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"Über sie reden – nicht mit ihr"
CSD Stuttgart will mit AfD über LGBTI-Rechte diskutieren
Zu zwei Podiumsdiskussionen zur Bundestagswahl haben die CSD-Veranstalter auch die homophobe Rechtsaußenpartei eingeladen – die Linksjugend ist entsetzt.

Zu ihrer Podiumsdiskussion zur Wahl lud die IG CSD Stuttgart auch den AfD-Direktkandidaten Dirk Spaniel ein (Bild: AfD Stuttgart)
- 27. Juni 2017, 09:23h 2 Min.
Am 11. Juli veranstaltet die IG CSD Stuttgart ihre erste von zwei Podiumsdiskussionen zur Bundestagswahl. Neben Stefan Kaufmann (CDU), Ute Vogt (SPD), Johanna Tiarks (Linke), Cem Özdemir (Grüne) und Judith Skudelny (FDP) soll ab 19.30 Uhr auch der AfD-Direktkandidat Dirk Spaniel im Württembergischen Kunstverein zu Wort kommen. Zum zweiten Wahlcheck am 25. Juli in Bad Cannstatt luden die CSD-Veranstalter mit Lothar Maier ebenfalls einen Vertreter der homophoben Rechtsaußenpartei ein.
"Es verspricht also ein spannender Abend rund um Gleichberechtigung und Vielfalt zu werden, denn wir werden den Damen und Herren gehörig auf den Zahn fühlen", erklärte dazu CSD-Sprecher Christoph Michl in einem Video.
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Linksjugend: AfD-Teilnahme legitimiert Homophobie
Doch zwei Wochen vor der ersten Diskussion gibt es scharfe Kritik. Die Stuttgarter Linksjugend nannte die AfD-Teilnahme am Montag "verantwortungslos und beschämend". "Mit Nazis, Rassisten, Homophoben diskutiert man nicht, man bekämpft sie!", erklärte ihr Sprecher Sven "Gonzo" Fichtner in einer Pressemitteilung.
Jeder öffentliche Auftritt diene der weiteren Etablierung und Legitimierung der AfD, so die Linksjugend, die an die Teilnahme der Partei an der sogenannten Demo für alle erinnerte. "Die AfD bekämpft unsere gemeinsamen Ziele. Deswegen ist es wichtig, dagegen klar, öffentlich und massenhaft Position zu beziehen. Die AfD zu bekämpfen heißt: über sie reden – nicht mit ihr."
Für die AfD Stuttgart ist die Ehe für alle "lächerlich"
Erst am Wochenende hatte die AfD Stuttgart mit einem Facebook-Post Stimmung gegen die Ehe für alle gemacht. Die Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen wurde darin als "lächerlich" bezeichnet und indirekt als Gefahr für den Fortbestand des deutschen Volkes dargestellt: "Wenn einem natürlich das klassische Familienbild ganz egal ist, man es sogar als rückständig und verstaubt ansieht, dann ist man ungeachtet der demographischen Probleme in Deutschland mit solchen vermeintlich populären Positionen schnell bei der Hand."

Vor der Abgeordnetenhauswahl im vergangenen Jahr in Berlin hatte auch das mittlerweile eingestellte Magazin "Männer" die AfD zu einem Wahltalk eingeladen (queer.de berichtete). Zwar entlarvte Moderator Kriss Rudolph die homophoben Positionen des AfD-Kandidaten Frank-Christian Hansel, der LGBTI-Rechte auf dem Podium etwa als "Luxusprobleme" bezeichnet hatte, für eine sachliche Diskussion, wie man in der Berliner Queerpolitik vorankommt, blieb so jedoch keine Zeit mehr. (mize)















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