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Lautstarker Gegner von LGBTI-Rechten
Kölner Kardinal Joachim Meisner gestorben
Der Theologe, der ein Vierteljahrhundert das mächtige Erzbistum in Köln anführte, galt als einer der erbittertsten LGBTI-Gegner in Deutschland.

Joachim Kardinal Meisner war bis vor drei Jahren Erzbischof von Köln – und machte in dieser Position aus seiner Abneigung gegen sexuelle Minderheiten nie einen Hehl (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)
- 5. Juli 2017, 07:28h 2 Min.
Joachim Kardinal Meisner, der ehemalige Erzbischof von Köln, ist nach Angaben des "Domradios" während seines Urlaubs im niederbayerischen Bad Füssing am Mittwochmorgen "friedlich eingeschlafen". Der kircheneigene Radiosender beruft sich dabei auf das Erzbistum Köln. Meisner wurde 83 Jahre alt.
Der am Weihnachtstag 1933 in Breslau geborene katholische Würdenträger galt als einer der erbittertsten Gegner von LGBTI-Rechten innerhalb der katholischen Kirche. Der Theologe, der von 1989 bis 2014 Chef des Erzbistums der Domstadt war, sorgte zudem immer wieder mit beleidigenden Äußerungen gegenüber Schwulen und Lesben für Empörung.
Meisner: Homo-Paare "im Kern verderblich"
2003 bezeichnete Meisner etwa bei einem Besuch in Budapest unter anderem Homosexuelle, Drogensüchtige und Terroristen als "Bedrohung für die Werteordnung Europas". Er fuhr fort: "Der europäische Mensch muss diese Gifte ausschwitzen" (queer.de berichtete).
Vier Jahre später geriet Meisner mit dem grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck aneinander, nachdem der Erzbischof Homo-Paare als "im Kern verderblich" bezeichnet hatte. Beck nannte Meisner daraufhin einen "Hassprediger", woraufhin das Kölner Erzbistum den schwulen Politiker verklagte. Beck musste wegen seiner Äußerung selbst Kritik seiner Parteifreunde einstecken und durfte die Aussage nach einer einstweiligen Verfügung des Kölner Landgerichts zunächst nicht wiederholen. Aufgrund einer Gegenklage zog der Kardinal seinen Antrag jedoch wieder zurück und übernahm die Kosten für beide Seiten, um einer gerichtlichen Niederlage zu entgehen.
Auch mit anderen erzkonservativen Positionen und verletzenden Vergleichen eckte der Unterstützer von Opus Dei immer wieder an. So deutete er 2005 etwa eine Parallele zwischen einem Schwangerschaftsabbruch und dem Holocaust an. (dk)
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