https://queer.de/?28825
Polizeibericht Berlin
Nollendorfkiez: Drei Heteros Opfer homophober Gewalt
Die Männer wurden von vier Personen schwulenfeindlich beschimpft, geschlagen und mit Flaschen beworfen.

Zu Ehren der LGBTI-Community erstrahlt die Kuppel des U-Bahnhofs Nollendorfplatz nachts in Regenbogenfarben – doch ein Schutzraum ist der Kiez schon lange nicht mehr (Bild: Ingolf / flickr)
- 14. Mai 2017, 06:15h 2 Min.
Zu einem Übergriff kam es am Samstag in den frühen Morgenstunden im queeren Szeneviertel in Berlin-Schöneberg. Laut Polizeibericht befanden sich drei Männer im Alter von 27, 28 und 29 Jahren gegen 3.50 Uhr im Kreuzungsbereich Maaßenstraße/Nollendorfstraße. Vier Personen verließen zur gleichen Zeit ein Wohnhaus, und einer von ihnen soll die drei homophob beleidigt und unvermittelt den 29-Jährigen geschlagen haben.
Kurz darauf sollen mehrere Glasflaschen in Richtung des Trios geworfen worden sein, die jedoch keine der Personen trafen. Anschließend soll der Schläger erneut ausgeholt und dem 28-Jährigen einen Kinnhaken versetzt haben. Danach flüchteten die Täter.
Alarmierte Polizeibeamte konnten die Männer trotz intensiver Suche nicht fassen. Die beiden Geschlagenen wurden leicht verletzt. Die Angegriffenen gaben bei der Anzeigenaufnahme den Beamten gegenüber an, nicht schwul zu sein. Die Ermittlungen dauern an. Eine Täterbeschreibung wurde bislang nicht veröffentlicht.
Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. Berlin gehört zu wenigen Städten, in denen die Polizei mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnt. Laut ihrer vorläufigen Statistik wurden 2016 insgesamt 162 Delikte im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). In der Gesamtschau sei kein besonderer Grund für den Anstieg im letzten Jahr auszumachen, so die Polizei, auch eine gestiegene Anzeigebereitschaft spiele in die Statistik mit herein.
Bundesweit hatte es ebenfalls einen Anstieg von gemeldeten Fällen homophob motivierter Taten gegeben, die Zahlen besitzen aber u.a. aufgrund unterschiedlicher Rückmeldungen der einzelnen Bundesländer nur bedingt eine Aussagekraft. (cw/pm)















Ps: Weshalb gibt es nie eine Täterbeschreibung?