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Großeinsatz in schwul-lesbischer Institution

Laura erbost über polizeiliche Räumung des Kings Club

Am Wochenende stürmten Beamte den schwul-lesbischen Traditionsclub in Stuttgart wegen einer angeblichen Vergewaltigung. Die Betreiberin ist erbost und fühlt sich an dunkle Zeiten erinnert.


Szenewirtin Laura Halding-Hoppenheit engagiert sich seit vier Jahrzehnten in Stuttgart für die LGBTI-Community (Bild: missingFILMs)

  • 19. Juni 2017, 12:18h 13 3 Min.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben Beamte der Polizei den schwul-lesbischen Kings Club in der Stuttgarter Innenstadt gestürmt und alle Gäste hinausgeworfen. Die Polizei erklärte ihren Großeinsatz damit, dass sie gegen 2.10 Uhr einen Anruf einer Frau erhalten habe, die angab, im Kings Club von einem Mann auf der Damentoilette vergewaltigt worden zu sein. Der Club sei vollständig geräumt worden. Erst eine Stunde später hätten die Gäste zurückkehren können.

Die Polizei teilte mit, dass mit der Polizeiaktion gegen den Homo-Club nicht geklärt werden konnte, ob wirklich eine Frau vergewaltigt worden war. Das müssten erst weitere Ermittlungen zeigen.

"So etwas habe ich vor 40 Jahren erlebt"

Die Betreiberin des Clubs, die Stuttgarter Linke-Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit, kritisierte die Polizeiaktion scharf. Ihre Gäste seien von den Beamten "drangsaliert" worden, verhielten sich aber trotz der Aktion "diszipliniert und vernünftig". Ihr Vertrauen in die Polizei sei erschüttert: "Ich habe bis jetzt immer für die Arbeit der Polizei Verständnis gezeigt, aber seit letzter Nacht ist damit Schluss", so Halding-Hoppenheit auf Facebook. "Wir dürfen es uns nicht gefallen lassen, dass die Polizei so unprofessionell, unkontrolliert und chaotisch in einem schwulen Club vorgeht, wo die Menschen sowieso Angst vor gezielten Attacken von außen und Diskriminierung haben."

Halding-Hoppenheit fühlte sich an dunkle Zeiten erinnert, als sie den Club 1977 eröffnete: "So etwas habe ich vor 40 Jahren erlebt, dass die Polizei den Kings Club stürmt und die Schwulen einschüchtert. Ich habe gedacht, diese Zeiten haben wir schon längst hinter uns gelassen!" Sie sei jederzeit bereit, sinnvoll mit der Polizei zu kooperieren. "Aber dafür verlange ich geschultes Polizeipersonal, welches angepasst mit den Menschen umgeht und nicht nur nach Paragrafen handelt!" Sie fühle sich und ihre "Gayfamilie" persönlich angegriffen und erklärte, sie werde "dagegen mit allen Mitteln und Konsequenzen vorgehen".

Eine Stuttgarter Institution

Laura Halding-Hoppenheit ist eine Institution in der LGBTI-Szene in der baden-württembergischen Hauptstadt – sie ist dort vor allem unter ihrem Vornamen bekannt. Für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Community sowie für Menschen mit HIV und Aids wurde die bekannte Szenewirtin schon mehrfach ausgezeichnet. 2011 bekam sie von der damaligen baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) den "Rosa Detlef" überreicht, das Team des "Kings Club" erhielt 2013 den "PositHIV-Preis".

Außerdem ist Halding-Hoppenheit seit 2014 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande (queer.de berichtete). Im selben Jahr setzte ihr der Regisseur Rosa von Praunheim mit der Doku "Laura – Das Juwel von Stuttgart" ein filmisches Denkmal (queer.de berichtete). Seit Mitte 2014 ist sie für die Linkspartei Mitglied des Stuttgarter Stadtrates. (cw)

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#1 LauraIstTollAnonym
  • 19.06.2017, 17:56h
  • Lob an die Szenenwirtin. Bleiben Sie dem Kings Club noch lange erhalten, wir brauchen Sie.

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#2 SemperIdemAnonym
  • 19.06.2017, 18:06h
  • Aufgepasst! Reaktionäre Zeiten sind gar nicht so gern. Hier handelte die gleiche Polizei, die bereits bei den Stuttgart 21 Demonstrationen unverhältnismäßige Mittel einsetzte.
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#3 Dont_talk_about
  • 19.06.2017, 22:45hFrankfurt
  • Bei einem Klub ohne Ausrichtung auf eine sexuelle Orientierung würde in der Zeitung stehen:

    Polizei verfolgt Vergewaltigung in öffentlichem Klub.
    Das konsequente Durchgreifen finden wir sehr gut.
    Sexuelle Selbstbestimmung vor Geschäftsinteressen.
    Nur der Betreiber beschert sich über Umsatzeinbußen
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