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Polizeibericht
Berlin: Schwules Paar beleidigt, bespuckt und getreten
Nach dem Übergriff in Schöneberg hat der Staatsschutz Ermittlungen übernommen.

Die Berliner Polizei musste an Christi Himmelfahrt nachmittags wegen eines offenbar homofeindlichen Angriffes in die Nähe des Schöneberger Rathauses ausrücken (Bild: flickr / Maik Meid / by 2.0)
- 25. Mai 2017, 18:45h 2 Min.
In Berlin-Schöneberg ist es am Donnerstag offenbar zu einem homofeindlich motivierten Übergriff gekommen. Wie die Polizei berichtet, zeigten am Nachmittag zwei Männer an, sie seien von einem Unbekannten beleidigt und attackiert worden.
Nach Angaben der beiden 44 und 45 Jahre alten Männer waren sie gegen 15 Uhr in der Dominicusstraße unterwegs, als sich ihnen von hinten ein Mann näherte, sich homophob äußerte und die beiden anspuckte. Anschließend soll der Unbekannte sie geschubst haben und den Jüngeren zudem in den Rücken getreten haben, bevor er sich entfernte.
Der 44-Jährige habe über Rückenschmerzen geklagt, jedoch zunächst auf eine ärztliche Behandlung verzichtet. Die Polizeibeamten schrieben Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung.
Nähere Angaben zu Opfern und mutmaßlichem Täter machte die Polizei zunächst nicht. Wie in Fällen mit einem vermuteten homofeindlichen Motiv in Berlin üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen
Berlin gehört zu den wenigen Städten, die mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnen und die Taten bis hin zu Beleidigungen häufig publik machen. Die Staatsanwaltschaft besitzt eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Vergangenen Herbst hatte die Berliner Polizei anlässlich der Verleihung des Respektpreises ihre aktuelle vorläufige Statistik homophober und transphober Straftaten vorgestellt (queer.de berichtete). Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Das bedeutete einen leichten Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, in dem 107 Straftaten gemeldet worden waren. Vor wenigen Wochen hatte das Beratungstelefon Maneo zugleich seine Statistik vorgelegt, die auch wegen anderer Zählweise mehr Taten erfasst und für das gesamte Jahr 2016 291 Taten erfasste (queer.de berichtete). (nb/pm)













