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Mit Homo- und Transphobie ins Wahljahr
Wieder "Demo für alle" in Wiesbaden angekündigt
Am 25. Juni wollen die Homo-Hasser erneut gegen Schulaufklärung in Hessen demonstrieren – nur weil diese Akzeptanz für LGBTI lehren soll.

Die erste "Demo für alle" in Wiesbaden am 30. Oktober 2016 (Bild: Norbert Blech)
- Von Norbert Blech
30. Mai 2017, 19:02h 3 Min.
Das homofeindliche Protestbündnis "Demo für alle" will am 25. Juni erneut durch Wiesbaden ziehen. Das gab Organisatorin Hedwig von Beverfoerde am Dienstag bekannt, die die Proteste früher aus dem Berliner Büro der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch aus organisierte und die inzwischen offiziell eigenständig aus ihrer Heimat in Magdeburg aus agiert.
Den ortsfremden Protest (geplant ab 15 Uhr am Luisenplatz vor dem Kultusministerium) erklärt die kürzlich aus der CDU ausgetretene Aktivistin mit der Signalwirkung für ganz Deutschland: "Wir werden für Hessen und für alle anderen Bundesländer vor dem Sommer erneut auf die Straße gehen", schreibt die "Demo für alle" in der Einladung zu dem Protest unter dem Motto "Elternrecht achten – Indoktrinierende Sexualerziehung stoppen!" Man werde "keine Ruhe geben, bis der rechtswidrige Sexualerziehungs-Lehrplan in Hessen zurückgezogen ist".
Dieser Lehrplan verstoße "sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen das Hessische Schulgesetz", so Beverfoerde. "Das elterliche Erziehungsrecht hat im Bereich der Sexualerziehung Vorrang vor dem Erziehungsauftrag des Staates." Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) müssen "den Sexual-Lehrplan einkassieren".
Keine Akzeptanz, niemals!
Die "Demo für alle" bezieht sich auf ein Gefälligkeits-Rechtsgutachten, das Prof. Dr. Christian Winterhoff ursprünglich für Schulaufklärungsgegner in Schleswig-Holstein erstellt hatte. Demnach verstoße es gegen das "Indoktrinationsverbot", wenn an Schulen "Heterosexualität und andere sexuelle Orientierungen als gleichwertige Erscheinungsformen menschlicher Sexualität dargestellt werden" (queer.de berichtete). Auch Besuche von LGBTI-Schulaufklärungsteams wie SCHLAU seien einen Rechtsbruch, wenn nicht gleichzeitig "ein Vertreter einer gegenteiligen Sexualmoral anwesend ist, der sein Menschen- und Familienbild ebenso vermittelt (z.B. ein katholischer Priester)".

Aktivisten der NPD bei der ersten DFA in Wiesbaden. Offiziell distanziert sich die "Demo für alle" von rechtsextremen Aktivisten, nutzt aber die gleichen Kampfbegriffe und heizt ihren Kampf an. Bild: nb
Das rechtlich fragwürdige und diskriminierende Gutachten hatte in Hessen – anders als in Bayern, wo die "Demo für alle" nach etlichen Protesten in Baden-Württemberg auch aktiv war – bislang weder Medien noch Politik überzeugt: Kultusminister Lorz und weitere CDU-Politiker hatten auf zahlreiche Beschwerden hin immer wieder ihren Bildungsplan zu erklären versucht und das Ziel, Akzeptanz für LGBTI zu schaffen, verteidigt: Man könne einem schwulen Schüler schlecht sagen, dass man ihn toleriere bzw. tolerieren müsse, aber nicht akzeptiere.
Dennoch hatte die "Demo für alle" im letzten Herbst tausende Menschen – Christen, AfD-Anhänger und noch radikalere Rechte – zu einer ersten Demonstration in Wiesbaden mobilisiert und war erst vor wenigen Wochen in die hessische Landeshauptstadt zurückgekehrt, zu einem "wissenschaftlichen Symposium", auf dem neben Winterhoff u.a. auch Unterstützer einer Homo-"Heilung" auftraten. Zu beiden Veranstaltungen gab es größere und friedliche Gegenveranstaltungen der örtlichen Szene. Das "Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt" hat auch diesmal bereits für den 25. Juni zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen und will am Samstag beim Wiesbadener CSD erste Details dazu bekannt geben.

Gegendemo zu den Homo-Hassern beim ersten Einmarsch in Wiesbaden
Kämpfer gegen die "Gender-Ideologie"
Möglicherweise wird es bis zur nächsten Landtagswahl in Hessen im Herbst 2018 noch weitere "Demos für alle" geben. Örtlicher Hauptpartner der "Demo für alle" ist der erzkatholische Aktivist Mathias von Gersdorff, der einst mit der "Aktion Stoppt Bravo" bekannt wurde und für die "Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur" und die "Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum" arbeitet (die wiederum in Brüssel von Paul von Oldenburg vertreten wird, dessen Cousine Beatrix von Storch ebenfalls gegen LGBTI-Rechte ankämpft).
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Gersdorff will CSDs verbieten und die Lebenspartnerschaft abschaffen, für die Verbreitung eines Hetz-Postings gegen Schulaufklärung und Conchita Wurst bezahlte er Facebook kürzlich so viel Geld, das es tausendfach geteilt wurde und zu hunderten Hetzkommentaren führte (queer.de berichtete). Zum Einlesen in die Denke und Hetze der "Demo für alle" und ihrer Unterstützer bietet sein Blog "Kultur und Medien" einen guten Einstieg – es ist keine Satire, sondern bitterer Ernst.















Bei so einer Erziehung muss man sich nicht wundern, wenn Kinder suizid begehen (als homosexuelle/transsexuelle) oder wenn sie homo-/transsexuelle Menschen Gewalt antun.
So eine rechtsradikale Demo gehört verboten! Und dann wird sie in einigen Tv-Sendern noch positiv dargestellt und die ganzen Gegner als asoziale und hochaggressive..