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"Siegessäule"-Interview

Martin Schulz: Keine Ehe für alle in dieser Legislaturperiode

Der SPD-Kanzlerkandidat will "keine Politik gegen den Koalitionspartner" machen und vertröstet Lesben und Schwule auf die Zeit nach der Wahl.


Der ehemalige Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz ist Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD. Der "Siegessäule" verriet er, dass er noch nie auf einem CSD war (Bild: Susie Knoll)
  • 27. Mai 2017, 09:18h 99 2 Min.

Die Hoffnung, dass es in den nächsten Wochen doch noch zu einer freien Abstimmung im Bundestag über die Ehe für alle kommt oder sich die SPD nach dem Scheitern ihres Teilzeit-Gesetzes in dieser Frage an der Union "rächt", sind weiter gesunken. Im Interview mit dem Berliner Stadtmagazin "Siegessäule" beschwor der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz Koalitionstreue bis zum Ende der Legislaturperiode.

"CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, und in einer Koalition kann man keine Politik gegen den Koalitionspartner machen", sagte Schulz. "Wir haben bei den Koalitionsverhandlungen 2013 versucht, die Union aus ihrer homophoben Ecke zu holen. Es ist uns nicht gelungen, aber natürlich bleiben wir dabei: Wir wollen die Öffnung der Ehe."

Die Diskriminierung homosexueller Paare könne deshalb erst nach der Bundestagswahl beseitigt werden, meinte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten: "Die Karten werden am 24. September neu gemischt. Dann gilt: Je stärker die SPD aus den Wahlen hervorgeht, desto größer ist die Chance, das endlich auch durchzusetzen." Eine Koalitionsbedingung scheint die Ehe für alle für Martin Schulz damit nicht zu sein.

/ kahrs | Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs rief seine Partei nach dem Scheitern des Teilzeit-Gesetzes dazu auf, die Ehe für alle durchzusetzen
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Der SPD-Vorsitzende sprach sich im "Siegessäule"-Interview auch für die Erweiterung der Gleichheitsrechte in Artikel drei des Grundgesetzes um die sexuelle Identität aus. Diese Forderung ist auch Teil des Entwurfs des SPD-Regierungsprogramms (queer.de berichtete). Die Ehe für alle findet sich darin allerdings nichts als eindeutige Koalitionsbedingung. Im März hatte die SPD einen Anlauf gestartet, die Union zu einer gemeinsamen Gesetzesinitiative zur Ehe für alle zu bewegen – und scheiterte (queer.de berichtete). Entsprechende Anträge der Opposition blockieren Union und SPD gemeinsam im Rechtsausschuss. (mize)


Die SPDqueer marschierte am Samstag mit Martin-Schulz-Konterfei beim CSD Düsseldorf mit (Bild: nb)

-w-

#1 AllesKlarAnonym
  • 27.05.2017, 11:20h
  • Damit hat es sich dann erledigt.
    Gewählt wird Grün.
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
#3 Anti-SchulzAnonym
  • 27.05.2017, 11:34h
  • Martin Schulz (SPD-Kanzlerkandidat): "CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, und in einer Koalition kann man keine Politik gegen den Koalitionspartner machen"

    Mit anderen Worten: Wenn die Union nicht will, gibt es keine Ehe für alle. Dann aber auch in der nächsten Legislaturperiode nicht, wenn es wieder zu einer großen Koalition kommen wird.

    Dann aber macht es keinen Sinn SPD zu wählen.

    Was Martin Schulz nicht verstanden hat, ist, dass es nicht darum geht keine Politik gegen den Koalitionspartner zu machen, sondern Politik FÜR DIE MENSCHEN ! ! !

    Im Fall, dass eine Partei Politik gegen den Geist des Grundgesetzes macht, muss eine Partei sich dagegen stemmen. Die SPD tut das nicht, sondern unterwirft sich gänzlich dem grundgesetzwidrigen Diskriminierungswunsch der Union.

    Die SPD ist eine schwache Partei, die sich nur um ihre eigene Macht sorgt, sich aber gar nicht ernsthaft um Gerechtigkeit in der Gesellschaft bemüht.
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