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Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee
LSVD: "Berlin braucht einen aufgeklärten Islam"
Am Freitag wird die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin eröffnen. Der LSVD kündigt bereits Kooperationen mit dem liberalen Gotteshaus an.

Der LSVD möchte die Zusammenarbeit mit Muslimen vertiefen
- 12. Juni 2017, 12:42h 2 Min.
Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg begrüßt die für Freitag geplante Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Ortsteil Moabit. "Berlin braucht einen aufgeklärten Islam, welcher der Berliner Landesverfassung gerecht wird und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität ausschließt", erklärte LSVD-Landesgeschäftsführer Jörg Steinert am Montag. Man sei bereits in Gesprächen über die Planung von gemeinsamen Veranstaltungen.
Die Initiative für die liberale Moschee war von der prominenten Berliner Rechtsanwätin Seyran Ateş ausgegangen. Sie hatte betont, dass es in Berlin endlich ein Gotteshaus für "moderne, liberale Muslime" geben müsste, in der Männer und Frauen anders als in traditionellen Moscheen gemeinsam beten und auch sexuelle und geschlechtliche Minderheiten willkommen seien (queer.de berichtete).
Am 16. Juni ist am Tag der Eröffnung das erste Freitagsgebet in der Moschee geplant. Ateş soll die Predigt halten und will außerdem ihr Buch "Selam, Frau Imamin: Wie ich in Berlin eine liberale Moschee gründete" vorstellen. Zudem gibt es eine Vortragsreihe und Musikaufführungen (Programm als PDF).
"Muslime unter dem Regenbogen"
Bereits seit 1999 beschäftigt sich der LSVD in der Hauptstadt mit seinem Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) intensiv mit dem Thema Islam. Neben regelmäßigen Beratungs- und Gruppenangeboten für homosexuelle Muslime wurden bereits mehrere Fachkonferenzen organisiert und Publikationen veröffentlicht, so unter anderem das Buch "Muslime unter dem Regenbogen". Bereits seit mehreren Jahren gehört der Liberal-Islamische Bund, der erst vergangenen Monat die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gefordert hatte, zu den Kooperationspartnern von MILES.
Am Vorabend der Moschee-Eröffnung in Berlin-Moabit unterstützt der LSVD mit seinem Projekt MILES das Iftar-Fastenbrechen im Gemeinschatshaus "MORUS 14" in Berlin-Neukölln. Dieses Angebot gibt es bereits seit mehreren Jahren im Ramadan. In diesem Jahr wird es als Hauptgericht Tepsi-Köfte (türkische Frikadellen) mit Reis und Kartoffeln gebe (mehr Infos als PDF-Datei).
2014 hatte der Dialogsversuch des LSVD mit einer staatlichen türkischen Moschee zu einem Streit geführt: Der LSVD hatte sich damals vergeblich um ein Treffen mit Gläubigen in der Neuköllner Şehitlik-Moschee bemüht (queer.de berichtete). Später erklärte der damalige Moscheechef Ender Çetin bei einer Diskussionsveranstaltung, dass gleichgeschlechtlicher Sex nach den meisten Auslegungen des Korans verboten sei (queer.de berichtete). Die Şehitlik-Moschee gehört dem Verband DITIB an, der de facto der Regierung des Autokraten Recep Tayyip Erdoğan unterstellt ist. (pm/cw)
Links zum Thema:
» Facebook-Seite der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee















Aber abgesehen davon halte ich es eh für fraglich, wie "aufgeklärt" eine Religion sein kann - egal wie sie sich nennt und welche Fabelwesen sie anbeten.
Kein Staat und keine Gesellschaft "braucht" eine Religion. Im Gegenteil: es sollte eine strikte Trennung von Staat und Religion geben und Religion sollte (wenn schon jemand an sowas glauben will) Privatsache sein und aus der Öffentlichkeit komplett rausgehalten werden.