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"Du Scheißtranse"
55-jährige Transfrau von Jugendlichen in Kölner Innenstadt attackiert
Mit transphoben Sprüchen attackierten vier Jungs eine Transfrau und versuchten, sie auf einer belebten Einkaufsstraße zu bestehlen. Die Frau beklagte, dass ihr zunächst niemand zur Hilfe gekommen sei.

Die Kölner Polizei erhielt von dem Opfer viel Lob
- 12. Juli 2017, 13:59h 2 Min.
Vier männliche Jugendliche haben am Dienstagabend in der Kölner Innenstadt die 55-jährige Transfrau Michaela Dudley angegriffen, transphob beschimpft und versucht, ihre Geldbörse zu entwenden. Die Buchautorin und Übersetzerin aus Schleswig-Holstein, die beruflich regelmäßig in die Domstadt kommt, verfolgte die mutmaßlichen Täter, die schließlich von der Polizei gestellt werden konnten.
Der Vorfall ereignete sich gegen 19.45 Uhr in der Shoppingmeile Breite Straße. Die einen Tag später noch spürbar mitgenommene Angegriffene erklärte gegenüber queer.de, sie sei von vier gebrochen Deutsch sprechenden Jugendlichen beleidigt und am Gesäß begrapscht worden. Einer der Jungen habe versucht, ihre Geldbörse mit den Worten "Was hast du da, du Scheißtranse?" zu entwenden.
Die Täter hätten schließlich die Flucht ergriffen; die 55-Jährige, die derzeit für den Halbmarathon trainiert und daher körperlich fit ist, habe dann die Verfolgung zu Fuß aufgenommen und sie nach einigen Minuten stellen können. Es sei dann zu einem Handgemenge gekommen, in dessen Verlauf die Frau von den Jugendlichen zu Boden gestoßen wurde. Sie stand auf und wehrte sich mit ihrem Regenschirm. Schließlich griff die herbeigerufene Polizei ein und nahm auf der Wache die Personalien der Jungen auf.
Laut der Kölner Polizei konnten die Personalien von drei der Jugendlichen festgestellt werden. Es habe sich um zwei 14-Jährige und einen 15-Jährigen gehandelt. Sie seien später in eine Jugendunterkunft gebracht worden.
"Ich habe eigentlich Zivilcourage erwartet"

Michaela Dudley ist noch immer mitgenommen vom Übergriff in der Kölner City (Bild: privat)
Dudley beklagte auch, dass sie auf der belebten Einkaufsstraße von Passanten keine Hilfe erhalten habe, obwohl sie lautstark auf den Überfall aufmerksam gemacht habe: "Ich habe eigentlich Zivilcourage erwartet", sagte die 55-Jährige. Stattdessen sei sie lediglich begafft worden. Erst am Ende habe ein Passant die Polizei alarmiert.
Vom Personal eines italienischen Restaurants sei sie ebenfalls beschimpft worden, weil sie die Gäste gestört habe – ihr wurde außerdem vorgeworfen, wegen ihrer weiblichen Kleidung den Angriff provoziert zu haben. Ein großes Lob sprach Dudley hingegen für die Polizei aus, die sie als "mir gegenüber sehr aufmerksam und aufgeschlossen" bezeichnete.
Besonders schockierend sei gewesen, dass sich der Vorfall nur zwei Tage nach dem Cologne Pride ereignet habe. "Für Lesben, Schwule und Transgenderpersonen sind solche Vorfälle in Köln leider zunehmend Alltag; man ist Freiwild, wenn nicht gerade CSD ist", so ihr Fazit. (dk)















Herzlichen Gruss