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  • 31. Mai 2005 22 3 Min.

Berlin Der beginnende Bundestagswahlkampf hat nun auch die Schwulen und Lesben in den Parteien erfasst. Während sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) über die Kanzlerkandidatur Angela Merkels freuten, warnte die Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik der Grünen vor "Stillstand und Rückschritt". Aus den guten Kontakten zu Merkel leite "die LSU die Hoffnung ab, dass die Union in ihrem Wahlprogramm und - nach gewonnener Wahl - die überfälligen Reglungen auf dem Gebiet des Lebenspartnerschaftsrechtes in Angriff nimmt", schrieb der stellvertretenden LSU-Vorsitzende Axel Hochrein in einer Pressemitteilung vom Montag unter der Überschrift "Merkel steht für Wandel". Mit ihr schicke die Union eine Kandidatin ins Rennen, "die auch für eine familien- und gesellschaftspolitische Modernisierung in der Union steht", so Hochrein. Die rot-grüne Bundesregierung sei den eigenen Wahlversprechen hingegen nicht nachgekommen. "Bei vielen notwendigen Reglungen hat Rot-Grün auf den Bundesrat verwiesen, obwohl sie mit Regierungsmehrheit hätten verabschiedet werden können. Die Blockade lag zu allererst innerhalb von Rot-Grün selbst", so Hochrein. Hier erwarte die LSU von der Union "eine ehrlichere Politik, die die Anliegen der Lesben und Schwulen in Deutschland ernst nimmt." Die LSU werde "intensiv daran arbeiten", zu klaren Aussagen in schwul-lesbischen Fragestellungen im Unionswahlprogramm zu kommen, so Hochrein. Die Union sei aus Sicht der LSU gut beraten, auf die Linie des möglichen Koalitionspartners FDP einzuschwenken. "Diese geht das Thema offensiv an und fordert den notwendigen Ausbau der Rechte von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften", so Hochrein.
"Mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin droht eine neue Eiszeit für Lesben und Schwule", kritisierte hingegen Jörg Ebel, Sprecher der grünen BAG Schwulenpolitik, in einer Presseerklärung. "Als Bundesministerin unter Kohl hat sie nichts für Lesben und Schwule getan. Als CDU-Chefin steht sie für die Blockade der Lebenspartnerschaft und die Verhinderung des Antidiskriminierungsschutzes. Unter ihrer Führung hat die Union es nicht vermocht, die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen in ihrem Programm zu verankern", so Ebel weiter. Direkt auf die LSU-Pressemitteilung Bezug nehmend, bezeichnete er die Vorstellung, Merkel würde als Regierungschefin Schwulen- und Lesbenpolitik betreiben, als "realitätsfernen Wunschtraum": "Dreist ist der Versuch des LSU-Vorsitzenden, der Koalition die CDU-Blockade im Bundesrat in die Schuhe schieben zu wollen. Es war und ist die CDU unter Merkel, die mehr als einmal gegen grüne Gleichstellungspolitik gestimmt hat." Das zeige die Ablehnung des Antidiskriminierungsgesetzes durch Merkel. Auch habe die Union gegen die Stiefkindadoption gekämpft. "Nicht nur diesem Recht droht deswegen in einem Kabinett Merkel-Stoiber die Abschaffung", so Ebel. Der Blick ins CDU-regierte Hamburg, wo selbst unter einem homosexuellen Regierungschef "lesbisch-schwule Rechte bekämpft und Coming-Out-Projekte gekürzt" würden, zeige, was Lesben und Schwulen in Deutschland blühe, sagte Ebel weiter. (nb/pm)

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-w-

#1 SteffenAnonym
  • 31.05.2005, 17:32h
  • Merkel steht nicht für Wandel sondern für Wichser. Past ja zur LSU
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#2 dragonbearAnonym
  • 31.05.2005, 17:50h
  • sorry, aber das ist schlichtweg ne blöde ausage...

    die arbeit der LSU innerhalb der Unionsparteien ist nicht zu unterschätzen...

    und axel hochrein und konsorten sind da ein ziemlich regelmäßiger tropfen, der den stein schon ziemlich angeht...

    allein: das mineral ist hart und es wird sicherlich noch einige zeit dauern, bis man von einer höhle reden kann...

    aber jetzt noch die anzupissen, die sich die mühe machen innerhalb der union eine änderung der position zur schwulen- und lesbenpolitik zu erreichen, dass ist wirklich nichts anderes als zickenterror.

    die haben nun wahrlich eine andere ausgangsposition als die jusos - sollte man meinen - und es war ein spd-minister in kiel, der jetzt zuletzt das ADG torpediert hat...

    also täte etwas mehr respekt vor der arbeit der LSUler schon gut
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#3 gerdAnonym
  • 31.05.2005, 19:51h
  • Dies sehe ich auch so...die Arbeit der LSU innerhalb der CDU ist nicht zu unterschätzen und als sehr wertvoll anzusehen. Mittlerweile hat die CDU in ihrem parteipolitischen Programm zumindest drin stehen, dass sie die Eingetragene Lebenspartnerschaft nicht wieder zurücknehmen werde und die Entscheidung des Bundesverfassungs-gerichtes respektiere.

    Diese leichte Verbesserung der Lage innerhalb der CDU verdanken wir auch der innerparteilichen Arbeit der LSU. Dafür haben diese Leute grosses Lob verdient..

    --------

    Aber sollte man deswegen schon bei einem Richtungswahlkampf sein Kreuz bei der CDU/CSU machen ?
    Nein das reicht nicht aus...so löblich die Arbeit der LSU ist, noch ist die CDU nicht dort angekommen, wo sie für homosexuelle Paare ernsthaft wählbar wird.

    Das noch fehlende Ergänzungsgesetz zur Lebenspartnerschaft mit Geichstellung in Erbschafts- und Einkommenssteuer wurde von der CDU/CSU blockiert...hier geht es um Geld, das homosexuellen Paaren fehlt und uns steuerrechtlich gesehen zu Bürgern "zweiter Klasse" macht; es ist Geld, das uns im Alltag fehlt.

    Unter CDU/CSU Führung wird sich dies nicht ändern, auch wenn die FDP als kleinerer Bündispartner dies entsprechend seinem Parteiprogramm einfordert. Wird sich die FDP ernsthaft in dieser Frage gegen die CSU durchsetzen. Es wäre der FDP zu wünschen, aber Ihr Nichthandeln sehen wir zur Zeit bereits bei den fehlenden Anpassungesetzen in den FDPmitregierten Bundesländern Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, wo nichts passiert.

    Für homosexuelle Paare bedeutet CDU/CSU unter Angela Merkel zwar keine Rückentwicklung (was bei Stoiber als Kanzler vielleicht der Fall gewesen wäre); aber ein Stillstand in homopoltischen Fragen wird in Deutschland erfolgen.

    Und was das ADG angeht, da wissen wir bereits, dass uns der zivilrechtliche Schutz unter Regerung von Frau Merkel wieder genommen würde...es verwundert einen auch sehr, dass Herr Westerwelle als homosexueller Mensche lautstark dies mitträgt, anstatt dies zu unterbinden.

    Die bessere Alternative für homosexuelle Menschen ist daher immer noch die jetzige Regierung. SPD/Grüne sind die bessere Regierung für uns.
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