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Einzelkommentar zu:
Auch Belgien übernimmt PrEP-Kosten


#27 TheDadProfil
  • 21.05.2017, 16:53hHannover
  • Antwort auf #24 von seb1983
  • ""Da zitierst du einen und lässt gekonnt den Satz über die Industrieländer vorher weg. Die Frage ist nur ob das einfach Schlampigkeit ist oder Absicht??""..

    Es geht nicht um die Industrieländer, sondern um die BRD und die dort vermuteten "5 % der Bevölkerung" die Schwule Männer sein könnten, wie ich weiter oben eingeführt habe..
    Kontextuelles Denken ist Dir doch nicht fremd, oder ?

    ""und obendrauf noch Drogenabhängige deren Risiko etwa so hoch ist wie bei Heteros.""..

    Wer behauptet das, und rechnet damit die Drogengebraucher aus den "Hochrisiko-Gruppen" heraus, und vor allem dann wozu ?

    Um der Mär des "Schwulen Problems" weitere Fundamente zu liefern ?

    Man kann das auch anders rechnen, denn wenn 10 % der Neu-Infektionen Drogengebraucher betreffen, bleiben nur noch 90 % über die sich die Infektion über sexuelle Kontakte zuziehen, und schwubs, sind wir nicht mehr bei "72%", sondern bei 66 %, und damit sind dann die 2.200 Infektionen zu je einer Hälfte Schwule Männer und Bisexuelle MSM-ler..
    Was dann immer noch nichts an der spekulativen Zahl der möglicherweise 0,25 Promille änderte..

    Die Zahl bezieht sich auf die mögliche Gruppe derer die sich in Szenen herumtreiben, und so angeblich einer erhöhten Gefahr aussetzen..
    Diese machen insgesamt aber nur 10 % der möglicherweise in der BRD lebenden Schwulen Männer aus !
    Bezogen auf alle Schwulen Männer liegt die Neu-Infektionsrate also im Bereich eines Hundertstel dieser 0,25 Promille, und sie ist bei den Heten noch einmal um den Faktor 15 geringer..

    Was soll also der Unsinn ?
    Geh doch mal auf das Faktum ein wieso man eigentlich immer noch davon sprechen WILL daß es sich um ein "Schwules Problem" handelte, wo doch längst offensichtlich ist, daß es sich um ein MSM-Problem, und damit um ein Männer-Problem handelt ?

    ""Übrigens: Einen "Schuldkomplex" habe ich da in keinster Weise,
    Selbstverständlich sollten alle daran arbeiten die Infektionszahlen weiter zu senken, und da sollte man insbesondere bei der größten Gruppe weiter aktiv werden...""..

    Subtext :
    Wegen der Unklarheit wie man weitere Schutzmaßnahmen durchsetzen kann, sollte man auf Bewährtes appellatives Drängen auf die SaferSex-Kampagnen setzen, denn die Vermittlung von zusätzlichen Maßnahmen wie der PrEP scheitert an Widerständen die originär dazu erfunden werden..

    Das "Kosten-Argument" begeht hier zwei signifikante Fehler :
    Es impliziert die unausgesprochene Idee daß man die gesamte Bevölkerung einer PrEP unterziehen müßte, oder wenigstens diejenigen die sich im "aktiven sexuellen Verhalten" befinden, was zu einer Kosten-Falle aufgebauscht wird, denn diese Kosten wären, auch wenn die Idee tatsächlich die wirksamste Maßnahme wäre die Infektionsraten binnen Kurzem extrem zu senken, nicht mehr zu tragen..

    Gleichzeitig negiert man, was ich an anderer Stelle schon einmal vorgetragen habe :
    Die Kosten für die Behandlung einer Infektion über eine lebenslange Therapie sind vergleichbar mit den Kosten für die Behandlung eines Diabetikers..
    Von denen gibt es derzeit um die 2 Millionen..
    HIV-Infizierte gibt es derzeit so um die 83.400 Menschen..
    Doch die Dunkelziffer liegt garantiert weit höher..
    Und mit dieser Dunkelziffer muß man sich schon paaren um sich überhaupt zu infizieren, denn die meisten der Neu-Infektionen werden durch Trägers des Virus übertragen, die selbst von ihrer Infektion noch nichts wissen..

    Diese Infektionen sind im Gegensatz zum Diabetes alle vermeidbar..
    Oder wenigstens die wirklich überwiegend meisten..

    Was man also JETZT ausgibt spart man später an Behandlungskosten ein, und noch mehr, denn die Kosten für eine PrEP belaufen sich wahrscheinlich auf einem Zehntel dessen, was eine lebenslange Therapie kosten wird..

    Daran sieht man :
    Die Kosten SIND KEIN Argument gegen die PrEP, sie sind ein Argument FÜR die PrEP..

    Man muß diese Kosten nur von der richtigen Seite aus betrachten..

    Gegner der PrEP machen daß aus teilweise egoistischen Gründen nicht, und führen dazu an sie seien nicht bereit mit "ihren Beiträgen" das Verhalten Anderer zu subventionieren..
    Oder sie sind schlicht uniformiert darüber, was sie mit ihren Beiträgen so alles mit-bezahlen, und wissen deshalb auch nicht daß die Kosten für Diabetes so um die 10 Mal höher liegen, als die Kosten für die HIV-Infizierten..

    Wenn man daß dann erfährt, führt man gerne an, der Diabetiker könne ja nichts für seine Krankheit..
    Das stimmt aber nur zum Teil, denn auch der Diabetiker kann die Erkrankung verhindern, oder wenigsten hinauszögern, und vor allem kann er die Kosten durch konsequentes Einhalten der ärztlichen Verodnungen und Vorsorgeuntersuchungen günstig mit beeinflußen..
    Wenn der Diabetiker das dann täte, gäbe es solche Programme wie Ernährungsschulungen für Diabetiker nicht alle 2 Jahre auf Kosten der KK, gäbe es keine "Hausarztmodelle" in denen dann Therapien zwischen Hausarzt und Diabetologe, Kardiologe, und Hämatologe koordiniert werden müssten..

    Das angeblich "selbstsüchtige Verhalten" ist also auch kein Argument gegen eine Ausweitung einer SaferSex-Möglichkeit auf die PrEP..
    Sondern ein Argument DAFÜR..

    Denn ebenso wie Diagnostische und Therapeutische Maßnahmen für alle Erkrankungen ständig einer Erweiterung unterliegen, und eben nicht nur die bei den Diabetikern, so muß man auch in der HIV-Prävention JEDE sich bietende Möglichkeit nutzen die Infektions-Zahlen so niedrig wie möglich zu halten..

    Natürlich kostet das auch Geld..
    Wie bei allen anderen Krankheiten auch..
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