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Einzelkommentar zu:
CDU-MdB: Ein Blindenhund kann auch kein Ehepartner sein


#10 LarsAnonym
  • 05.07.2017, 10:08h
  • Eine zwar wertend eingebettete, aber interessante Zusammenstellung von Argumenten, die die historische Entscheidung des Bundestages zur "Ehe für alle" noch einmal plastisch und differenziert darstellt.

    Auf ein paar Punkte und Sorgen, die manche CDU-Abgeordnete im Sinne ihres "C" umtreiben, lohnt es sich, einzugehen.

    - Vorwurf der Verweigerung, einen Beitrag zum Leben zu leisten: Diesen Vorwurf kann man auch Jesus und Paulus und allen zölibatär lebenden Menschen machen. Für Paulus war die Ehe nur die zweite, minderwertige Option für Menschen, die ihre Triebe nicht unter Kontrolle haben.

    - Angst vor Polygamie: Argumentiert man streng katholisch, sind auch Männer, die sich mehrmals verheiraten (und Kinder zeugen) Polygamisten. (entsprechend Frauen, über die komischerweise niemand spricht, Polyandristinnen). Die staatlichen Regelungen zur Ehe, die dies regeln, (Zahlung von Alimenten an Kinder, Unterhaltszahlungen an den Bescheidenen Ehepartner) sind im Kern nichts anderes als eine moderne Variante von Polygamie, d.h., die Zivilehe ist seit langem schon etwas anderes als die sakramentale Ehe im altkatholischen Sinne. Man muss dazu sagen, dass in Gesellschaften, die Polygamie kennen, ein Mann nur soviel Frauen heiraten kann, wie er versorgen kann, weshalb in den islamischen Ländern die Polygamie im städtischen modernen Raum sehr selten ist.

    - Die Ehe legt den Ehepartnern ein hohes und gleiches Maß an gegenseitiger Verantwortung auf. Eine Ehe aufzulösen ist so kompliziert und kostspielig, dass auch unter Heteros die reinen "Spaßehen" eher selten sind.

    - Die Zeit, in der die Ehefrau eine Sache war, die man erwirbt (z..B. in altbiblischen Zeiten) sind auch schon lange vorbei. Auch in dieser Hinsicht ist der traditionelle Ehebegriff längst aufgeweicht - und das ist gut so. Solange man den Ehepartner nicht als eine "Sache" betrachtet, die man als Haushaltshilfe erwirbt, ist die Angst vor Heiraten mit Hunden unbegründet.
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