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München
Rentner ausgeraubt: Haftstrafen für Callboys
Zwei junge Sexarbeiter müssen die nächsten Jahre hinter Gittern verbringen, nachdem sie einen 71-Jährigen bei einem Hausbesuch verprügelt und Wertgegenstände geklaut hatten.
- 6. Juli 2017, 10:17h 2 Min.
Das Landgericht München hat laut "Süddeutscher Zeitung" am Mittwoch zwei Callboys zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Das Duo hatte am 4. April 2016 einen zum Tatzeitpunkt 71-jährigen Rentner in dessen Wohnung im Stadtteil Neuhausen ausgeraubt und schwer verletzt. Der 19-jährige Iacob S. erhielt wegen besonders schweren Raubes eine Jugendstrafe von dreienhalb Jahren, der 23-jährige Mittäter Daniel P. muss wegen Raubes für vier Jahre ins Gefängnis.
Täter und Opfer hatten sich auf der Datingplattform "Planetromeo" kennengelernt und ein Sex-Treffen vereinbart. Als die beiden Männer in die Wohnung kamen, sei es nach den Aussagen vor Gericht unter anderem wegen der schlechten Deutschkenntnisse der Angeklagten zum Streit gekommen – das Duo habe daraufhin beschlossen, den 71-Jährigen auszurauben. P. habe das Opfer gewürgt und mit voller Wucht ins Gesicht getreten. Sein Komplize Iacob S. habe den Rentner sogar mit einem Brotmesser bedroht.
Das Opfer versuchte dem Bericht zufolge noch, sich zu wehren, war gegen die beiden jungen Männer aber machtlos. Der Rentner musste anschließend wegen Hämatomen, Kratzern und eine blutigen Risswunde am Fuß behandelt werden. Er gab an, noch heute wegen des Überfalls an Angstzuständen zu leiden.
Angeklagter wollte nicht "Liebe wie eine Frau" machen
Während des Prozesses hatten die Angeklagten nach SZ-Angaben ausgesagt, sie hätten sich in Rumänien kennengelernt und lebten jetzt in Sachsen. Bei einem Besuch in Bayern seien sie pleite gewesen und wollten mit Sexarbeit schnelles Geld machen. P., der sich selbst als bisexuell bezeichnete, hatte ausgesagt, dass er nicht "Liebe wie eine Frau" machen, sondern nur die "männliche" Rolle übernehmen wollte. Laut "tz" sagte er im Prozess: "Ich habe mich erschrocken, als er Sex wollte." Weiter behauptete er, es sei "nicht nachvollziehbar", dass die Situation so eskaliert sei. Auch der Einsatz des Messers sei nicht geplant gewesen.
Das Duo entwendete einen rund 45 Kilo schweren Safe aus dem Schlafzimmer, in dem sich 50 Euro befanden, sowie mehrere Gegenstände wie Uhren, Schmuck, einen Laptop und ein Handy. Insgesamt betrug der Wert der Beute laut Staatsanwaltschaft 2.250 Euro. (cw)
















Zeigt sich aber mal wieder wie gefährlich es ist, naiv in solche Sex-Treffen zu gehen...