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Bundestagswahl 2017
Forsa-Umfrage: Ehe für alle ohne Einfluss auf Wahlabsichten
Jeder dritte Bundesbürger ist allerdings der Auffassung, dass sich die Grünen am meisten für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen engagiert haben.

Aufkleber für nichts? Die Ehe für alle wird als Erfolg der Grünen gesehen – doch in Wählerstimmen scheint sich das Engagement bislang nicht auszuzahlen (Bild: Bündnis 90/Die Grünen)
- 5. Juli 2017, 08:36h 2 Min.
Die Turbulenzen um die Ehe für alle in der vorigen Woche haben die Wahlabsichten der Bundesbürger bislang kaum beeinflusst. Die Union büßt im Wahltrend von "stern" und RTL einen Prozentpunkt ein und kommt auf 39 Prozent. Die SPD liegt unverändert mit 23 Prozent nun 16 Punkte hinter der Union.
Während die Linke bei 9 Prozent bleibt, geben die Grünen im Vergleich zur Vorwoche einen Zähler ab auf jetzt 8 Prozent. Die FDP legt um einen zu auf ebenfalls 8 Prozent. Wie in den Wochen zuvor stagniert die AfD bei 7 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 21 Prozent.
Bei der Kanzlerpräferenz verliert Angela Merkel, die die Ehe für alle zur Gewissensfrage erklärt hatte und gegen sie stimmte, einen weiteren Prozentpunkt, während der Wert von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz unverändert bleibt. Wenn der Kanzler direkt gewählt werden könnte, würden sich 51 Prozent aller Wahlberechtigten für Merkel entscheiden und 22 Prozent für ihren Herausforderer.
82 Prozent sehen wahltaktische Motive bei der Eheöffnung
Nach einer weiteren Forsa-Umfrage im Auftrag des "stern" befürwortet eine Mehrheit von 69 Prozent der Deutschen die am vergangenen Freitag im Bundestag beschlossene Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare.
Befragt, welche Partei sich für die Ehe für alle am stärksten engagiert habe, nennen 32 Prozent die Grünen, 20 Prozent die SPD, 7 Prozent die Linke, 5 Prozent die CDU und 2 Prozent die FDP, die wie die Grünen und die SPD die Einführung der Ehe für alle zur Bedingung für eine Koalition nach der Bundestagswahl machen wollte. 82 Prozent der Bundesbürger unterstellen der Union und der SPD angesichts ihres Umgangs mit dem Thema in der vergangenen Woche vor allem wahltaktische Motive.
Für den Wahltrend befragte das Forsa-Institut vom 26. bis 30. Juni 2.503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten. An der Ehe-Umfrage nahmen 1.002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger teil. Die statistische Fehlertoleranz liegt hier bei 3 Prozentpunkten. (ots/cw)














Das sehe ich ähnlich. Mit ihrer Klage und ihrem Vorpreschen, das zur Koalitionsbedingung zu machen, haben die Grünen alle anderen Parteien unter Druck gesetzt und die Entwicklung in Gang gesetzt, die letztllich zur Eheöffnung geführt hat. Und auch davor haben die Grünen ja schon seit Jahren dafür gekämpft.