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Staatsschutz ermittelt
Brandanschlag nach Aufführung von LGBTI-Filmen
Das Anklamer Jugendzentrum Demokratiebahnhof wurde in der Nacht zu Samstag u.a. mit Molotowcocktails attackiert – am Abend war dort das QueerFilmFest Rostock zu Gast.

Zum Glück wurde bei dem Anschlag mit Farbbeuteln und Brandsätzen niemand verletzt – in dem Gebäude hatten Jugendliche übernachtet (Bild: Demokratiebahnhof)
- 10. Juni 2017, 17:02h 2 Min.
In der Hansestadt Anklam in Mecklenburg-Vorpommern haben Unbekannte in der Nacht zu Samstag einen Brandanschlag auf das Jugendzentrum Demokratiebahnhof verübt. Kurz vor drei Uhr nachts warfen die Angreifer zwei Brandsätze in die Eingangshalle, in der leicht entflammbare Papphocker standen. Außerdem wurde die denkmalgeschützte Fassade mit sieben Beuteln weißer Farbe beworfen.
Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt. "Ein Ausbreiten der Flammen konnte mit Glück, einem beherzten Einsatz und schnellem Reagieren verhindert werden", teilte das 2014 gegründete Jugendzentrum mit. Zu dem Zeitpunkt hatten mehrere Jugendliche im Gebäude übernachtet. Sie waren durch die Geräusche und Stimmen der Angreifer wach geworden.
Das QueerFilmFest Rostock zeigte Kurzfilme
Am Freitagabend um 20 Uhr fand im Demokratiebahnhof eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen gegen Homophobie, Inter*phobie und Trans*phobie statt. Das QueerFilmFest Rostock zeigte eine Auswahl von LGBTI-Kurzfilmen und -Musikvideos. Am Gebäude wurde auch eine Regenbogenfahne aufgehangen.
Ob sich der Anschlag gezielt gegen Lesben und Schwule richtete, ist unklar. Ein Bekennerschreiben gibt es bislang nicht. Der Staatsschutz ermittele in alle Richtungen, teilte die Anklamer Polizei am Samstag mit.
Der Demokratiebahnhof selbst bezeichnete den Brandanschlag in einer Stellungnahme auf der Homepage als "traurigen Höhepunkt organisierter rechter Gewalt gegen demokratisches Engagement in der Hansestadt Anklam".
"Ich verurteile den Angriff aufs Schärfste", meinte Klara Fries, eine Mitorganisatorin des Demokratiebahnhofs. "Mich erschüttert die Tatsache, dass bei dem Anschlag billigend in Kauf genommen wurde Menschen zu verletzen. Rechtsextreme versuchen unser friedliches zivilgesellschaftliches Engagement gegen Diskriminierung und für Menschenrechte mit massiver Gewalt dauerhaft zu zerschlagen. Das kann nicht hingenommen werden." (cw)











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