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- 08. Juni 2005 2 Min.
Berlin Nach den Grünen haben nun auch Vertreter anderer Parteien die Papst-Äußerungen zur Homo-Ehe kritisiert. Der Papst sei als "moralische Instanz unglaubwürdig", verbreiteten am Dienstag die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) in einer Pressemitteilung. Die Homo-Ehe auf eine "Banalisierung des menschlichen Körpers" zurückzuführen sei "verletzend und diskriminierend", findet Alexander Vogt, Kirchenbeauftragter der LSU. Die durch die katholische Kirche "fortgesetzte Diskriminierung und Beleidigung ganzer Bevölkerungsgruppen ist keine Frage des Glaubens sondern schlicht Unrecht", findet auch Sarah-June Jäckel, stellvertretende Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos). "Wir fordern daher die Kommunen und Länder auf, künftig bei der Bezuschussung katholisch getragener Einrichtungen ihr Augenmerk auf die Akzeptanz der Gleichheit aller BürgerInnen zu legen und bei Nichteinhaltung zu sanktionieren", so Jäckel. "Es kann nicht angehen, dass mit öffentlichen Mitteln eine katholische Erziehung zu Intoleranz und Hass gegen Minderheiten in Schulen und Kindergärten finanziert wird." Der kirchenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, nannte die Papst-Worte "unangemessen". "Es ist gerade ein Ausdruck der christlichen Werte der gegenseitigen Verantwortungsübernahme, wenn homosexuelle Paare dauerhaft füreinander da sein wollen und dies auch vor sich und anderen bekennen", so Goldmann. Der Papst widerspreche mit seinen Worten christlichen Grundsätzen und verurteile viele Menschen, die in ihren Werken und Taten sehr christlich denken und handeln würden. "Homosexualität und Christentum schließen sich nicht aus. Dies sollte der Papst verdeutlichen, statt mit unangemessenen und verletzenden Worten Homosexuelle zu diskriminieren", so Goldmann. (nb/pm)
Links zum Thema:
» s.a.: Kritik an Papst-Botschaft
» s.a.: Papst erstmals gegen Homo-Ehe










