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Entgleisung in der Spielzeugfabrik
Ein weiterer CDU-Abgeordneter vergleicht Homosexuelle mit Tieren
"Und dann gibt es auch noch die, die sagen, dass sie Tiere lieben", kommentierte Josef Rief die Ehe für alle bei einer Werksbesichtigung in Aichstetten – der Bürgermeister, ein Parteifreund, intervenierte.

Der Schweinezüchter Josef Rief ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags. Im Wahlkreis Biberach gewann er zweimal das Direktmandat für die CDU (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)
- 6. Juli 2017, 15:18h 3 Min.
Bei einem Besuch des Spielzeugherstellers Jamara in Aichstetten löste der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Rief (CDU) am Mittwoch einen Eklat aus. Laut einem Bericht der "Schwäbischen Zeitung" wurde der 57-Jährige bei einer Gesprächsrunde im Konferenzraum des Unternehmens auf seine Haltung zur Ehe für alle angesprochen.
"Das ist eine Gewissensentscheidung", erklärte Rief zunächst, der wie drei Viertel seiner Fraktion mit Nein gestimmt hatte. Dann meinte er, dass in Berlin schon über Partnerschaften mit mehr als zwei Personen diskutiert werde, und ergänzte: "Und dann gibt es auch noch die, die sagen, dass sie Tiere lieben."
CDU-Bürgermeister stellte Rief zur Rede
Laut "Schwäbischer Zeitung" wurde es daraufhin laut im Konferenzsaal: "Teilnehmer interpretierten das als direkten Vergleich zwischen Homosexualität und dem sexuellen Missbrauch von Tieren", heißt es im Bericht des Regionalblatts. "Das ist nicht zu ertragen. Nehmen Sie das bitte zurück!", empörte sich auch der Aichstetter Bürgermeister Dietmar Lohmiller, der ebenso wie Rief Mitglied der CDU ist. Der Vergleich des Abgeordneten sei "unanständig".
Josef Rief erklärte schließlich, er habe es nicht so gemeint; Debatten über Polygamie gebe es in Berlin aber tatsächlich schon. "Die dicke Luft zwischen dem Bundestagsabgeordneten und dem Bürgermeister verzog sich (…) bis zu Riefs Abreise nicht", schreibt die "Schwäbische Zeitung".
Der Bundestagsabgeordnete, der einen Schweinezuchtbetrieb in Kirchberg an der Iller betreibt, pflegt enge Kontakte zu Homo-Hassern. Im vergangenen Jahr lud er den "Demo für alle"-Redner Manfred Spieker, der Homosexualität als "generationenblind", "lebensfeindlich" und "Unsittlichkeit" bezeichnet hatte, sowie Birgit Kelle zu einem Vortrag in den Deutschen Bundestag ein (queer.de berichtete).
Erst am Mittwoch war durch einen Bericht von queer.de bekannt geworden, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold die gleichgeschlechtliche Ehe in einer persönlichen Erklärung mit einer "Beistandsgemeinschaft" aus einem Blinden und seinem Assistenzhund verglichen hatte. (cw)
Update 07.07.: Rief "bereut" seine Äußerung
Der Bundestagsabgeordnete Josef Rief hat sich gegenüber der "Schwäbischen Zeitung" für seinen Vergleich entschuldigt. "Meine Aussage hat zu Missverständnissen geführt. Das bereue ich", zitiert das Regionalblatt den CDU-Politiker in einer am Freitag veröffentlichen Ergänzung.
Einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Sodomie gebe es nicht, stellte Rief klar. "Dieser Vergleich geht gar nicht, und den habe ich auch gar nicht so beabsichtigt," Er habe nie den Eindruck erwecken wollen, dass homosexuelle Menschen in irgendeiner Form schlechter seien. "Wenn ich damit jemanden verletzt haben sollte, tut mir das leid." (cw)














