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Ehrung

Berlin erhält einen Charlotte-von-Mahlsdorf-Ring

Gleich gegenüber ihrem Gründerzeitmuseum wird eine Straße nach "Lottchen" benannt.


Rosa von Praumheim drehte 1992 das Charlotte-von-Mahlsdorf-Porträt "Ich bin meine eigene Frau"

Die Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf wird nach Angaben der Onlinezeitung "Lichtenberg-Marzahn-Plus" am Donnerstag bekannt geben, dass eine neue Straße in einem Wohngebiet Charlotte-von-Mahlsdorf-Ring heißen wird. Die Straße im Ortsteil Mahlsdorf befindet sich laut dem Bericht schräg gegenüber "Lottchens" Gründerzeitmuseum – dort werden Reihenhäuser für Familien errichtet. Der Investor habe der Benennung zugestimmt. Bereits vor fünf Jahren hatte das Bezirksparlament beschlossen, dass eine Straße nach einer der bekanntesten Transperson der Republik benannt werden und eine geeignete Straße gesucht werden solle.

Auf der Tagesordnung der Bezirksverordnetenversammlung soll auch ein Antrag der Linksfraktion zur Ehrung von Charlotte von Mahlsdorf anlässlich ihres 90. Geburtstags am 18. März 2018 behandelt werden. Demnach soll das Wirken von Mahlsdorf in einer öffentlichen Veranstaltung geehrt werden.

Charlotte von Mahlsdorf war 1928 als Lothar Berfelde geboren worden. Bereits als Kind identifizierte sie sich als Mädchen. Nach dem Krieg wurde sie als Charlotte von Mahlsdorf im Viertel als "Lottchen" bekannt und begann, Haushaltsgegenstände zu sammeln. Aus dieser Sammlung entstand 1960 das Gründerzeitmuseum, das später auch zum Ostberliner Schwulentreffpunkt wurde.

Nach der Wende wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Wegen Übergriffen von Neonazis zog sie 1997 nach Schweden. Dort eröffnete sie ein weiteres Museum. Der Förderverein Gutshaus Mahlsdorf stellte in der deutschen Bundeshauptstadt den weiteren Museumsbetrieb bis heute sicher. 2002 erlag Mahlsdorf bei einem Berlinbesuch einem Herzinfarkt. Sie wurde auf dem Evangelischen Waldkirchhof Mahlsdorf an der Rahnsdorfer Straße direkt neben ihrer Mutter Gretchen Berfelde beigesetzt. (cw)

Direktlink | Auftritt von Charlotte von Mahlsdorf in der NDR-Talkshow
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#1 Dominique DuplessisAnonym
#2 Sven100Anonym
  • 11.07.2017, 14:44h
  • Ich freue mich! Aber dieser Beschluß war überfällig.
    Charlotte war eine faszinierende Persönlichkeit . Sie stand zu ihrem Frausein, aber auch dazu, dass sie Flagellantin war.
    Bei Führungen durch das Museum werden die Instrumente offen gezeigt, auch wenn Famlien mit Kindern dort sind. Noch nie habe ich eine negative Äußerung von Besuchern gehört.
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#3 StrottiAnonym
  • 11.07.2017, 16:12h
  • Antwort auf #1 von Dominique Duplessis
  • Es geht aus dem verlinkten Artikel aber auch hervor, dass die Tätigkeit fürs MfS nicht ergiebig war und schon nach fünf Jahren endete. "1976 wurde ihre IM-Akte geschlossen, IM Park zu einer konspirativen Adresse "umregistriert". Quelle:
    www.berliner-zeitung.de/16329220
    ©2017" Auch das spricht ja nicht für eine dauernde Zusammenarbeit mit dem MfS. Ich für mich könnte übrigens nicht sagen, wie ich mich in einer vergleichbaren Situation verhalten hätte.
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