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Vitus Huonder

Papst hält an "Todesstrafe für Schwule"-Bischof fest

Vitus Huonder, der vor allem mit Tiraden gegen Homosexuelle für Kritik sorgte, wird nach einer überraschenden Verlängerung seiner Amtszeit weitere zwei Jahre das Bistum Chur führen.


Bischof Huonder zitierte vor zwei Jahren in einer Rede über Homo­sexuelle Levitikus 20,13: "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben." (Bild: Bistum Chur)

  • 5. Mai 2017, 09:23h 26 2 Min.

Papst Franziskus hat die Amtszeit des schweizerischen Bischofs Vitus Huonder um zwei weitere Jahre bis Ostern 2019 verlängert. Das teilte das Bistum Chur am Donnerstag mit.

Huonder hatte, wie in der katholischen Kirche vorgeschrieben, anlässlich seines 75. Geburtstags sein Rücktrittsgesuch eingereicht. In der Regel wird ein derartiges Gesuch nur in Ausnahmefällen abgelehnt. Nach Angaben von schweizerischen Medien kommt die Verlängerung für Beobachter überraschend.

Der Churer Bischof ist insbesondere wegen seiner erzkonservativen Haltung umstritten. In den rund zehn Jahren seiner Amtszeit machte Huonder auch wiederholt Stimmung gegen Homosexuelle. So erklärte er 2013 anlässlich des Tages der Menschenrechte, die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben zerstöre Ehe und Familie und verursache "psychische Störungen" bei Kindern (queer.de berichtete).

Für Empörung sorgte eine Aussage 2015, als der Bischof bei einem katholischen Treffen in Fulda die Todesstrafe für schwule Männer zu rechtfertigen schien. Er zitierte damals eine alttestamentarische Bibelstelle, wonach homosexuelle Handlungen eine "Gräueltat" seien, die mit dem Tod zu bestrafen seien (queer.de berichtete). Nach scharfer Kritik entschuldigte er sich zwei Wochen später für die Aussage, ging aber inhaltlich nicht auf Schwule und Lesben zu (queer.de berichtete).

Die Affäre führte sogar zu innerkirchlicher Kritik auf hoher Ebene – sogar Reinhard Kardinal Marx, der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, empörte sich über die "fundamentalistische Bibelexegese" (queer.de berichtete). Eine von LGBTI-Aktivisten angestrengte Strafanzeige gegen den Bischof wegen Aufrufs zur Gewalt scheiterte später vor einem Kantonsgericht (queer.de berichtete).

Huonder ist "gerührt"

Seine Entscheidung für die Verlängerung der Amtszeit Huonders hat der Papst nicht begründet. Huonder hat sich hingegen geäußert und in einem Brief an alle Mitarbeiter des Bistums erklärt, der Vertrauensbeweis des Papstes habe ihn "gerührt und mit großer Dankbarkeit erfüllt". Er sei insbesondere dankbar dafür, dass der Papst mit seiner "Entscheidung für unser Bistum auf Kontinuität setzt".

In einem anlässlich seiner Amtszeitverlängerung geführten Interview mit der "Luzerner Zeitung" verteidigte Huonder erneut seine "Todesstrafen"-Rede: "Das war keine Provokation, sondern ein Hinweis auf Grundsätze", so der 75-Jährige. "Aus meinem Vortrag wurde ein Satz aus dem Zusammenhang gerissen. Wenn man den ganzen Text liest, kommt niemand auf die Idee, dass ich jemanden vor den Kopf stoßen wollte. Ich machte aufmerksam auf die Seelsorge, die pastorale Liebe auch im Umgang mit homosexuell empfindenden Menschen. Das hat man vollständig unterschlagen." Unter "pastoraler Liebe" versteht Huonder, Homosexuelle zur Enthaltsamkeit aufzurufen. (dk)

-w-

#1 JohannbAnonym
  • 05.05.2017, 12:07h
  • Hier zeigt sich das wahre Gesicht der Christen! Sie laufen einen Papst hinterher, der einen solchen Bischof tief 'bewegt'. Bin ja gespannt, was der Christen Papa mit Donald zu Besprechen hat? Ich kann die Christen nicht mehr verstehen, diesen Papst zu akzeptieren!
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#2 Sven100Anonym
  • 05.05.2017, 12:09h
  • Dass Papst Franziskus die Amtszeit dieses homophoben Bischofs verlängert hat, ist ein Zeichen dafür, wohin die Reise in der katholischen Kirche geht. Franziskus zeigt immer wieder, dass er gegen den erzkonservativen Flügel (Kardinäle Müller, Burke usw) schon jetzt nicht mehr ankommt. Diese warten nur darauf, dass Franziskus sich wie sein Vorgänger Papst Ratzinger in das Privatleben zurückzieht und das Feld den Hardlinern überlässt. Franziskus hat viele schöne Worte gemacht, aber kirchenrechtlich nicht verändert. Sein Nachfolger kann also da weitermachen, wo Franziskus aufgehört hat.
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#3 Sven100Anonym