudonym nach einer Frau gesucht, die "frei von Drogen und Krankheiten" sei. Ohne dass er es gewusst habe, habe die Frau vor dem Treffen Kokain geschnupft. Die "sexuelle Begegnung" habe 30 Minuten gedauert, dabei hätten sie sich wiederholt geküsst; dem Sportler sei aber kein "ungewöhnlicher Geschmack" aufgefallen.
Erst zwei Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele wurde Barber mitgeteilt, dass er am Wettbewerb teilnehmen darf. (dk)
|
Mehr zum Thema:
» Medaillenregen für Team LGBTI (22.08.16)















Die kontinuierliche Selbstverleugnung und ständige Angst vor Enttarnung kann langfristig nicht ohne negative Folgen bleiben...
Und es ist ein weiterer Beweis, dass auch Spitzensportler schwul sein können.
Daran können sich auch die Fußballer mal ein Beispiel nehmen. Man ist kein schlimmer Mensch, weil man liebt - schlimm ist nur, wenn man seine Fans belügt und ihnen eine Lüge vorspielt.