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Polyamorie
Kolumbien erkennt Ehe unter drei Männern an
Erstmals registrierten die Behörden eine Beziehung zwischen mehr als zwei Partnern. Eigentlich war sogar noch ein vierter vorgesehen, doch der starb zuvor an Krebs.

Kämpfen für die Gleichberechtigung aller Lebensweisen: Manuel, Victor und Alejandro (Bild: privat)
- 13. Juni 2017, 08:51h 2 Min.
In Kolumbien haben sich die schlimmsten Befürchtungen von Annegret Kramp-Karrenbauer erfüllt: Ein Jahr nach Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durch das Verfassungsgericht haben die Behörden erstmals eine Ehe aus drei Menschen anerkannt.
Die Beziehung des Journalisten, ehemaligen Stadtrats und LGBTI-Aktivisten Manuel Bermúdez mit dem Schauspieler Victor Prada und dem Sportlehrer Alejandro Rodríguez wurde am 3. Juni in der Stadt Medellín als "régimen patrimonial especial de trieja" (Ehe zu dritt) notariell beglaubigt. Die standesamtliche Eheschließung erfolgt in Kolumbien im Regelfall in einem Notariat. Das Zertifikat posteten die Männer auf Twitter.
/ comunicadorCiud | Die erste Ehe-Urkunde für drei Menschen@BluRadioCo Ya es un hecho, primera relación de poliamor -trieja- legalizada ante notario en Colombia y tercera en el mundo pic.twitter.com/7EX4ifFWwK
— Manuel José Bermúdez (@comunicadorCiud) June 9, 2017
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Aus zwei Partnern wurden im Jahr 2012 vier
Bermúdez und Rodríguez sind schon seit vielen Jahren ein Paar, bereits 2007 ließen sie sich symbolisch verheiraten. Im Jahr 2012 öffneten sie ihre Beziehung für zwei andere Männer. Der vierte Partner Álex Esneider Zabala wäre ebenfalls gern beim Notar dabeigewesen, er starb vor der Hochzeit jedoch an Magenkrebs. Seiner wurde bei der Zeremonie gedacht.
"Wir leben zusammen, teilen Haus, Bett, alles. Wir leben die Vielliebe", sagte einer der Männer dem Radiosender Caracol. Obwohl Dreier-Beziehungen in Kolumbien keine Seltenheit seien, handele es sich um den ersten offiziell anerkannten Bund dieser Art, erklärte ein Sprecher des kolumbianischen LGBTI-Verbands. "Damit wird anerkannt, dass es noch andere Formen der Familie gibt."
Die rechtlichen Auswirkungen der Urkunde sind allerdings umstritten. Manuel, Victor und Alejandro wollen nun darum kämpfen, dass ihre Beziehung auch von anderen Behörden anerkannt wird – sie berufen sich dabei auf das Diskriminierungsverbot der Verfassung. Mit dieser Begründung hatte der "Corte Constitucional de Colombia" im Frühjahr 2016 auch die Ehe für lesbische und schwule Paare geöffnet (queer.de berichtete). (cw)














