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Krönung eines persönlichen Kampfes

Johannes Kahrs kündigt Hochzeit an

Im kommenden Jahr ist der SPD-Bundestagsabgeordnete 25 Jahre mit seinem Partner Christoph zusammen – zum Jubiläum geht's zum Standesamt.


Johannes Kahrs bei einer Rede im Deutschen Bundestag. Der Hamburger SPD-Politiker ist seit 1998 stets direkt gewähltes Mitglied des Parlaments (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)
  • 8. Juli 2017, 07:04h 33 2 Min.

Nach Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP) hat mit dem Bundestagsabgeordneten Joahnnes Kahrs (SPD) ein weiterer homosexueller Politiker angekündigt, die Ehe für alle auch persönlich in Anspruch nehmen zu wollen. Den Beschluss habe er am Tag nach der historischen Abstimmung vom 30. Juni gefasst, verriet der 53-Jährige der "Berliner Zeitung".

Kahrs ist mit seinem Partner Christoph seit vielen Jahren liiert. "Wir wollen heiraten, wenn wir im kommenden Jahr 25 Jahre zusammen sind. Dann trauen wir uns", sagte der SPD-Politiker. Kinder seien kein Thema, auch wenn der Weg zur gemeinschaftlichen Adoption nun frei ist. "Wir haben viele Patenkinder", so der Abgeordnete aus Hamburg.

Kahrs zu Merkel: "Vielen Dank für nichts!"

Johannes Kahrs gehörte zu den wichtigsten Kämpfern in der SPD für die Ehe für alle – und zu den besten Rednern zum Thema im Deutschen Bundestag. Immer wieder hatte er im Plenum seine Frustration über die Blockadehaltung der Union kundgetan. Im vergangenen Jahr warf er Bundeskanzlerin Merkel vor, "aus strategischen Gründen" Schwule und Lesben zu diskriminieren, "weil sie den konservativen Rand ihrer Partei und Wähler bei Laune halten möchte" (queer.de berichtete). Im Mai kritisierte er in einem Interview, dass die CDU-Vorsitzende Homophobie unterstütze (queer.de berichtete).

Auch bei der historischen Abstimmung am 30. Juni verzichtete Kahrs auf den von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) angemahnten "Respekt" für die Diskriminierer und hielt zwar eine wütende, aber die ehrlichste Rede zur Ehe für alle.

Direktlink | Wutrede zur Ehe für alle: Johannes Kahrs am 30. Juni 2017 im Bundestag
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"Immer war es die CDU/CSU, die in jeder Frage die Gleichstellung von Lesben und Schwulen blockiert hat", erinnerte der SPD-Politiker an die Diskussionen der letzten Jahre – und griff dabei die Bundeskanzlerin direkt an: "Frau Merkel, es war erbärmlich, er war peinlich. Seit 2005 haben Sie die Diskriminierung von Lesben und Schwulen hier unterstützt und nichts dafür getan, dass es zu einer Gleichstellung kommt." Kahrs redete sich weiter in Rage: "Dieses ganze Verschwurbeln, es steht mir bis hier. Wir haben die Gleichstellung verdient!" Zur Kanzlerin meinte er schließlich: "Vielen Dank für nichts!"

Johannes Kahrs ist seit 1998 stets direkt gewähltes Mitglied des Bundestages. Auch bei der Wahl im September tritt er wieder im Wahlkreis Hamburg-Mitte an (queer.de berichtete). Der 53-Jährige ist haushaltspolitischer Sprecher und Beauftragter der SPD-Fraktion für die Belange von Schwulen und Lesben. Er ist darüber hinaus Mitglied des Ältestenrates und Sprecher des konservativen "Seeheimer Kreises" der Sozialdemokraten. (mize)

#1 Simon HAnonym
  • 08.07.2017, 09:32h
  • Herzlichen Glückwunsch.

    Ich fand Johannes Kahrs' Rede bei der Eheöffnungs-Debatte übrigens phantastisch. Wenn eine Partei wie die CDU/CSU über Jahre hinweg Gleichstellung blockiert und nicht mal eine Diskussion darüber zulässt, darf man nicht nur demütig den Bückling machen und dankbar dafür sein, wenn sich mal ein bisschen was ändert.

    Sondern dann muss man auch mal klare, deutliche Worte finden, die ganz offen kritisieren, was angerichtet wurde und wird.

    Und ich schließe mich dem Schlusssatz von Johannes Kahrs im vollen Umfang an:

    "Frau Merkel, vielen Dank für NICHTS."
  • Direktlink »
#2 SanottheEhemaliges Profil
  • 08.07.2017, 09:40h
  • Recht hatte er.
    Für mich die einzige Rede der ganzen Debatte, die mich beeindruckt hat.

    Dafür hat er sich einen offiziellen Tadel eingefangen. Einen Tadel dafür, schlicht die Wahrheit gesagt zu haben und die Realität nicht mit verlogenem Respekts-Gesäusel weichgespült zu haben.

    Erbärmlich.
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#3 landerneauAnonym