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Polizeibericht Berlin

Weil er Frauenkleider trug: 20-Jähriger homophob beleidigt und bespuckt

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zu Samstag am U-Bahnhof Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg – der mutmaßliche Täter hatte Drogen bei sich.


U-Bahnhof Mehringdamm in Berlin: Am Wochenende fahren die Züge auch in der Nacht (Bild: Ingolf / flickr)
  • 10. Juni 2017, 08:36h 33 2 Min.

Die Berliner Polizei meldete am Samstag erneut eine Straftat mit einem schwulen- oder transfeindlichen Hintergrund. Demnach wurden Beamte in der vergangenen Nacht zum U-Bahnhof Mehringdamm im Stadtteil Kreuzberg gerufen.

"Dort gab der 20-jährige Geschädigte an, aus einer Gruppe heraus von einem 18-Jährigen aufgrund seiner Frauenkleider beleidigt und bespuckt worden zu sein", heißt es wörtlich im Polizeibericht, der das Opfer als männlich identifiziert. Der mutmaßliche Täter wurde von den Polizisten gefasst: "Bei der anschließenden Personalienfeststellung des Tatverdächtigen ließ dieser ein Tütchen mit Drogen fallen, die von den Beamten gesichert wurden."

Nähere Angaben zu den Beteiligten oder zu den gefallenen Beleidigungen machte die Polizei wie bei Erstmeldungen ohne Fahndung üblich zunächst nicht.

Berlin gehört zu den wenigen Städten, die mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Berichten erwähnen und die Fälle publik machen, auch wenn es "nur" um Beleidigungen geht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Vergangenen Herbst hatte die Berliner Polizei anlässlich der Verleihung des Respektpreises ihre aktuelle vorläufige Statistik homophober und transphober Straftaten vorgestellt (queer.de berichtete). Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Das bedeutete einen leichten Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, in dem 107 Straftaten gemeldet worden waren. Vor wenigen Wochen hatte das Beratungstelefon Maneo zugleich seine Statistik vorgelegt, die auch wegen anderer Zählweise mehr Taten erfasst und für das gesamte Jahr 2016 291 Taten erfasste (queer.de berichtete). (cw)

#1 PatroklosEhemaliges Profil
#2 Sven100Anonym
  • 10.06.2017, 12:47h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • "Es habe seinen Grund, so Jendro, warum organisierte Banden beispielsweise München meiden und zum Klauen und Dealen lieber in die Hauptstadt kämen."

    In Berlin unternimmt kaum jemand etwas, es sei denn, es handelt sich um ein Kapitalverbrechen.

    Und unter Rot-Rot-Grün wird es sicher nicht besser werden.
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#3 gaysenior
  • 10.06.2017, 13:14hWilnsdorf
  • "Berlin gehört zu den wenigen Städten, die mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Berichten erwähnen und die Fälle publik machen, auch wenn es "nur" um Beleidigungen geht."

    Dass kaum ein Tag vergeht, in dem über homophobe Straftaten aus Berlin berichtet, lässt eine Ahnung davon aufkommen, wie viele solcher Delikte täglich bundesweit passieren und von der Politik ganz bewusst ausgeblendet werden, indem sie in den Richtlinien und gesetzlichen Bestimmungen für die Polizei vorgibt, dass solche Straftaten nicht mit Bezug auf Homophobie registriert werden dürfen. Die Reaktion auf die Silvesternacht in Köln war da bundesweit anders. Aber Frauen sind ja auch wertvolle Menschen, schwule Männer nur Dreck.
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