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Nevadas Gouverneur unterschreibt Gesetz
Schutz von Jugendlichen: Weiterer US-Staat verbietet Homo-"Heilung"
Inzwischen untersagen neun amerikanische Bundesstaaten die Durchführung von "Konversionstherapien" an Jugendlichen.

Brian Sandoval ist seit 2011 Gouverneur des Spielerstaates
- 18. Mai 2017, 13:17h 2 Min.
Brian Sandoval, der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Nevada, hat am Mittwoch ein Gesetz unterzeichnet, das "Therapien" mit dem Ziel, die sexuelle oder geschlechtliche Identität von Jugendlichen zu verändern, verbietet. SB 201 untersagt ab kommendem Jahr konkret Psychologen, Psychiatern, Sozialarbeitern oder medizinischem Personal, "Konversionsthreapien" an Personen unter 18 Jahren durchzuführen.
"Medizinische Sachverständige haben Konversionstherapien als nicht effektiv bezeichnet und davor gewarnt, dass sie Heranwachsenden erheblichen Schaden zufügen können", erklärte Sandoval bei der Unterzeichnung. "Dieses Gesetz wird dabei helfen, unsere Jugendlichen zu schützen."
Zuvor hatten beide Kammern des Landesparlaments in der Hauptstadt Carson City dem Gesetzentwurf zugestimmt – der Senat mit 15 gegen fünf Stimmen, die Abgeordnetenkammer mit 31 gegen acht Stimmen.
Nevada ist der inzwischen neunte US-Bundesstaat, der "Konversionstherapien" verbietet. Erst letzte Woche unterzeichnete der Gouverneur von Connecticut ein ähnliches Gesetz (queer.de berichtete). Die anderen Staaten sind New Jersey, Kalifornien, Oregon, Illinois, New York, Vermont und New Mexico. Zudem haben 17 Städte ebenfalls Verbote zur "Heilung" von LGBTI-Jugendlichen erlassen, darunter die Hauptstadt Washington, Seattle, Miami und Key West.
Die Heilung von Homosexualität wird von allen etablierten Psychologenverbänden als Stigmatisierung einer Minderheit abgelehnt. Der Weltärztebund hat Homosexualität 2013 in einer Erklärung als "natürliche Variation menschlicher Sexualität ohne direkt daraus resultierende schädliche Auswirkungen" beschrieben. Schädlich für Schwule und Lesben seien lediglich "direkte und indirekte Diskriminierung, Stigmatisierung [und] die Ablehnung durch nahestehende Menschen und Mobbing" (queer.de berichtete).
Bislang verbieten weltweit nur drei Länder "Konversionstherapien" generell, also auch für Erwachsene – dabei handelt es sich um Brasilien, Ecuador und als einziges EU-Land Malta.
In Deutschland fordern die Grünen bereits seit langem ein Verbot der "Heilung" von LGBTI-Jugendlichen. Die Bundesregierung hat erst im März erklärt, dass sie "Konversionsthreapien" zwar ablehne, aber keine Veranlassung sehe, diese zu untersagen (queer.de berichtete). (dk)














