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Polizeibericht Berlin

Nollendorfkiez: Drei Heteros Opfer homophober Gewalt

Die Männer wurden von vier Personen schwulenfeindlich beschimpft, geschlagen und mit Flaschen beworfen.


Zu Ehren der LGBTI-Community erstrahlt die Kuppel des U-Bahnhofs Nollendorfplatz nachts in Regenbogenfarben – doch ein Schutzraum ist der Kiez schon lange nicht mehr (Bild: Ingolf / flickr)

Zu einem Übergriff kam es am Samstag in den frühen Morgenstunden im queeren Szeneviertel in Berlin-Schöneberg. Laut Polizeibericht befanden sich drei Männer im Alter von 27, 28 und 29 Jahren gegen 3.50 Uhr im Kreuzungsbereich Maaßenstraße/Nollendorfstraße. Vier Personen verließen zur gleichen Zeit ein Wohnhaus, und einer von ihnen soll die drei homophob beleidigt und unvermittelt den 29-Jährigen geschlagen haben.

Kurz darauf sollen mehrere Glasflaschen in Richtung des Trios geworfen worden sein, die jedoch keine der Personen trafen. Anschließend soll der Schläger erneut ausgeholt und dem 28-Jährigen einen Kinnhaken versetzt haben. Danach flüchteten die Täter.

Alarmierte Polizeibeamte konnten die Männer trotz intensiver Suche nicht fassen. Die beiden Geschlagenen wurden leicht verletzt. Die Angegriffenen gaben bei der Anzeigenaufnahme den Beamten gegenüber an, nicht schwul zu sein. Die Ermittlungen dauern an. Eine Täterbeschreibung wurde bislang nicht veröffentlicht.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. Berlin gehört zu wenigen Städten, in denen die Polizei mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnt. Laut ihrer vorläufigen Statistik wurden 2016 insgesamt 162 Delikte im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). In der Gesamtschau sei kein besonderer Grund für den Anstieg im letzten Jahr auszumachen, so die Polizei, auch eine gestiegene Anzeigebereitschaft spiele in die Statistik mit herein.

Bundesweit hatte es ebenfalls einen Anstieg von gemeldeten Fällen homophob motivierter Taten gegeben, die Zahlen besitzen aber u.a. aufgrund unterschiedlicher Rückmeldungen der einzelnen Bundesländer nur bedingt eine Aussagekraft. (cw/pm)

#1 Roman01Anonym
  • 14.05.2017, 08:29h
  • Da sieht man, dass Homophobie auch Heterosexuelle trifft. Deshalb ist es auch im eigenen Interesse von Heterosexuelle etwas zu tun.

    Ps: Weshalb gibt es nie eine Täterbeschreibung?
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#2 PeerAnonym
  • 14.05.2017, 12:06h
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    Anders als in anderen Städten weist die Berliner Polizei in ihren Presseberichten regelmäßig auf mögliche homo- oder transphobe Motivationen einer Straftat hin.
    -----------------

    Das ist sehr löblich, dass die Berliner Polizei das auf freiwilliger Basis macht. Denn nur so kann man erkennen, wie groß das Problem wirklich ist, wo es besonders viele Probleme gibt, welche Täterstrukturen es gibt, etc. Nur mit diesem Wissen kann man dann gegensteuern.

    Aus diesem Grund sollte homo- und transphobe Gewalt nicht nur in Berlin, sondern deutschlandweit erfasst werden. Grüne und Linkspartei haben das schon mehrfach beantragt, aber Union und SPD lehnen das immer wieder ab.

    Warum darf man nicht wissen, wie groß das Problem wirklich ist?

    Wollen Union und SPD ihr eigenes Versagen vertuschen?
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#3 Julian SAnonym
  • 14.05.2017, 12:29h
  • Deutschland wird immer mehr zur Bananenrepublik, wo Gewalttäter und Clans ungehindert herrschen.

    Und der sprechende Hosenanzug sitzt im Kanzleramt und sieht "keinen Handlungsbedarf".

    Und die SPD unterstützt diese Politik und verschafft dieser Politik erst die Mehrheiten.
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