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"Fadenscheinige Ausreden"

CSD Freiburg sauer auf grünen OB und Ordnungsamt

In einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Dieter Salomon beklagen die Pride-Veranstalter Schikanen der Stadtverwaltung und fehlende Regenbogenfahnen am Rathaus.


Erfolgreiche CSD-Parade am 1. Juli in Freiburg – doch hinter den Kulissen gab es Knatsch (Bild: CSD Freiburg)

Über 6.000 Menschen haben sich am vergangenen Wochenende an der CSD-Demo in Freiburg beteiligt – ein großer Erfolg. Doch hinter den Kulissen lief nicht alles rund. In einem Offenen Brief (PDF) an Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) haben die Pride-Veranstalter jetzt ihrem Unmut über die Stadtverwaltung Luft gemacht.

In vielen Städten sei der CSD ein Aushängeschild, heißt es in dem Schreiben, nicht jedoch in Freiburg: "Uns wurde dieses Jahr das Gefühl vermittelt, die Veranstaltung sei vielmehr ein nötiges Übel, das man über sich ergehen lassen müsse." So habe etwa der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, Walter Rubsamen, vorgeschlagen, die LGBTI-Parade an der Messe starten zu lassen, da sich dort niemand gestört fühle.

"Der Vorschlag, den Start der Parade an einen Ort zu verlegen, wo sie niemand sehen kann, gleicht geradezu einer Beleidigung an jeden queeren Menschen, der jemals unter Repressionen, egal ob staatlich oder gesellschaftlich, gelitten hat", empören sich die CSD-Veranstalter. "Das gesamte Gespräch über trat Herr Rubsamen durch äußerst störendes, unkooperatives und provozierendes Verhalten auf, so dass kein vernünftiges und produktives Gespräch entstehen konnte."

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Routenfindung "langer und äußerst anstrengender Prozess"


Dieter Salomon warb im Wahlkampf damit, Oberbürgermeister "für ganz Freiburg" sein zu wollen (Bild: Till Westermayer / flickr)

Erst eine Woche vor der Veranstaltung habe man eine Bestätigung für die finale Route bekommen. Die Routenfindung sei durch "Verzögerungen und fadenscheinige Ausreden" der Stadtverwaltung ein "langer und äußerst anstrengender Prozess" gewesen, heißt es im Offenen Brief, der mehrere konkrete Beispiele benennt.

Darunter die nach Auffassung der Pride-Organisationen unnötige Umleitung in "eine der am wenigsten von Menschen frequentierten Straßen" Freiburgs: "Unsere Bitte, den Paradenzug über die Kaiser-Joseph-Straße zum Schwabentor zu führen, wurde unter der Argumentation der Baustellensituation verweigert. Wer sich zur momentanen Zeit jedoch am Bertholtsbrunnen umsieht, muss zwangsläufig feststellen, dass die Baustelle so weit entfernt ist, dass eine Führung auf dieser Strecke keine Probleme dargestellt hätte."

Darüber hinaus kritisierte der CSD-Verein, dass am vergangenen Wochenende am Rathaus keine Regenbogen­fahnen wehten: "Des Weiteren müssen wir uns die Frage stellen, inwiefern der Freiburger CSD eine von der Stadt erwünschte Versammlung ist. Wenn etliche Privathäuser, Gastonomiebetriebe und Einzelhandelsgeschäfte zum CSD die Regenbogen­fahne hissen oder aufhängen, die Freiburger Stadtverwaltung es aber nicht schafft, das Rathaus zu beflaggen, obwohl sie bereits drei Monate im Voraus darum gebeten wurde."

Die CSD-Organisatoren hoffen nun auf eine öffentliche Diskussion über Toleranz und Vielfalt in Freiburg. "Eine Stadt, die sich diese Label gibt, muss auch darauf achten, dass ihr Personal, das sich um solche Angelegenheiten kümmert, nicht mit fragwürdigen politischen Motiven agiert." Ausdrücklich lobten sie im Offenen Brief den polizeilichen Einsatzeiter Harry Hochuli. Mit ihm habe die Zusammenarbeit "ausgezeichnet" funktioniert. (cw)

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#1 SebiAnonym
  • 07.07.2017, 10:45h
  • Schon wieder Dieter Salomon und schon wieder die baden-württembergischen Grünen von Kretschmer, Palmer & Co....
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#2 uwekrefeld
  • 07.07.2017, 11:09hKrefeld
  • es ist ein jämmerliches Bild, was da die Stadt (Ordnungsamt) von sich gibt.
    Dem Kretschmer glaub ich seine "Grüne Gesinnung" schon lange nicht mehr!
    Besser er geht zu den Schwarzen, dann ist auch wenigstens das "Katz- und Mausspiel" vorbei, und man weiß, woran man mit "Diesem Mensch" ist!
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#3 Simon HAnonym
  • 07.07.2017, 11:49h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Die Bundes-Grünen müssen sich endlich von den baden-württembergischen Grünen offiziell distanzieren, sonst muss ich davon ausgehen, dass die das gutheißen.
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