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AfD-Spitzenkandidatin
Lesbenwitze mit Alice Weidel im US-Fernsehen
Die Late-Night-Show von Seth Meyers machte sich am Mittwochabend über die "Vorsitzende von Deutschlands Faschistenpartei" lustig.

Die Show "Late Night with Seth Meyers" läuft seit 2014 auf NBC (Bild: NBC)
- 16. Juni 2017, 13:33h 2 Min.
Die Alternative für Deutschland (AfD) sorgt für Spott in den USA: Am Mittwochabend machte sich die beliebte Show "Late Night with Seth Meyers" des Senders NBC über Alice Weidel, die AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, lustig – im Zusammenhang mit anderen, sehr plumpen Witzen über Lesben und Schwarze.
Die Runde "Jokes Seth Can't Tell" moderierte Meyers mit der Bemerkung an, dass es eine Reihe von Witzen gebe, "die ich als weißer, heterosexueller Mann nicht erzählen kann". Als Ausweg aus dem Dilemma der "Politischen Korrektheit" holte er sich für die bösen Pointen mit Amber und Jenny zwei "unverdächtige" Frauen, beide Autorinnen der Show, an seine Seite – die eine schwarz, die andere homosexuell.
"Eine Lesbe wurde kürzlich zur Vorsitzenden von Deutschlands Faschistenpartei ernannt", leitete Seth Meyers den Alice-Weidel-Joke ein, freilich nicht ganz korrekt recherchiert. Worauf Jenny unter Johlen des Publikums meinte: "Falls Sie sich fragen, was Lesben und Faschisten gemeinsam haben? Die Antwort ist: den Haarschnitt."
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Scheinheiliger Kampf gegen "politische Korrektheit"
Alice Weidel war am 23. April auf dem Kölner AfD-Parteitag gemeinsam mit Alexander Gauland zum Spitzenduo für die Bundestagswahl gewählt worden (queer.de berichtete). Dass sie als Lesbe, die mit ihrer Partnerin zwei Kinder aufzieht, in der zutiefst homophoben Partei Karriere macht, wurde von Medien und Satirikern ebenso thematisiert wie ihre auf dem Parteitag erhobene Forderung, dass "politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte" gehöre.
Mit Bezug auf diese Äußerung hatte etwa Christian Ehring am 29. April im Satiremagazin "extra 3" gemeint: "Jawoll, Schluss mit der politischen Korrektheit! Lasst uns alle unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht. War das unkorrekt genug? Ich hoffe!" Das wiederum fand Weidel gar nicht lustig und schaltete ihre Anwälte ein. Ihre Klage gegen den NDR wurde jedoch am 17. Mai vom Landgericht Hamburg als unbegründet abgewiesen. (cw)













