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ZDF-Satire

"Sie wollen die Ehe für alle, bücken sich aber für die CDU"

In der "heute show" konfrontierte Lutz van der Horst die SPD mit ihrem Einknicken bei der Gleichstellung von Lesben und Schwulen.


Der SPD-Bundestagsabgeordnete Marcus Held im Gespräch mit "heute show"-Außenreporter Lutz van der Horst

Das Trauerspiel der Sozialdemokraten bei der Ehe für alle beschäftigte am Freitagabend auch Deutschlands beliebteste Comedy- und Satiresendung. In der "heute show" des ZDF fragte Lutz van der Horst fünf Bundestagsabgeordnete, davon drei von der SPD, warum es denn mit der Gleichstellung von Lesben und Schwulen nicht klappt.

Der freche Außenreporter brachte es politisch mal wieder auf den Punkt und war dabei doch alles andere als politisch korrekt: "Sie wollen die Ehe für alle, bücken sich aber für die CDU", konfrontierte van der Horst etwa den SPD-Hinterbänkler Marcus Held. "Das ist leider so ein bisschen", räumte der ein, "Ich sehe es auch so. Wir bücken uns natürlich nicht immer, das kann man nicht immer machen. Aber wir wollen natürlich die wesentlichen Erfolge der Koalition bis zum Ende fortsetzen."

Und das war nicht der einzige Höhepunkt: Ebenfalls zu Wort in dem 200-Sekunden-Beitrag "Ehe für alle für keinen" kommen die SPD-Kollegen Detlef Müller und Karl Lauterbach, Volker Mosblech von der CDU, der die Worte "Schwule" und "Lesben" nur ganz leise aussprechen kann, sowie die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die erklärt, warum sie zwar gegen Käfighaltung. aber dennoch für die Ehe für alle ist.

Direktlink | Ausschnitt aus der "heute show" vom 2. Juni 2017
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SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hatte der aktuellen Siegessäule gesagt, dass es in dieser Legislaturperiode keine Ehe-Öffnung mehr geben würde: "CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, und in einer Koalition kann man keine Politik gegen den Koalitionspartner machen". Ende März war die SPD mit dem öffentlich breit getretenen Ansinnen gescheitert, die Union zu einem gemeinsamen Gesetzentwurf zur Ehe für alle zu überreden (queer.de berichtete). Anträge der Opposition und des Bundesrats zum Thema blockieren Union und SPD gemeinsam im Rechtsausschuss durch andauernde Vertagung. (mize)

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#1 MarekAnonym
  • 03.06.2017, 10:50h
  • Genial wie Lutz van der Horst die SPD vorführt...

    "Aber wir wollen natürlich die wesentlichen Erfolge der Koalition bis zum Ende fortsetzen."

    Von welchen Erfolgen spricht die SPD?

    Die hat ja nicht nur die versprochenen "100% Gleichstellung" aufgegeben, sondern ist auch bei anderen Themen komplett umgefallen: von PKW-Maut bis Herdprämie, von Bürgerversicherung bis Auslandeinsätzen und Waffenexporten, etc. etc. etc.

    Und wer glaubt, es gäbe in Deutschland einen Mindestlohn, soll man die ganzen Friseure, Paketzusteller, Zeitungsboten, Scheinselbständigen, etc. fragen, wie die Realität aussieht...

    Auch der andere SPD-Typ ist geil, der behauptet, wer die Eheöffnung will, müsse die SPD wählen. Was man mit der SPD in Regierungsverantwortung bekommt, sehen wir ja seit fast 4 Jahren wieder mal. Und dann sein schnippiges, dann soll man eben Union wählen und gucken, was man davon hat.

    Der hat wohl eines noch nicht kapiert: wer SPD wählt, wählt die Union. Denn die SPD koaliert ja sogar dann mit der Union und verschafft der Union die Mehrheiten für die weitere LGBTI-Diskriminierung, wenn es eine Mehrheit links der Union gäbe. Mit dem Segen von über 75% der SPD-Parteibasis.
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#2 Paulus46Anonym
  • 03.06.2017, 10:56h
  • Der Lutz van der Horst bringt es auf den Punkt, kann ich nur bestätigen. Schön wie er das Versagen der SPd thematisiert, wie er den CDU-Politiker sofort treffend schlagfertig analysierte, als dieser die Stimme senkte und sehr schlagfertig auch diesmal Frau Roth von den Grünen und Herr Lauterbach von der SPD.

    Der Fairnesshalber hätte er aber auch einen Vertreter der Linkspartei auch interviewen müssen, wenn er schon Frau Roth befragt.

    FDP und AfD-Politiker konnte er wohl nicht im Bundestag befragen, weil die bekanntlich "noch" nicht im Bundestag drin sind, was sich wohl ab September dann ändern wird. Ich gehe davon aus, dass AfD und FDP beide dann im Bundestag sein werden: in bezug auf die FDP finde ich dies gut, in bezug auf die AfD finde ich dies großer Mist.
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#3 MitcherAnonym
  • 03.06.2017, 11:09h
  • Genial!

    Claudia Roth über heiratswütige Schwule:
    "Die werden schon sehen was sie davon haben."
    Endlich mal eine realistische Einschätzung dieses ganzen Problemkomplexes!

    Auch nicht schlecht: Detlev Müller von der SPD, der zur Wahl der CDU aufruft:
    "Ja gut, dann sollen die Keute gerne CDU wählen."
    Danke sehr, aber solche Quatschköpfe als Wahlhelfer sind wohl eher kontraproduktiv.

    Fazit: SPD unwählbar, Grüne können bleiben, die CDU setzt den Goldstandard.
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