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Klare Aussage in Kirchenzeitung
Schwedischer Premier: Priester sollten Homo-Paare trauen oder Job aufgeben
Stefan Löfven verglich die Arbeit der Priester mit der von Hebammen, die aus religiösen Gründen auch keine Mitwirkung an einer Abtreibung verweigern dürften.

Löfven wurde von der schwedischen Kirche getauft, bezeichnet sich aber als nicht aktiven Gläubigen. Er schätze Kirchen als Ort der Ruhe und der Zusammenkunft, sagte er der Kirchenzeitung. (Bild: Bengt Nyman / wikipedia)
- 26. Juni 2017, 12:33h 3 Min.
Der schwedische Premierminister Stefan Löfven hat in einem Interview mit der wöchentlichen Zeitung der schwedischen Kirche eine Pflicht für Priester gefordert, schwule und lesbische Paare zu verheiraten.
Die Kirche sollte eine offene demokratische Organisation sein, die "für den gleichen Wert von Menschen" eintrete, forderte der Sozialdemokrat in der aktuellen Ausgabe von "Kyrkans Tidning". "Menschen, die sich gegenseitig lieben, sollten unabhängig ihres Geschlechts das gleiche Recht auf Ehe haben."
Schweden hatte die Ehe im Mai 2009 für schwule und lesbische Paare geöffnet. Rund fünf Monate später entschied die Synode der evangelisch-lutherischen Kirche mit deutlicher Mehrheit, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen (queer.de berichtete). Die von den übrigen großen Kirchen und Religionsgemeinschaften des Landes noch abgelehnte Zeremonie kann für die Paare eine standesamtliche Trauung ersetzen. Die Synode hatte aber beschlossen, dass Priester die Durchführung der Trauung aus Glaubensgründen verweigern dürfen.
Streit um Glaubensfreiheit
Löfven verglich Priester, die die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ablehnen, mit Hebammen, die sich weigern, Abtreibungen vorzunehmen. "Wenn du eine Hebamme bist, musst du in der Lage sein, eine Abtreibung durchzuführen, ansonsten solltest du dir einen anderen Beruf suchen. Das gilt auch für Priester, die keine Homosexuellen verheiraten möchten."
Der 59-jährige Politiker bezog sich damit auf den aktuellen Fall einer schwedischen Krankenschwester und Hebamme, die von mehreren Kliniken wegen ihrer Weigerung, an Abtreibungen mitzuwirken, im Bewerbungsverfahren abgelehnt worden war. Im Juni reichte sie Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein, nachdem sie vor einem schwedischen Arbeitsgericht mit Klagen wegen Diskriminierung aufgrund ihres Glaubens gescheitert war.

Löfven 2014 mit weiteren Vertretern der Sozialdemokraten 2014 beim CSD in Stockholm. Der Politiker ist verheiratet und zieht die beiden Kinder aus der früheren Ehe seiner Frau gemeinsam mit ihr auf.
Die Hebamme wird dabei von der US-Organisation "Alliance Defending Freedom" unterstützt, die auch in der Heimat vor Gericht für das Recht kämpft, andere aufgrund des eigenen Glaubens zu diskriminieren. So setzte sie sich etwa für die Standesbeamtin Kim Davis ein, die zwischenzeitlich ins Gefängnis musste, weil sie als in ihr Amt gewählte Staatsbeamtin sogar Angestellten verboten hatte, Trauscheine an Homo-Paare auszugeben, und dabei auch eine gerichtliche Anordnung ignorierte (queer.de berichtete). Vor allem in den USA wird ein erbitterter Kampf um eine Religionsfreiheit geführt, die aus der Glaubensfreiheit Ausnahmeregelungen im Geschäfts- und Arbeitsleben herleitet.
Die schwedische Kirche ist die ehemalige Staatskirche Schwedens, ihr gehören rund 63 Prozent der Bevölkerung an. Die Kirche wählte 2009 mit Eva Brunne in Stockholm die erste lesbische Bischöfin der Welt ins Amt, das sie noch heute ausführt. Ihre Lebenspartnerschaft mit einer Priesterin wurde von der Kirche gesegnet, das Paar zieht einen Sohn auf. (nb)















Ich hoffe, dass der schwedische Premier seiner Aussage auch Taten folgen lässt. Man kann z.B. die Weigerung unter Strafe stellen.