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"Geschlechtsverwirrung"
Malaysias Regierung startet Jugend-Videowettbewerb gegen Homosexualität
In ihren Clips sollen die Teilnehmer erklären, wie gleichgeschlechtliche Liebe "verhindert" oder "kontrolliert" werden kann – es winken Geldpreise.
- 3. Juni 2017, 11:34h 2 Min.
Nach Indonesien erhöht sich nun auch in Malaysia der Druck auf LGBTI. Am 1. Juni hat die Regierung eine Kampagne zur Warnung vor Homosexualität gestartet. So ruft das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 24 Jahren dazu auf, sich an einem Videowettbewerb zur sexuellen Gesundheit zu beteiligen.
In den Clips sollen die Teilnehmer in der Kategorie "Geschlechtsverwirrung" erklären, wie Homosexualität "verhindert" oder "kontrolliert" werden kann. Die Teilnahme ist noch bis zum 31. August möglich. Den Gewinnern winken Preise von bis zu 4.000 Ringgit (umgerechnet ca. 830 Euro).
LGBTI-Aktivisten kritisierten den Wettbewerb. Die Regierung schüre Hass und diskriminiere die Betroffenen, erklärte etwa die Bürgerrechtlerin Nisha Ayub nach Angaben von Nachrichtenagenturen.
Zwanzig Jahre Haft und Peitschenhiebe für Homosexualität
In Malaysia ist der Islam offiziell Staatsreligion und wird von der Regierung gefördert. Insgesamt sind aber nur 60 Prozent der Bevölkerung Muslime, jeder Fünfte ist Buddhist. Zudem gibt es christliche und hinduistische Bevölkerungsminderheiten. Auch Gesundheitsminister Subramaniam Sathasivam ist Hindu.
Auf gleichgeschlechtlichen Sex stehen offiziell bis zu 20 Jahre Gefängnis und Auspeitschung – egal, ob einvernehmlicher Geschlechtsverkehr oder eine Vergewaltigung vorliegt. Wegen einvernehmlicher Homosexualität kommt es jedoch nur selten zu Verurteilungen. In der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur ist sogar eine lebendige schwule Szene ansässig.
Gesichert sind diese Freiheiten jedoch nicht. Premierminister Najib Razak erklärte bereits vor zwei Jahren, dass Lesben und Schwule keine Menschenrechte verdienten (queer.de berichtete). Und erst im Februar hatte eine Regierungsbehörde offen für die "Heilung" von Homosexualität durch sogenannte Konversionstherapien geworben (queer.de berichtete). (cw)















In diesen Barbarenstaat sollte kein zivilisierter Mensch mehr reisen...