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Saarland

Landtagsvizepräsident warnt vor Einfluss der Homo­sexuellen

"In 20, 30 Jahren werden sie bestimmen, was Familienpolitik ist", meinte der saarländische CDU-Politiker Günter Heinrich – die LSU fordert seinen Rücktritt.


Entschiedener Gegner der Ehe für alle: Günter Heinrich, Jahrgang 1957, ist seit 1999 Mitglied des Saarländischen Landtages (Bild: Saarländischer Landtag)

  • 12. Juli 2017, 07:13h 35 2 Min.

Der Vizepräsident des Saarländischen Landtags Günter Heinrich (CDU) warnt davor, dass in Zukunft Homosexuelle zu großen Einfluss bekommen könnten: "In 20, 30 Jahren werden sie bestimmen, was Familienpolitik ist", erklärte der 60-Jährige gegenüber der "Saarbrücker Zeitung". "Das ist eine Gefahr, die ich sehe."

Als Reaktion forderte die LSU Saar am Dienstag in einer Pressemitteilung den Rücktritt des Politikers. "Die Aussagen von Herrn Heinrich sind beschämend, absurd und homophob. Nach der Entscheidung für die Eheöffnung vor zu großem Einfluss von Homosexuellen zu warnen, entbehrt jeder Grundlage und lässt jedwedes Taktgefühl vermissen", sagte der LSU-Landesvorsitzende Christian Düppre. "Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung und fordern Herrn Heinrich auf, sein Amt als Landtagsvizepräsident mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen."

Heinrich bleibt bei seiner Aussage

Gegenüber der "Saarbrücker Zeitung" lehnte Heinrich einen Rücktritt und eine Entschuldigung ab. "Ich sehe keinen Grund dafür. Es gibt unterschiedliche Meinungen in der CDU. Ich bleibe bei meiner Äußerung", erklärte der Politiker aus Siersburg. Das gesamte Staatsgefüge fuße auf der Ehe von Mann und Frau. "Das ist für mich der Nukleus der CDU-Politik." Er habe aber nichts gegen Schwule und Lesben, so Heinrich.

In ihrer Pressemitteilung kritisierte die LSU auch die CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Diese hatte in einem Brief an die rund 17.000 saarländischen CDU-Mitglieder erneut ihre Haltung zur Eheöffnung dargelegt, diese als Gewissensfrage anerkannt, die Entscheidung des Bundestages bedauert, aber akzeptiert.

"Der Brief der CDU-Landesvorsitzenden an alle saarländischen CDU-Mitglieder war schlichtweg nicht notwendig und hat unnötige Parteigelder gekostet, überschlagen mehr als 5.000 Euro", kritisierte Düppre. "Dieses Geld hätte man besser in Aufklärungsprojekte gegen Homo- und Transphobie gesteckt." (cw)

-w-

#1 schwuler NichtdtschrAnonym
  • 12.07.2017, 09:24h
  • Warum in 20, 30 Jahren? Die Ehe fuer alle ist doch schon in diesem Jahr drin.
    Gruss
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
#3 MarcAnonym
  • 12.07.2017, 10:06h
  • Die saarländische CDU - bislang zurecht völlig bedeutungslos für Bund und Partei - spekuliert auf die Merkelnachfolge.
    Wo von der Leyen der Partei viiieeel zu modern und liberal ist und wo die dauergrinsende Weinprinzessin aus Rheinland-Pfalz zu erfolglos ist, hoffen Krampf-Karrenbauer und ihre Geronten auf Chancen durch Besetzen rechtskonservativer Positionen. Dafür ist ihnen kein Spruch zu billig, auch wenn sie damit nicht nur Mitglieder und zahlreiche Bürger kränken, sondern auch jeden gesunden Menschenverstand vor den Kopf stoßen.
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