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Bau hat bereits begonnen
Berlin: Neue Unterkunft für 225 LGBTI-Geflüchtete geplant
Bis Dezember soll in Neukölln eine Unterkunft eingerichtet werden, in der lesbische, schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge vor Übergriffen sicher sind.

LGBTI-Flüchtlinge beklagen oft Diskriminierung in Asylunterkünften (Bild: flickr / Johnathan Nightingale / by 2.0)
- 26. April 2017, 15:04h 2 Min.
Der Berliner Senat richtet auf einem Grundstück an der Kiefholzstraße im Bezirk Neukölln eine modulare Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Geflüchtete ein; dabei sollen augenblicklichen Planungen zufolge 225 Unterkunftsplätze für lesbische, schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Geflüchtete geschaffen werden. Das geht aus einer noch nicht veröffentlichten Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünenpolitiker Anja Kofbinger und Sebastian Walter hervor.
Kofbinger und Walter begrüßten die Initiative und zeigten sich besonders erfreut, dass eine enge Einbindung und Zusammenarbeit mit den bereits existierenden Projekten für LGBTI-Geflüchtete vorgesehen sei. Allerdings könne eine solche Gemeinschaftsunterkunft nur ein "Zwischenschritt hin zu einer Versorgung in Form von regulärem Wohnraum, kleinen Wohneinheiten und Wohngemeinschaften sein."
Der Antwort der die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales zufolge habe die Bauphase bereits begonnen. Weiter heißt es: "Die Baufertigstellung ist zu November 2017 vorgesehen und die Inbetriebnahme ist im Dezember 2017 geplant."
Berlin hatte Anfang 2016 als erstes Bundesland eine Flüchtlingsunterkunft für LGBTI eingerichtet (queer.de berichtete). Inzwischen ist das Angebot ausgebaut worden.
Immer wieder hatten LGBTI-Aktivisten beklagt, dass Flüchtlinge, die sexuellen oder geschlechtlichen Minderheiten angehören, in Deutschland besonders hohe Hürden zu überwinden hätten. So träfen sie bei Anhörungen auf unsensible Bearbeiter oder homophobe Dolmetscher (queer.de berichtete). Dies betreffe nicht nur Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, sondern auch aus anderen homofeindlichen Ländern wie Russland.
In Gemeinschaftsunterkünften müssten sie außerdem oft mit Diskriminierungen, Beleidigungen und Gewalt rechnen. In diesem Monat wurde etwa der Fall von zwei jungen Flüchtlingen aus dem Nahen Osten bekannt, die bei der bayerischen Polizei Anzeige erstatteten, weil sie von einem Landsmann wegen ihrer sexuellen Orientierung mit dem Tod bedroht worden waren (queer.de berichtete). (cw)














