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Queer Refugees for Pride
Umfrage: Queere Flüchtlinge fühlen sich in Deutschland nicht sicher
Noch immer beklagen Flüchtlinge unsensibles und ungeschultes Personal – und kaum Schutz vor Diskriminierung und Gewalt in den Unterkünften.

Javid Nabijew (r.) mit Mitstreitern beim CSD in Düsseldorf im letzten Jahr. Beim Pride in der NRW-Landeshauptstadt an diesem Wochenende ist die Gruppe wieder dabei. (Bild: nb)
- 26. Mai 2017, 08:48h 2 Min.
Schwule, bisexuelle, lesbische und transsexuelle Flüchtlinge finden in Deutschland zunächst nicht die Sicherheit und den Schutz, die sie sich erhofften. Das ergab nun erneut eine Umfrage unter queeren Refugees.
Durchgeführt hat sie der aus Aserbaidschan geflohene LGBTI-Aktivist Javid Nabijew, der die Gruppe "Queer Refugees for Pride" gegründet hat, mit der er sich an CSDs in ganz Deutschland beteiligt, um auf die Situation in den jeweiligen Herkunftsländern, aber auch hierzulande aufmerksam zu machen (queer.de berichtete).
An der Umfrage beteiligten sich 100 Flüchtlinge aus 23 Staaten, die in 13 Bundesländern untergebracht sind; 33 stammen etwa aus Syrien, 18 aus dem Irak, 12 aus Russland. Die anonym online sowie mit persönlichen Gesprächen durchgeführte Studie ist nicht repräsentativ, gut die Hälfte der Antwortenden leben wie Nabijew in NRW. Und dennoch zeigt sie Probleme auf, die auch andere Aktivisten und Gruppen teils schon seit Jahre beklagen.
56 Prozent erlebten Gewalt oder Diskriminierung
So scheint die Unterbringung weiter ein zentrales Problem: 48 Prozent der Flüchtlinge teilen sich eine Unterkunft mit anderen, die meisten von ihnen mit nicht-queeren Menschen und die Hälfte von ihnen mit Landsleuten. 65 Prozent der Flüchtlinge verstecken ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität; 53 Prozent zögerten, Kontakt zu Unterstützungsorganisationen aufzunehmen, da sie Angst hätten, Details über sich preis zu geben.
62 Prozent "fühlen sich nicht sicher in Deutschland". 55 Prozent der Flüchtlinge wurden eigenen Angaben zufolge verbal diskriminiert, 24 Prozent erlebten körperliche Gewalt. 15 Prozent gaben ab, online Diskriminierung erfahren zu haben, sechs Prozent erlebten sexuelle Gewalt. Mehrfachnennungen waren auch bei der Frage nach dem Ort der Diskriminierung und Gewalt möglich: 34 Prozent hatten in der Flüchtlingsunterkunft Probleme, 26 Prozent im Schlafraum, 31 Prozent im öffentlichen Bereich und 12 Prozent online.
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Von 56 Flüchtlingen, die Diskriminierung oder Gewalt erlebt hatten, hätten nur 15 sich darüber beschwert bzw. eine Anzeige gestellt. Gründe dafür seien Angst vor den Behörden, aber auch Verzweiflung über sie: Den Flüchtlingen werde noch immer häufig geraten, einfach ihre sexuelle Orientierung zu verstecken, so Nabijew.
Eine zusätzliche Diskriminierung aufgrund sozialer Lage und Herkunft zeige sich daran, dass 36 Prozent der Befragten angeben, sie seien für Gegenleistungen um sexuelle Dienstleistungen gebeten worden – bei 26 Prozent sei zugleich ihr Status als Flüchtling bekannt gewesen. Schon häufiger hatten queere Flüchtlinge berichtet, dass ihnen manche Übernachtungsangebote mit einem sexuellen Hintergedanken gemacht wurden – die Queer Refugees for Pride berichten von einer Person, die nach einem solchen Fall Hilfe in einer Psychiatrie suchte. (nb)















die sind hierhin gekommen, weil sie dachten, hier sicher zu sein. Aber dann erleben sie in den Flüchtlingsheimen als erstes Mobbing und Gewalt von homo- und transphoben anderen Flüchtlingen.
Und anstatt dass der Täter dann aus dem Heim weg muss, müssen immer die Opfer weg.
Das signalisiert einerseits dem Täter, dass er im Recht ist und die LGBTI die "Perversen" sind, die weg müssen. (Und diese Bestätigung dieses Verhaltens wird in Zukunft noch viel Probleme mit diesen Migranten verursachen.)
Und andererseits signalisiert es den LGBTI-Flüchtlingen, dass es hier genauso ist wie dort, von wo sie geflogen sind: sie müssen sich verstecken oder sie werden Opfer von Gewalt. Und in dem Fall kommen dann die Täter ungeschoren davon und sie werden dafür bestraft.
Es läuft so viel schief momentan, dass die Flüchtlings-Integration schief gehen MUSS.